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Regional „ProSport Göttingen“ will Nachwuchstalente in der Region fördern
Sportbuzzer Sportmix Regional „ProSport Göttingen“ will Nachwuchstalente in der Region fördern
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19:46 17.10.2018
Mit einem starken und attraktiven Spitzensport soll insgesamt auch die Region als Lebensraum gestärkt werden.
Mit einem starken und attraktiven Spitzensport soll insgesamt auch die Region als Lebensraum gestärkt werden. Quelle: Alciro Theodoro da Silva
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Göttingen

Gesellschafter sollen die Stadt und der Landkreis Göttingen sowie die Universität Göttingen werden.

Die Entwicklungsmöglichkeiten für Leistungssportler in Stadt und Region Göttingen seien sehr begrenzt, erklärt Wolfgang Buss. Der ehemalige Professor am Göttinger Institut für Sportwissenschaften hat mit einer Gruppe „sportinteressierter und sportaffiner Menschen“, wie er sagt, das innovative Projekt „ProSport Göttingen“ erdacht und entwickelt.

Es mangele an ausreichenden Finanzmitteln für die Ausrüstung und die Wettkampfteilnahme der Athleten. Trainingsgelegenheiten stünden nicht ausreichend zur Verfügung. Die professionelle Betreuung der Leistungssportler sei nur in Ausnahmefällen gegeben. Die Folge nach Angaben von Buss: „Die Talente müssen oft in etablierte Leistungszentren wie beispielsweise in Hannover wechseln und ihre Familie verlassen. Sie gehen uns dadurch ständig verloren.“ Das müsse unbedingt verhindert werden. Der Leistungssport in der Region sei „nur noch teilweise konkurrenzfähig“.

Schlagkräftige Leistungssportregion aufbauen

Mit einer noch zu gründenden Gesellschaft „ProSport Göttingen“ wollen Buss und seine Mitstreiter gegensteuern. Diese soll „durch gezielte Akquisition von Finanzmitteln und einem verbesserten, professionellen Management in der Betreuung von Athleten mithelfen, die bestehenden Defizite abzubauen und mittelfristig zum Aufbau einer schlagkräftigen Leistungssportregion beitragen“ – in Ergänzung und in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden.

Davon profitierten nicht nur die Talente, sondern auch die Region, so Buss, „da ein erfolgreicher Spitzensport auch das Freizeit- und Unterhaltungsangebot nachhaltig befördert und zugleich die Identifizierung mit Göttingen beziehungsweise Südniedersachsen in erheblichen Maße unterstützt werden kann“. Buss: „Wer hat Leimen gekannt, bevor Boris Becker kam?“

Überdurchschnittliche sportliche Begabung

Gefördert werden sollen nach Angaben des Sportwissenschaftlers diejenigen Talente im Nachwuchsbereich des Sports, „die eine überdurchschnittliche und entwicklungsfähige sportliche Begabung besitzen“, und zwar vom Kindesalter bis hin in den Jugend- und Juniorenleistungsbereich. Zudem sollen erwachsene Sportler unterstützt werden, „die in ihren Disziplinen bereits Spitzenleistungen zeigen oder zukünftig erwarten lassen“, erklärt Buss.

Und noch eines sei wichtig: Für „ProSport Göttingen“ bedeute regionale Spitzensportförderung kein Zurückziehen aus dem Breitensport, sondern im Gegenteil ein Mitziehen des Breitensports von Beginn an. „Nur über sichtbare Leistungsträger aus der Region, die nicht abwandern müssen und mit denen sich junge Nachwuchstalente identifizieren können, werden die Anreize geschaffen, auch Kinder und Jugendliche für den Leistungssport zu begeistern.“

„Drei große Player“ sollen sich beteiligen

Gesellschafter der noch zu gründenden gGmbH sollen die Stadt und der Landkreis Göttingen sowie die Universität Göttingen werden. „Drei große Player, die Seriosität versprechen und ein großes Gewicht haben bei Verhandlungen mit potenziellen Sponsoren“, erklärt Buss.

Die drei Gesellschafter müssten einmalig die Einlage von insgesamt 25000 Euro und eine Stelle für die Geschäftsführung während der Anlaufphase der Gesellschaft finanzieren, für die pro Jahr, aber maximal für die Dauer von drei Jahren 36000 Euro angesetzt sind. Der hauptamtliche Geschäftsführer soll sich dann um die Akquise von Finanzmitteln kümmern.

Die Universität habe bereits eine entsprechende Absichtserklärung abgegeben, Mitglied in der Gesellschaft werden zu wollen, sagt Buss. Den Part der Stadt würde die Göttinger Sport und Freizeit GmbH übernehmen, wie deren Geschäftsführer Alexander Frey sagt. Das sei zwar ein kleines Abenteuer, weil das Projekt Pilotcharakter habe. „Angesichts der Problematik halten wir ein Engagement aber für sinnvoll.“ Der Kreistag und der Rat der Stadt haben nun das letzte Wort.

Von Andreas Fuhrmann