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Regional RV Stahlross Obernfeld bietet Radball-Schnuppertraining
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19:14 10.09.2013
Von Vicki Schwarze
Erläuterungen: Trainer Berthold Kopp (l.) versucht, sich Gehör zu verschaffen. Quelle: Thiele
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Obernfeld

„Da ist ja gar keine Klingel dran“, stellte Zweitklässler Felix messerscharf fest. „Diese Fahrräder sind Sportgeräte wie beispielsweise für andere ein Tischtennisschläger“, erläuterte Berthold Kopp. Sein Sohn Julian und Mitstreiter Fabian Fröhlich gaben den wissbegierigen Schülern Schützenhilfe beim Besteigen des Rades.

Lehrerin Bettina Gödecke schaute dem Treiben in der Sporthalle mit eher gemischten Gefühlen zu. Hatten sich ihre Schützlinge bei den einleitenden Worten des Obernfelder Coaches noch als äußerst zurückhaltend präsentiert, beobachtete sie anschließend den Wagemut ihrer „Schäfchen“ mit ein bisschen Besorgnis.

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„Ich finde es gut für die Kinder, dass sie einmal etwas anderes kennenlernen. Denn eine Radball-Sportstunde ist doch schon etwas anderes als sonst“, meinte die Pädagogin.

„Es war überhaupt nicht schlimm"

Die meisten der Schüler und Schülerinnen setzten sich völlig unerschrocken auf die Räder, die in unterschiedlichen Größen zur Verfügung standen. Auch Stürze ließen sich nicht vermeiden. Beispielsweise bei Felicia, die sich, ehe sie sich versah, auf dem Hallenboden wiederfand.

„Es war überhaupt nicht schlimm, und es hat auch überhaupt nicht wehgetan“, kann die Schülerin der zweiten Klasse schon wieder lachen und sitzt  nach einer kleinen Pause gutgelaunt auf einem Rad. Sie hat vor einigen Wochen bereits einmal Radpolo ausprobiert, ist also quasi ein „alter Hase“. Auch Radpolo hat ihr gefallen, doch am allerliebsten ist ihr noch ihr eigenes Hobby. „Ich reite“, verrät sie lächelnd.

„Ich bin nicht zum letzten Mal hier gewesen“, verkündet Felix selbstbewusst. Als hätte er in seinem Leben nie etwas anderes gemacht, schwingt er sich auf das Fahrrad und düst los. Völlig egal ist ihm dabei auch der Umstand, dass seine Beine beim Anhalten nicht komplett den Boden berühren und er ein wenig wackelt.

Begeistert vom Talent

Ihn selber scheint das überhaupt nicht zu stören. Mit seinem Vater und seinem Opa besucht er ab und an Punktspiele der Erstliga-Radballer des RV Stahlross. Was ihm an dieser Übungsstunde am besten gefällt? „Dieses Fahrrad da“, zeigt er auf einen schnittigen Renner, den gerade ein Mitschüler besetzt.

Doch Gott sei Dank ist die Unterrichtsstunde noch nicht zu Ende und damit die Chance, die Chance, die schwarzen Hütchen, die inzwischen in der Halle aufgestellt worden sind, im Slalom zu umfahren. Die beiden „Profis“, Julian Kopp und Fabian Fröhlich, sind schwer begeistert vom Talent einiger Schüler, denn es ist gar nicht so einfach, ein solches Sportgerät in Gang zu bekommen, das weder Rücktritt noch Bremse hat.

„Für uns ist es selbstverständlich, hier mitzumachen“, so Kopp, dessen „Arbeitstag“ am frühen Morgen begann. Aber er wie auch Fabian Frölich hatten sichtlich Spaß an dem Gewusel in der Halle.

Gern noch länger geblieben

Hintergrund der Aktion ist natürlich schon die Nachwuchssuche beim RV Stahlross. „Es ist einfach gut, wenn Kinder schon in jungen Jahren mit Radball oder Radpolo anfangen“, weiß Julian Kopp aus Erfahrung.

Bleibt abzuwarten, wie viele der Obernfelder Grundschüler sich in Zukunft einmal an einem Trainingsabend des RV Stahlross einfinden werden. Jakob, Carlos, Jette, Maja, Felix, Felicia und den anderen Kindern hat es jedenfalls großen Spaß gemacht. Sie wären gern noch länger geblieben, aber der Kunst- und anschließende Musikunterricht warten.