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Regional Nörten-Hardenberg: Erst Sturz, dann Sieg beim Distanzritt um den Mittelpunkt Deutschlands
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17:22 12.08.2013
Entspannt und locker vor der Zielankunft: Ulrike Schäfer (links) und Johannes Barth. Quelle: Theodoro da Silva
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Nörten-Hardenberg

Aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Belgien sind sie für die Königsdisziplin der Distanzreiter gekommen. An einem Tag wollen sie 100 Meilen (162 Kilometer) reiten. Mit Applaus schicken die Mitglieder der Ground Jury und die Helfer die Reiter auf die längste der acht Strecken. Schnell sind sie hinter einer Bergkuppe verschwunden. Erst am späten Nachmittag werden sie zurückerwartet.

Bunte Farbtupfer

Als bunte Farbtupfer im satten Grün sind die gelben, orangenen, roten und blauen Plastikeimer auf einer Wiese verteilt und fassen alles, was Pferd und Reiter brauchen. Dort, wo beim Burgturnier der Parkplatz ist, ist das Vet-Gate für die Tierarzt-Kontrollen eingerichtet. Bei den Touren in der Länge von 40 bis 160 Kilometer werden die Pferde regelmäßig untersucht. Geht der Puls zu schnell oder laufen sie nicht taktrein, werden sie aus dem Rennen genommen.

„Ich habe viele 100-Meiler geritten“, erzählt Ann Mayer. Die Engländerin, die in  Donaueschingen wohnt, agiert diesmal als Präsidentin der Ground Jury für die langen Distanzen. Wie die rund 80 Reiter kommen auch die Offiziellen und Helfer aus ganz Deutschland und anderen Ländern. „Ihr Pferd ist Ihr bester Freund, wenn Sie solche Ritte machen“, sagt Mayer. Etwa drei Jahre brauche ein Reiter, um sein Pferd aufzubauen und es für Wettkämpfe fit zu machen.

Zeit für einen Kaffee

120 Kilometer wollen Manuela Schöffel-Skorepa aus Baden-Württemberg und Iris Werron aus dem Saarland hinter sich bringen. Sie starten um 7 Uhr und nehmen sich mit ihren Trossern Mimi Hoffmann und Marco Oliviero noch Zeit für einen Kaffee im Verpflegungszelt. Um 4.45 Uhr sind die Freundinnen aufgestanden. Ihre Pferde sind seit der Ankunft am Vortag im Stallzelt für die internationalen Ritte untergebracht und haben die Voruntersuchung am Anreisetag ohne Probleme überstanden. Vor der großen Strecke hätten sie jetzt nur eine „kleine Stärkung“ bekommen, erzählt Schöffel-Skorepa: etwas Hafer, Heu und Wasser. Am Vorabend habe es die Hauptmahlzeit gegeben. Entscheidend ist für Schöffel-Skorepa und Werron, dass die Pferde sicher ankommen. Auf Sieg ritten sie nicht von Anfang an. Erst wenn sie merkten, dass es gut laufe, gingen sie in die Konkurrenz.

Reiterin wird abgeworfen

Um 6.30 Uhr wird gesattelt. Erst kurz vor dem Startzeichen steigt Schöffel-Skopera auf ihren Araber Malo. Der Hengst Ba‘ Kenz lässt Werron seine Unruhe spüren. Doch die beiden Reiterinnen lassen sich auch nach dem Startsignal noch Zeit. Zum Glück, denn die Reiterin mit der Startnummer 128, Anna-Lena Weiershäuser, wird abgeworfen. Die Freundinnen bleiben zurück, bis sie wieder auf dem Pferd sitzt. Dann sind auch sie schnell hinter der Bergkuppe verschwunden.

Zum Sieg reicht es für sie nicht. Aber Schöffel-Skorepa freut sich über den zweiten Platz hinter Weiershäuser, die sich von ihrem Sturz schnell erholt hat und das Rennen noch für sich entscheidet. Werron kommt als Sechste ins Ziel. Insgesamt zeigt sich Organisatorin Juliette Mallison sehr zufrieden mit dem Verlauf des Ritts, obwohl einige Reiter und Helfer wegen der Einschulung am Sonnabend nicht dabei sein konnten. Gutes Wetter, ideales Ambiente insbesondere für das Jungpferde-Championat. Sogar zwei Fahrer waren diesmal dabei. Ärgerlich für etliche Reiter auf den langen Strecken: Ein Spaßvogel hatte auf der Runde um Bühle den Weg ummarkiert und sie so in die Irre geführt. Bei einigen führte das sogar dazu, dass sie aufgaben.

Von Ute Lawrenz

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