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Olympiasiegerin Schneider siegt bei Bettenröder Dressurtagen

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14:36 13.07.2020
Marion Loew (Hof Bettenrode) belegt in der abschließenden S*-Prüfung Prix St. Georges mit Dantez den zweiten Platz. Quelle: Helge Schneemann
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Bettenrode

Mehr als 700 Nennungen hatte die 16. Auflage der Bettenröder Dressurtage, die am Sonntag zu Ende gingen, zu verzeichnen – mehr als sonst. Die Dressurtage, bei denen wieder einmal Weltklassereiter und -pferde zu sehen waren, werden wahrscheinlich als Corona-Turnier in die Historie eingehen, denn Zuschauer waren nicht erlaubt. Lediglich 50 Gäste durften sich auf der Anlage umsehen, geladene Zuschauer oder Sponsoren. Sie erlebten eine Olympiasiegerin, die in Bettenrode Premiere feierte und unbedingt wiederkommen möchte.

Dorothee Schneider holte 2016 in Rio mit der deutschen Equipe Mannschaftsgold und liegt momentan mit ihrem Erfolgspferd Showtime auf Rang drei der Weltrangliste. Auf dem Hof Bettenrode führte sie unter anderem den achtjährigen Villeneuve vor, mit dem sie sich am Sonntag mit einem Ergebnis von 77,22 Prozent bei der Finalqualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal durchsetzte. „Er hat Charme in Bewegung, Schritt und Galopp, genügend Geist und Lust, sich zu bewegen“, urteilte Schneider im Siegerinterview.

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Dorothee Schneider siegt bei der Burgpokal-Finalqualifikation. Quelle: HS

Es sei ein Genuss gewesen, in Bettenrode zu reiten, sie danke für die tollen Bedingungen, ergänzte Schneider im Interview. Im Gespräch mit Turnierveranstalter und Hof-Betreiber Philipp Hess ließ sie durchblicken, dass sie die Dressurtage zukünftig auf der Agenda haben werde. „Wenn man hier hoch fährt, denkt man, man fährt ins Nirgendwo, und plötzlich steht man vor dieser Anlage“, schwärmte sie.

Viele Teilnehmer hätten sich dankbar gezeigt, dass sie sich überhaupt wieder im Wettkampf messen konnten, berichtete Hess, der von einer „exorbitant hohen sportlichen Qualität“ sprach. „Die Reiter lechzten regelrecht nach ihrem Sport.“ Nicht umsonst seien Rekorde gepurzelt: Neben den mehr als 700 Nennungen waren in den Boxen und Stallzelten 180 Pferde untergebracht, 40 Lkw standen auf dem Gelände, „so viele wie noch nie“.

Zwei Prüfungen werten Dressurtage zusätzlich auf

Die gute Resonanz war auch der Tatsache geschuldet, dass mit den Qualifikationen zum Louisdor-Preis und zum Piaff-Förderpreis, der kurzfristig wegen der Corona-Pandemie dazukam, zwei weitere attraktive Prüfungen für Nachwuchspferde und -reiter ins Programm aufgenommen worden waren. Hess und Helfer waren zwar froh über die rege Teilnahme, an Arbeit mangelte es dem Ausrichter aber nicht: Allein am vergangenen Mittwoch, dem ersten Turniertag, sei ein 13-stündiges Programm zu bewältigen gewesen.

Dazu kam das Hygienekonzept, das zusätzlichen personellen Einsatz erforderte. Die Vorgaben waren streng: Reiste ein Reiter mit zwei Pferden an, durfte er maximal einen Betreuer mitbringen, bei mehreren Pferden erhöhte sich die Zahl entsprechend. Bei der Siegerehrung wurde penibel darauf geachtet, dass der Mindestabstand gewahrt bleibt. „Am Ende waren wir erleichtert, dass alles gut gegangen ist“, resümierte Hess.

Wer ein Turnier wie die Bettenröder Dressurtage veranstaltet, lebe von Zuschauereinnahmen, aber auch von Sponsorenunterstützung, Nenn-, Start- und Boxengeldern, wie Hess erläuterte. Kurzfristige Sponsorenausfälle seien in der Zeit der Corona-Krise nicht so einfach zu verkraften, die Situation wirkte sich naturgemäß auf den Betrieb aus. Hess: „Wir haben schon versucht, den Gürtel enger zu schnallen.“

Ein Dreh, um die Nachfrage zu befriedigen und eine entsprechende Resonanz zu erzielen, war der Fokus auf die Internet-Präsenz und vor allem den Livestream. „Wir haben versucht, das Turnier medienwirksam zu gestalten“, berichtet Hess – mit Erfolg: Die Klickzahlen sprachen für sich, und am Sonntag um 7.30 Uhr sei die erste Mail eingetrudelt: „Ihr seid nicht live!“, habe einer geschrieben, wie der Hofbetreiber amüsiert berichtete.

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Von Eduard Warda