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Regional Noah Scherpenbach kennt alle Seiten des Basketballs
Sportbuzzer Sportmix Regional Noah Scherpenbach kennt alle Seiten des Basketballs
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18:00 23.07.2019
Für seinen Verein ist er unverzichtbar: Noah Scherpenbach ist unter anderem als Trainer, Schieds- und Kampfrichter ehrenamtlich aktiv. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Der Stadtsportbund (SSB) zeichnet regelmäßig Jugendliche und junge Erwachsene für ihr ehrenamtliches Engagement als „Soziale Talente“ aus. Eine Tageblatt-Serie gibt Einblicke in die Arbeit der jungen Leute in den Vereinen. Heute: Noah Scherpenbach vom ASC 46 Göttingen.

Er kennt alle Seiten seines Sports, von der Regionsebene bis zur Bundesliga: ASC-Basketballer Noah Scherpenbach ist Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Kamprichter, Funktionär, manchmal auch Wischer – und das im Alter von 15 Jahren.

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Der Schüler der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule hat fast nur Basketball im Kopf. Vor einigen Jahren begann er als Spieler beim ASC 46. Mittlerweile ist er seit drei Jahren zusätzlich Trainer einer U12-Mannschaft. Wie er sich entschloss, im Alter von gerade mal zwölf Jahren zu coachen? „Bei uns im Verein wurden Trainer gesucht. Ich dachte mir, ich möchte auch mal die andere Sicht auf Basketball sehen“, erinnert sich Scherpenbach. „Trainer fallen nicht vom Himmel. Wenn man in der Jugend selbst spielt, kann man also mal was zurückgeben“, sagt der Schüler.

Schiedsrichter in der zweithöchsten Spielklasse

Dann kam noch der Job des Schiedsrichters hinzu: Alle Trainer des Vereins sollten den Schiedsrichterschein erwerben. Scherpenbach wollte aufgrund seines Alters keine „Sonderbehandlung“. Und das obwohl man eigentlich erst im Alter von 16 Jahren Basketball-Schiedsrichter werden kann. Dieses Alter hat Scherpenbach immer noch nicht erreicht, pfeift mittlerweile aber schon Partien der Regionsoberliga, der zweithöchsten Spielklasse in Niedersachsen.

„Jetzt bin ich in einer Luxussituation, alle Seiten des Spiels zu kennen. Das ist manchmal sehr hilfreich“, sagt der 15-Jährige, der auch Kampfrichter ist. In dieser Funktion tritt er unter anderem bei der BG Göttingen und den flippo Baskets BG 74 in den Bundesligen der Männer und Frauen auf. Als wäre das nicht schon genug, wischt er gelegentlich auch bei den Heimspielen der Veilchen.

Im Jugendausschuss des Verbandes der Jüngste

„Ich fand es interessant, früh schon Verantwortung zu übernehmen. In der Mannschaft bin ich dadurch der, der alles weiß, der viele Leute kennt“, sagt Scherpenbach, der sich nicht nur im Verein, sondern auch im Verband engagiert. Er ist Mitglied des Jugendausschusses des Niedersächsischen Basketballverbandes (NBV). Dort ist er mit Abstand der Jüngste, aber das ist er gewohnt: „Ich bin überall der Jüngste, das ist nicht mehr so schlimm“, sagt Scherpenbach. Im Gegenteil: „Ich habe häufig das Gefühl, dass die Leute ganz schön dankbar sind, dass ich das mache.“

All diese Aufgaben nehmen viel Zeit in Anspruch. „Es hilft enorm, sich zu organisieren. Jeden Montag sitze ich da und strukturiere die Woche“, sagt Scherpenbach. An den Wochenenden bleibt ihm oft keine Zeit für etwas, das nicht mit Basketball zu tun hat. „Manchmal, das gebe ich zu, ist es schon etwas viel Verantwortung, da frage ich mich schon, ob ich das schaffe, aber wenn ich es dann geschafft habe, bin ich zufrieden“, sagt der 15-Jährige.

Mehr junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern, könne gelingen, indem man „gezielt auf die Leute zugeht“. Scherpenbach ruft dazu auf, sich einzubringen: „Ohne uns Freiwillige geht es nicht: Es muss einen Trainer, einen Schiedsrichter und ein Kampfgericht geben.“

Von Filip Donth

23.07.2019
23.07.2019
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