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Mündener Indoor-Ruderer Ledian Djekovic wird schottischer Meister

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14:00 24.11.2020
Ledian Djekovic rudert in fünf Minuten 1489 Meter – so viel schaffte in seiner Altersklasse kein Konkurrent. Quelle: Kossert
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Hann. Münden

Warm und trocken, anstatt kühl und feucht: Die Mitglieder des Mündener Rudervereins haben schon seit Jahren eine Winterbeschäftigung gefunden, die sie in der kalten Jahreszeit fit hält und Wettkampfcharakter hat: das Indoor-Rudern.

Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der MRV-Trainingsgruppe hatte Ledian Djekovic die virtuelle Reise ins Land der Clans und Dudelsäcke nach Schottland angetreten. Dank einer speziellen Rennsoftware nahmen erstmals mehr als 700 Teilnehmer aus 17 Staaten an den offenen schottischen Meisterschaften teil. Der B-Jugendliche Djekovic, der am Montag 15 Jahre alt geworden ist, konnte sich gleich von Beginn an absetzen und ruderte in den vorgegeben fünf Minuten 1489 Meter. Damit hatte er am Ende 33 Meter mehr geschafft als sein Verfolger aus Edinburgh. Lukaš Holouš verpasste mit 1384 Metern knapp die Medaillenränge.

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Packender Endspurt

Bei den 14-jährigen B-Juniorinnen gewann Clara Rommel nach einem packendem Endspurt gemeinsam mit Emma R. vom George Watson‘s College RC die Bronzemedaille. Beide ruderten in vier Minuten genau 995 Meter auf dem genormten Indoor-Rudergerät. Vanessa Woch kam als Achte ins Ziel.

Für die A-Junioren ging es über die olympische Distanz von 2000 Metern. Yannik Stadler sicherte sich hier in einer Zeit vom 6:38 Minuten die Silbermedaille in der Altersklasse 16. Lirion Djekovic gewann im Jahrgang 2003 Bronze mit 6:30 Minuten. Auch MRV-Leichtgewicht Tamino Barke durfte sich mit 7:05 Minuten über eine neue persönliche Bestzeit freuen. Carlotta Rommel landete in ihrem ersten U23-Jahr auf Rang zwölf der starken Damenkonkurrenz.

Ruderfamilie rückt zusammen

MRV-Trainer Thomas Kossert bilanzierte: „Die virtuellen Ergo-Regatten sind eine tolle Möglichkeit um sich weltweit live miteinander zu messen. Corona hat diese Entwicklung beschleunigt und die weltweite Ruderfamilie ist noch enger zusammengetreten.“

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Bereits nächste Woche wird seine Mannschaft auch bei den britischen Indoor-Meisterschaften starten und für März ist eine semi-virtuelle Version der Mündener Ergo-Nacht geplant. „Wir wollen unsere vierte Ergo-Nacht im nächsten Jahr ebenfalls für ausländische Teams öffnen, die sich dann von jedem Ort der Welt ins Bootshaus am Fährweg dazuschalten können“, sagt Kossert.

„Sehr spannendes Segment“

Den Ruderern ist es erlaubt in Zweiergruppen zu trainieren. „Wir sind in ständigem Austausch mit dem Ordnungsamt“, berichtet der Trainer. Bei den virtuellen Wettkämpfen im Vereinshaus werde sich an ein Hygienekonzept gehalten, auf Abstand geachtet und während der einzelnen Rennen ständig durchgelüftet.

„Normalerweise ist es bei den Indoor-Wettkämpfen in den Sporthallen sehr eng, durch die virtuelle Variante haben wir jetzt ganz andere Möglichkeiten. Einige sind auch zu Hause im Wohnzimmer oder in der Garage gerudert – und das weltweit“, berichtet Kossert, der die Indoor-Variante des Ruderns als ein „sehr spannendes Segment“ bezeichnet. Die Ruderer seien noch nicht ganz so weit wie die Radfahrer, bei denen es schon Anstiege am Berg und virtuelle Überholvorgänge gebe. Seine jungen Sportler sehen auf dem Bildschirm Boote, die nebeneinander fahren. „Regatten sind ja nun mal nicht möglich, da gibt es so wenigstens ein gewisses Wettkampfgefühl.“ Und wenn diese Wettkämpfe dann auch noch erfolgreich enden, macht das Training zwischendrin gleich noch viel mehr Spaß.

Von Kathrin Lienig