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Regional Paulina Wüstefeld (LG Eichsfeld) verbindet Studium und Sport in den USA
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Paulina Wüstefeld von der LG Eichsfeld verbindet Studium und Sport in den USA

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18:08 19.05.2021
Paulina Wüstefeld verbindet in den USA Studium und Laufsport.
Paulina Wüstefeld verbindet in den USA Studium und Laufsport. Quelle: foto: Western Illinois University
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Eichsfeld

Paulina Wüstefeld hat im vergangenen Jahr einen großen Schritt gewagt: Die Leichtathletin der LG Eichsfeld entschloss sich im Corona-Sommer 2020 zu einem Studienort-Wechsel. Nach Beendigung ihres Bachelor Studiengangs im Fach Psychologie in Göttingen wollte sie hinaus in die weite Welt und bewarb sich für ein Stipendium in den USA, um dort ihren Master-Abschluss zu machen. Gelandet ist die 23-Jährige in einer Kleinstadt in Illinois.

„Ich wollte einfach einmal woanders leben. Und da war der Bachelor-Abschluss eine gute Möglichkeit zu wechseln. Ob ich das nach einem Studium auch noch gemacht hätte, weiß ich nicht.“ Bei verschiedenen Agenturen hat sich die Mittelstrecken-Läuferin schlau gemacht, ob sie eine Chance auf ein Stipendium habe. Die Rückmeldungen waren positiv, sodass sie angefangen hat, sich nach einen Studienplatz umzusehen. „Ich wurde von vielen Trainern kontaktiert, aber nicht alle konnten mir einen Master-Studiengang in Psychologie anbieten. Am Ende waren es drei, vier Trainer, die in die engere Auswahl gekommen sind“, erzählt Wüstefeld. Entschieden hat sie sich dann für den Coach und die Universität, die sich als erstes bei ihr gemeldet hatte. „Mit dem Trainer hatte ich gleich ein sehr gutes Gespräch.“

Studium in einer Kleinstadt

Gelandet ist die Gieboldehäuserin schließlich in Macomb, einer knapp 20.000 Einwohner zählenden Kleinstadt, dreieinhalb Autostunden südwestlich von Chicago. Gut 13.000 Studierende sind an der Western Illinois University eingeschrieben, die Läuferin ist jetzt eine von ihnen. Erst zwei Wochen vor dem geplanten Abflug, konnte sie sicher sein, dass auch alles klappen würde. „Ich saß dann in einem der ersten Flieger, in denen Studierende von Deutschland aus in die USA mitfliegen durften.“

Paulina Wüstefeld Quelle: Western Illlinois University

Das Ankommen dort sei wegen der Corona-Pandemie „anders“ gewesen. Wüstefeld hat sich für das Wohnen auf dem Campus entschieden, lebt dort mit einer Jamaikanerin aus dem Leichtathletik-Team zusammen. „Ich wollte nicht in einem leeren Zimmer ohne Bett ankommen, deshalb habe ich mich für ein Wohnheim entschieden“, erzählt die LGE-Läuferin. Corona habe die sportliche Planung total verändert, es gab in der Herbstsaison keine Wettkämpfe. Der Trainer hat interne Challenges organisiert. „Damit wir Sportler überhaupt wissen, wo wir stehen“, erzählt die Eichsfelderin. Rückblickend sei dieser „softe Einstieg“ aber gar nicht so schlecht gewesen. „Ich habe mich erst einmal auf die Sprache und das Studium konzentriert, das auf den Forschungsbereich ausgelegt ist. Hier läuft viel nach Stundenplan. Es ist genau vorgegeben, was gemacht werden muss. Außerdem besteht der Großteil aus Selbststudium. Ich lese viel und muss Paper schreiben.“

Weihnachtsbesuch abgesagt

Soziale Kontakte hat Wüstefeld hauptsächlich durch den Sport gefunden. Das Impf-Angebot der Universität hat sie angenommen und ist froh darüber, dass sie jetzt im Mai ohne Einschränkungen nach Deutschland einreisen kann. Einen Heimatbesuch zu Weihnachten hatte sie abgesagt.

Start in die Freiluftsaison

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An sechs Tagen pro Woche steht Lauftraining für die 23-Jährige an, den siebten Tag nutzt sie entweder zur Regeneration oder geht Schwimmen. Etwa 15 Stunden investiert sie für die acht Laufeinheiten sowie das Kraft- und Ausdauertraining. Während der kurzen Hallensaison ist Wüstefeld erstmals die Meile gelaufen und war zufrieden mit ihren Zeiten. Bei den Hallenwettkämpfen war sie Zehnte der Conference über 1500 Meter, an der acht Universitäten beteiligt waren. „Ich wäre gern unter die besten Acht gelaufen, dann hätte ich für mein Team gepunktet“, sagt sie. Mit der Sommer-Conference ist am vergangenen Wochenende das Semester zu Ende gegangen. Das Team musste acht Stunden mit dem Bus zum Wettkampf fahren, Wüstefeld wurde Zwölfte in einer Zeit von 4:47,55 Minuten über 1500 Meter.

Ihren besten Wettkampf lieferte sie zum Start in die Freiluftsaison in Terre Haute (Indiana), als sie nach 4:38,47 Minuten über die Ziellinie lief und ihre Bestzeit über 1500 Meter aus dem Jahr 2019 gleich um fünf Sekunden steigerte. Wenn Wüstefeld, die nach dem letzten Uni-Wettkampf noch einige Tage – auf Einladung eines Leichtathletik-Teamkameraden – in Chicago verbracht hat, am Ende dieser Woche zurück im Eichsfeld ist, wird sie sich sicher wieder mit ihrem LGE-Trainer Olaf Waida verabreden, in dessen Gruppe sie schon zehn Jahre trainiert hat.

Paulina Wüstefeld kann auch 5000 Meter: Den Silvesterlauf 2018 am Seeburger See gewann sie über diese Distanz. Quelle: Swen Pförtner

Mit 13 Jahren hatte sie sich auf das Laufen spezialisiert. Dass es die Mittelstrecke geworden ist, dafür hat die Läuferin eine Erklärung: „Für 800 Meter bin ich nicht sprintstark genug. 1500 Meter kann man flott, aber auch taktisch laufen. So ein Lauf ist auch nicht zu schnell vorbei. Es gibt mal ein paar Schubser und das Training ist sehr vielfältig.“

Von Kathrin Lienig