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NTB-Ehrenmitglied: Göttingerin Angelika Wolters hat ein Herz für die Basis

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12:32 09.11.2021
Angelika Wolters wurde beim Landesturntag von NTB-Präsident Heiner Bartling zum Ehrenmitglied ernannt.
Angelika Wolters wurde beim Landesturntag von NTB-Präsident Heiner Bartling zum Ehrenmitglied ernannt. Quelle: NTB/Lars Kaletta
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Göttingen/Osnabrück

Der größte Sportfachverband Niedersachsens hat beim Landesturntag in Osnabrück Bilanz gezogen, gewählt und geehrt. Dabei standen auch zwei Präsidiumsmitglieder aus Göttingen im Fokus, die sich schon seit vielen Jahren im Niedersächsischen Turner-Bund (NTB) engagieren beziehungsweise engagiert haben.

Christoph Hannig, Vorsitzender des Tuspo Weende, wurde von den knapp 200 Delegierten für weitere vier Jahre im Amt des Vizepräsidenten bestätigt, ebenso wie der Präsident Heiner Bartling (Rinteln). Er führt den Verband bereits seit 2004.

Unerwartete Auszeichnung

2004 hatte auch Angelika Wolters begonnen, im Präsidium des NTB mitzuarbeiten. 15 Jahre lang – bis 2019 – engagierte sich die 72-Jährige auf Landesebene. In Osnabrück wurde sie von Bartling zum Ehrenmitglied ernannt. „Das kam unerwartet und hat mich schon gerührt. Aber geweint habe ich nicht“, berichtet sie.

Vor ihrem Engagement auf Landesebene hatte die Übungsleiterin nicht nur ihre Vereinsgruppen im ASC 46 Göttingen und einen Vollzeitjob unter einen Hut gebracht, sondern auch noch 16 Jahre lang den Turnkreis Göttingen geführt. Während ihres Engagements im Landesfachverband der Turner galt ihr besonderes Augenmerk der Basis. „Ich habe immer darauf geachtet, dass wir auch die kleineren Vereine mitnehmen und an die Übungsleiter denken“, sagt Wolters, die in den Jahren ihrer Amtszeit viel gereist ist. „Ich war bei Vereinsjubiläen und habe Festvorträge gehalten und habe Kreisturntage besucht. Das letzte Jubiläum hat mich 2019 noch einmal nach Bad Bentheim geführt“, erinnert sie sich.

Wichtig war ihr auch die Mitarbeit im Gremium des Landessportbundes (LSB), das sich mit sexualisierter Gewalt im Sport befasst hat. „Auch für dieses Thema bin ich durchs Land getourt und habe versucht zu sensibilisieren.“ Anfangs habe sie sich immer wieder anhören müssen, dass das in den Vereinen kein Thema sei. „Mir ging es darum, wach zu rütteln.“

Respekt fürs Ehrenamt

Das „Freiwilligen-Management“ gehörte auch zu Wolters’ Aufgaben im NTB-Präsidium. „Ehrenamtliche müssen pfleglich behandelt werden, ihnen sollte Anerkennung und Respekt entgegen gebracht werden“, hat sich die aus einer Turnerfamilie stammende Sportlerin auf die Fahnen geschrieben. Vielleicht auch, weil sie über Jahrzehnte selbst ehrenamtlich tätig war.

Turnen und ehrenamtliches Engagement wurden Wolters quasi in die Wiege gelegt: Ihr Vater war Turner, Übungsleiter im Jungenturnen und Prellballspieler bei der TG, einem der ASC-Stammvereine. „Ich habe versucht, klassisch zu turnen“, sagt die ehemalige Turnkreis-Vorsitzende mit einem Augenzwinkern, Prellball habe sie auch gespielt, ehe sie in den 1980er Jahren die Gymnastik für sich entdeckt hat und seitdem auch eine Gruppen leitet.

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Neben den NTB-Aktivitäten leitet Wolters die Turnabteilung des ASC 46 mit etwa 1400 Mitgliedern schon seit Jahren. „Das habe ich übernommen, als ich in Rente gegangen bin“, erzählt die ehemalige Verwaltungsangestellte der Personalverwaltung, die fast 40 Jahre bei der Universitätsmedizin Göttingen beschäftigt war.

Vormittage gehören den Sportgruppen

Inzwischen ist sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und leitet vormittags in ihrem Stammverein Gruppen, in denen sie vor allem ältere, „aber zum Teil noch sehr fitte Menschen“ bewegt. Dort gehe es gemütlicher zu, anstrengend sei es aber trotzdem. Zweimal Wassergymnastik, funktionelle Gymnastik und das Angebot „Rollator fit“ stehen in den Vormittagsstunden auf Wolters’ wöchentlichem Plan. „Der Rollator ist kein Feind, sondern ein supertolles Gerät. Wer den erfunden hat, sollte einen Nobelpreis bekommen“, erzählt sie aus der Praxis.

Und weil sie jetzt nicht mehr abends ihre Gruppen betreut, bleibt Zeit für ihre Kultur-Leidenschaft: Konzerte und Theater. Beim Event „Sport meets Music“ Ende November in der Sparkassen-Arena hat die sportliche Rentnerin dann Gelegenheit, zwei ihrer Passionen miteinander zu verbinden. Sie hilft hinter den Kulissen – natürlich als Ehrenamtliche.

Von Kathrin Lienig