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Regional Move ´n Dance: Waspo startet mit Hip Hop durch
Sportbuzzer Sportmix Regional Move ´n Dance: Waspo startet mit Hip Hop durch
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20:54 21.08.2013
Von Michael Geisendorf
Sprung über den Kiessee: Yesim Demiran, Jasper Amani und Linda Vogel (von links) beim Landeanflug zur Waspo 08. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Die Göttinger Dance Company (GDC), deren Gründer die Trennung mit zunehmender Kommerzialisierung bei der Academy begründeten, zog viele Hip-Hop- und Latino-Dance-Enthusiasten an, wuchs rasant und feierte auf Meisterschaften nationale und internationale Erfolge.

Jetzt hat die GDC den gleichen Schicksalsschlag erlitten wie vor knapp drei Jahren die Dance Academy. Drei Trainer – Yesim Demiran, Linda Vogel und Jasper Amani – sind ausgestiegen und zur Wassersportvereinigung (Waspo) 08 gewechselt. Dort firmiert die neue Abteilung unter den Namen „Move ʼn Dance“. Nach eigenen Angaben hätten 30 bis 40 von ihnen bislang trainierte Tänzer zugesagt, den Weg zur Waspo mitgehen zu wollen. Einen Konflikt zwischen ihren Vorstellungen von tänzerischer Vermittlung und den Zielvorgaben der GDC machen Abteilungsleiterin Demiran und ihre Mitstreiter als Hauptgrund für das Ausscheiden geltend.

Am Anfang muss ein vernünftiges Training stehen

„Wir wollten autonomer entscheiden und unser Training so gestalten, wie wir es von der Konzeption leisten können“, erläutert die mehrfache Deutsche Hip-Hop-Meisterin und Vizeweltmeisterin im Duo. „Das heißt, am Anfang muss ein vernünftiges Training stehen. Erst wenn die Grundlagen da sind, sollte man zu Meisterschaften fahren“, konkretisiert Vogel. Dafür habe man ihnen bei der GDC nicht ausreichend Zeit gelassen. Die Tänzer sollten dort möglichst schnell für Wettkämpfe fit gemacht werden.

„Solche Behauptungen entbehren jeder Grundlage“, versichert GDC-Vorsitzender Andreas Müller. „Wir lassen unseren Mitgliedern genügend Zeit sich zu entwickeln. Im übrigen belegen zwei Drittel von ihnen nur Kurse und fahren nicht zu Meisterschaften. Fakt ist, dass die drei Trainer mehr Geld wollten. Wir hatten vor, in einer Vorstandssitzung zu besprechen, was möglich ist, hatten aber vorher schon die Kündigungen im Briefkasten. Das lässt sich alles im Protokoll der Vorstandssitzung nachlesen.“ Inzwischen habe die GDC zwei neue Trainer engagiert. Die Sache sei daher erledigt. Einer der beiden neuen Trainer sei der über Deutschland hinaus bekannte Göttingen-Rückkehrer Patrick Sousa.

„Mit Wassersport haben wir nicht viel am Hut“

Auch die drei Neu-Wasporaner wollen sich voll und ganz auf ihre neuen Aufgaben konzentrieren. „Mit Wassersport haben wir nicht viel am Hut“, erwidert Demiran auf die Frage, warum sie gerade zur Waspo gegangen sind. „Der Kontakt ist über die Mutter eines Kindes zustande gekommen, das ich trainiere“, berichtet die 25-jährige Psychologiestudentin und gelernte Mediengestalterin, die seit ihrem fünften Lebensjahr tanzt und seit 2000 Trainerin für Hip Hop, Disco und Kindertanz ist. „Von Anfang an hat alles wie am Schnürchen geklappt“, zeigt sich Amani begeistert über die Zusammenarbeit. Der 22-Jährige, der eine Ausbildung als Medizinisch-Technischer Assistent absolviert, hat vor 16 Jahren in der Tanzschule Krebs mit Standardtanz begonnen und ist erst später zum Hip Hop gestoßen. Die gleichaltrige Vogel, die im siebten Semester Biologie studiert, hat erst als 15-Jährige mit Tanzen angefangen und ist mit 16 zum Hip Hop gekommen. Ihr mache vor allem die Arbeit mit Kindern unglaublich großen Spaß, „weil man viel Feedback bekommt“.

1600 Mitglieder: der zweitstärkste Göttinger Verein

Für Klaus Pense, den sportlichen Leiter der Waspo 08, hat die Aufnahme der Hip Hopper ganz praktische Gründe: „Wir sind mit mehr als 1600 Mitglieder der zweitstärkste Göttinger Verein und wollen weiter wachsen“, stellt er klar. „Unser Bestreben ist es zudem, ein möglichst breit gefächertes Programm anzubieten. Außerdem gibt es bei uns schon eine Tanzsport-Abteilung, und wie haben Erfahrung mit Hip Hop“, fügt er hinzu und überlässt es Waspo-Pressesprecher Gerd Bode, die Aussage zu erläutern: „Als Daniel Decavele Mitte der 90er-Jahre nach Göttingen kam, hat er mit seiner Gruppe bei uns eine neue Heimat gefunden. Der Ursprung des Hip Hop in Göttingen liegt also bei der Waspo.“

Tag der offenen Tür am 25. August

Für Move ʼn Dance wiederum biete ein großer Verein den Vorteil optimaler Trainingsbedingungen und -zeiten, unterstreicht Demiran. Das tänzerische Angebot für Kinder ab vier Jahren bis zu Kursen für Erwachsene soll wesentlich erweitert werden. „Neben Hip Hop gibt es Kurse für Kindertanz, Zumba, Street Dance und vieles mehr“, zählt Demiran auf. „Und wer merkt, dass Tanzen nicht sein Ding ist, hat ja bei Waspo viele Möglichkeiten, sich einen anderen Sport auszusuchen“, ergänzt Amani. Am Tag der offenen Tür am 25. August könne sich jeder ein Bild vom Move-ʼn-Dance-Angebot machen. Dann zeigt auch Ibo Sadic, mehrfacher Hip-Hop-Weltmeister und Deutscher Meister aus Hannover, sein Können.

Infos unter waspo.de

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