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Regional RSV 05 lässt sich von Leipzig nicht überrennen
Sportbuzzer Sportmix Regional RSV 05 lässt sich von Leipzig nicht überrennen
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19:13 22.07.2009
Temporeiches Testspiel: der Leipziger Michael Lerchl (l.) gegen den RSVer Eike Schneemann.
Temporeiches Testspiel: der Leipziger Michael Lerchl (l.) gegen den RSVer Eike Schneemann. Quelle: Pförtner
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Hardy Grüne, im Eichsfeld lebender Autor von Fußballbüchern, ist nicht wegen Rasenballsport (abgekürzt RB, nicht von ungefähr genauso wie der Sponsor Red Bull) Leipzig da, sondern wegen seiner 05er. Grüne steht der Kommerzialisierung des Fußballs kritisch gegenüber – und damit auch jenem unlängst aus der Taufe gehobenen Verein, der mit Red-Bull-Millionen sowie Ex-Profis von der kommenden Saison an den Weg der TSG Hoffenheim nachzeichnen will. In Teistungen haben Zuschauer ein Transparent aufgehängt: „Auf der Zunge den Verein, in den Augen nur den Dollarschein. F… RB“, ist dort zu lesen. „Das wird ein Eventverein werden“, sagt Grüne.

250 Neugierige haben sich zum Spiel gegen den RSV 05 eingefunden, bewacht werden sie von 25 Polizisten. „Wir hatten andere Infos“, entschuldigt Einsatzleiter Hans-Otto Rehberg, 1. Polizei-Hauptkomissar aus Heiligenstadt, das massive Aufgebot. Befürchtet worden seien Ausschreitungen sächsischer und Göttinger Fans. Nun ist von Leipziger Hooligans weit und breit nichts zu sehen, und die 05er bleiben wie immer friedlich. Während der Partie zieht Rehberg das Gros der Beamten ab.

Schneller Beginn von Leipzig

Leipziger überrennen den RSV 05 somit lediglich auf dem Platz, und das auch nur in den ersten Spielminuten. Keeper Doods und das Aluminium vereiteln jedoch bei Tempovorstößen der Sachsen einen frühen Rückstand. Im Verlauf der Partie kristallisiert sich Patrick Bick – in der vergangenen Saison noch für Zweitligist SV Wehen Wiesbaden aktiv – als agilster Rasenballsportler heraus. Solide der ehemalige HSV-Verteidiger Ingo Hertzsch, heute RB-Kapitän.

Die Startoffensive Leipzigs ist schnell verpufft, und der RSV 05 kann sich befreien. Herausragend agiert Sascha Dierks als rechter Verteidiger. Tore fallen erst nach der Pause: Höfler trifft dreimal für Leipzig, aber auch für die RSV-Fans ist etwas dabei – Mohammad Mohebieh erzielt per Sonntagsschuss das 1:1.

Als „sehr ordentlich“ stuft Ex-05-Präsident Stefan Holthusen die Leistung der Göttinger ein. RSV-Coach Holger Koch, der auf drei rotgesperrte Akteure verzichten musste, bekräftigt, das Tempo der Leipziger sei „einfach zu hoch“ gewesen. „Irgendwann lässt die Kraft nach.“ Leipzigs Trainer Tino Vogel lobt den RSV, er habe „sehr gut gestanden“, ärgert sich aber wie ein Rohrspatz über das Gegentor. „Das darf nicht passieren.“ Der Sportlicher Direktor von RB indes, der ehemalige 05-Trainer Joachim Krug, attestiert Göttingen, „60 Minuten lang gut gespielt zu haben“. Es folgt für ihn am Spielfeldrand ein langes Gespräch mit Hardy Grüne. Es dürfte dabei um die Kommerzialisierung des Fußballs gegangen sein.

RSV 05: Doods – Dierks (86. Rieck), Leonhardt, Reineke, Schneemann – Zekas, Förtsch – Kazan, Me. Mohebieh, Mo. Mohebieh (87. Washausen) – von der Crone (90. Beraj). – Tore: 1:0 Höfler (47.), 1:1 Mo. Mohebieh (49.), 2:1 Reimann (56.), 3:1, 4:1 Höfler (59., 77.).

Von Eduard Warda

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