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Regional Premieren-Klatsche, die nicht weh tut
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18:49 08.08.2011
Das war wohl nichts: RSV-Torjäger Özkan Beyazit dreht nach vertaner Chance ab.
Das war wohl nichts: RSV-Torjäger Özkan Beyazit dreht nach vertaner Chance ab. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Endlich wieder höherklassiger Fußball in Göttingen und dazu noch in einer richtigen Arena – bereits am heutigen Dienstag ist es wieder soweit: Im Achtelfinale des NFV-Pokals empfängt der RSV nach seinem Erstrunden-Freilos den Ligakonkurrenten VfV Borussia Hildesheim. Der Anstoß wurde von 19 auf 18.45 Uhr vorverlegt.

Auch 05-Rivale SVG spielte noch bis zum vergangenen Frühjahr in der Oberliga, allerdings in der Zeit vor der Zusammenlegung der Staffeln Ost und West. Meisterschaftskandidat Cloppenburg demonstrierte am Sonntag eindrucksvoll, wie viel stärker die eingleisige Oberliga in der Spitze ist – ein ähnlich starkes Team hat man in der Oberliga-Saison 2009/10 im SVG-Stadion am Sandweg nicht zu Gesicht bekommen. Körperlich und spielerisch eindeutig im Vorteil, holte der BV die Göttinger Himmelsstürmer vom RSV auf den Boden zurück. „Jetzt wissen wir, wo wir stehen“, sagte Verteidiger Christian Horst. Der Sprung von der Landesliga zur Oberliga, das musste den Göttinger Verantwortlichen nach dem Abpfiff klar sein, ist ein Riesensatz.

„Ich bin mir aber sicher, dass in Göttingen noch einige Teams Punkte liegen lassen werden“, lautete das freundliche Lob von Cloppenburgs Trainer Jörg-Uwe Klütz. Nicht verborgen bleiben konnte jedoch RSV-Coach Jozo „Jelle“ Brinkwerth, dass seine Mannschaft über die Flügel anfällig ist und kein Offensivkonzept hat. Unter Berücksichtigung, dass Benjamin Hossmang als linker Verteidiger körperlich nicht auf der Höhe war und mit dem schnellen Paul Kosenkow einen pfeilschnellen Gegenspieler hatte, „hat er das gar nicht so schlecht gemacht“, resümiert Brinkwerth am Tag danach und nimmt die beiden Mittelfeld-Außen Nicola Grimaldi und Gerbi Kaplan in die Pflicht. Die Außenverteidiger Alexander Burkhardt und Hossmang seien „öfter auf sich allein gestellt“ gewesen, hätte sich der Coach eine bessere Defensivarbeit der Offensivspieler gewünscht, „auch wenn das nicht ganz so einfach war“. Zudem hätten es die Stürmer „nicht so im Verbund geschafft“, den Gegner unter Druck zu setzen. „Wir sind durchaus in der Lage, eine bessere Leistung abzuliefern und uns nicht nur 40 Minuten, sondern 90 Minuten zur Wehr zu setzen.“

Gegen Hildesheim, das in der vergangenen Oberliga-Rückrunde Cloppenburg mit 2:1 geschlagen und sich in der ersten Pokalrunde mit 3:0 beim Landesligisten Freie Turner Braunschweig durchgesetzt hat, fällt neben dem am Sonntag schmerzlich vermissten Robert Huck sowie Lorenz Brudniok und Erkan Coskun auch Hossmang aus, der wegen Urlaubs zwei Wochen fehlt. Wahrscheinlich ist, dass hinten links Daniel Washausen spielt, Nicola Grimaldi in den Sturm rückt, und Kapitän Erol Saciri zusammen mit Patric Förtsch die Sechser-Positionen bekleidet. „Erol kann Bälle behaupten, muss in diesem Fall aber auch defensiv mehr machen. Das mit Nicola im Mittelfeld hat nicht ganz so funktioniert, er ist in der Spitze besser aufgehoben“, sagt Brinkwerth. Für die vakante Außenposition ist Mazlum Dogan der heißeste Kandidat.

„Hildesheim steht defensiv sehr gut, da wird Beton angerührt. Es ist ein ähnliches Kaliber wie Cloppenburg“, sagt Brinkwerth über den heutigen Gegner im lukrativen NFV-Pokal – rund 3000 Euro sind dem RSV schon sicher. Die Offensive werde sich auch gegen die Borussia nicht entscheidend durchsetzen können, erwartet der RSV-Coach. Alternativkonzept sei frühzeitiges Stören und schnelles Umschalten. „Wir dürfen im Spielaufbau nicht mehr so unter Druck geraten“.

Knapp 1100 Zuschauer wie am Sonntag werden heute Abend wohl nicht ins Jahnstadion strömen. Eins ist jedoch seit dem Punktspielauftakt klar: Pflichtspiele in der größten Göttinger Arena machen Spaß, egal wie sie ausgehen – vorerst: Der RSV 05 hat bei den Zuschauern noch Schonfrist.

Von Eduard Warda