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Radballer im Eichsfeld blicken in eine ungewisse sportliche Zukunft

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19:00 24.06.2020
Für die Bilshäuser Lukas Stephan (r.) und Thies Heineman (l.) sind – wie für alle anderen Teams im Eichsfeld auch – die sportlichen Perspektiven derzeit ungewiss. Quelle: Helge Schneemann
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Eichsfeld

Der Rosshaarball rollt wieder im Untereichsfeld. Zumindest für kontaktloses Training dürfen die Radballer nach drei Monaten Auszeit wieder auf ihre Räder. Mit der Lockerung durch das Land Niedersachsen, dass ab dem 25. Mai wieder in Hallen Sport betrieben werden kann, gab auch der Landkreis Göttingen zum 2. Juni die meisten Sporthallen unter der Voraussetzung, dass Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, wieder frei. Nach viel Konditionstraining durch Laufen und Radfahren im Freien, fahren die Radball-Cracks nun wieder auf die Spielflächen.

Wie wird trainiert?

„In kleineren Gruppen, nur Zirkeltraining, Passspiel-Varianten und Standards wie Ecken und Strafstösse, alles ohne Gegner“, sagt der Obernfelder Vereinstrainer Josef Kopp. Der Bilshäuser Coach Franz-Josef Adler hat darum beim Nachwuchs die Trainingszeiten erst einmal gekürzt. „Reines Zirkel- und Techniktraining, ohne Spiele, geht an die Substanz. Das halten vor allem meine jungen Spieler über die gewohnte Trainingszeit nicht durch“, berichtet Adler. Auch Dirk Grobecker, Trainer und Vereinsboss vom RV Wanderlust Gieboldehausen, hofft mit dem Trainingsbeginn, dass seine jungen Pedalritter schnell wieder in Form kommen. „Die Jungs waren doch ganz schön platt nach den ersten Trainingsstunden“, sagt der Wanderlust-Vorsitzende.

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Lutz Göbert, 1. Vorsitzender vom RV Adler Rollshausen hat das Training noch nicht wieder anlaufen lassen. „Das Risiko ist mir einfach zu hoch. Die Auflagen sind nur schwer zu erfüllen. Als stellvertretender Leiter der Radsportjugend in Niedersachsen musste ich alle Freizeiten und sonstigen Maßnahmen zur Förderung der jungen Radsportler absagen“, berichtet Göbert.

Wofür wird wieder trainiert?

Neben dem Fithalten bei der Elite und der technischen Weiterentwicklung bei den Nachwuchssportlern hatten sich die Vereine am Anfang der Saison natürlich Ziele gesteckt. Doch nun hat am vergangenen Wochenende die Hallenradsportkommission des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) entschieden, dass bis auf die 1. Radball- und Radpolo-Bundesliga alle laufenden Wettbewerbe, von der jüngsten U13-Schülerklasse bis zur 2. Bundesliga, annuliert werden. Es gibt keine Auf- und Absteiger für das nächste Spieljahr. „Sportlich gesehen ist es schon recht bitter. Wie vor zwei Jahren wollten wir mit drei Bilshäuser Nachwuchsmannschaften an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Während unsere U15-Schüler als Mitfavorit auf den Titel gehandelt wurden, stand für unsere U19-Junioren zudem die Qualifikation zur Aufstiegsrunde in die 2. Bundesliga im Raum. Das alles fällt nun weg. Aber mit Rücksicht auf die Gesundheit aller, bin ich mit den Beschlüssen der Kommission absolut einverstanden“, kommentiert der auch als internationaler Schiedsrichter fungierende Adler.

Bezüglich des Spielbetriebes in der 1. Bundesliga will der BDR Möglichkeiten der Durchführung weiter prüfen. Des Weiteren soll geprüft werden, ob für die vier Nachwuchsklassen alternativ Bundespokale ausgespielt werden können. Da erhofft sich Grobecker einen Motivationsschub für seine Spieler.

Was läuft international?

„Solange die Kontaktbeschränkungen bestehen, sehe ich auch im Bezug auf die 1. Radball-Bundesliga kaum Chancen, die Punktspielserie weiterzuführen. Denn die gesamte Rückrunde, wie auch das Halbfinale und Finale im Deutschlandpokal müssten noch nachgeholt werden. Auch eine Europameisterschaft und die Weltmeisterschaft Ende November in Stuttgart mit Obernfelder Beteiligung sehe ich aufgrund der Kontaktsportart Radball zur Zeit nicht“, bleibt der Stahlross-Coach Kopp skeptisch.

Als Landesverbandstrainer hat Kopp das Kadertraining in Niedersachsen vorerst komplett ausgesetzt. Nun hat sich auch der Landesfachwart Huter den BDR-Entscheidungen für den Spielbetrieb von der Landesliga bis zur Oberliga in Niedersachsen angeschlossen.

Von Berthold Kopp

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