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Regional Rollkunstlaufen beim 1. RC Göttingen boomt
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14:27 25.10.2017
Gelenkigkeit ist Trumpf: Training des 1. RC Göttingen in der Wörthalle. Quelle: Heller
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Göttingen

Sanft pralle ich in die große, blaue Matte der Wörthalle. Bremstechnik für Anfänger. Es ist mein erstes Mal auf den geschnürten Schuhen mit den vier Rollen. Mein größter Erfolg beim Rollkunstlauftraining des 1. RC Göttingen: kein Steißbeinbruch in den ersten Minuten – auch dank Trainerin Karin Limbach.

Sie begleitet mich bei meinen Fahranfängen. Mit meinen 23 Jahren wird es schwierig, noch Erfolge in dieser Sportart einzufahren. „Das ideale Alter liegt zwischen fünf und sieben Jahren. Dann hat man gute Chancen in den Leistungssport aufzusteigen“, erläutert Limbach.

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Der Boom hat beim 1. RCG zu einem Mitglieder-Aufnahmestopp geführt. Obwohl der Verein einer der größten in Norddeutschland ist, sind die Kapazitäten der Halle und der Trainer bereits erschöpft. 170 Sportler studieren Sprünge und Choreografien ein, üben das darstellende Laufen. Hobbysportler machen den Löwenanteil aus, an Wettbewerben nehmen momentan rund 30 Läufer teil.

Rollkunstlauf beim 1. RCG Göttingen

Der Verein gehört zum Niedersächsischen Rollsport- und Inlineverband. Unterschieden wird zwischen zwei Systemen: der Leistungsschiene und dem Breitensportkonzept. In der Leistungsschiene werden die Läufer dem Alter nach in Gruppen unterteilt (Schüler D-A, Jugend, Junior und Meisterklasse). Ausgetragen wird die Qualifikation für die Norddeutschen und Deutschen Meisterschaften.

Das Breitensportkonzept beherbergt sieben Leistungsklassen, wobei ein Aufstieg in den Leistungssport möglich ist. Die Göttinger Läufer blicken bereits auf viele Auszeichnungen zurück, unter anderem ist Inga Knorr Vize-Weltmeisterin im Einzellauf, Deutsche Meisterin im Rolltanzen sowie Welt- und Europameisterin mit der Formation.

Was ist der Reiz? Die 13-jährigen Freundinnen Maja Willig und Melina Kreter sind sich einig: die Bewegung, die Sprünge, die Akrobatik – die Mischung macht es. Die beiden haben sich durch den Rollkunstlauf kennengelernt. Maja läuft seit acht Jahren, Melina seit fünf. „Besonders hat mir unsere Aufführung ‚Die Schneekönigin’ gefallen, da durfte ich die Hauptrolle spielen“, berichtet Willig freudestrahlend. Angst vor Verletzungen haben die Mädchen nicht. „Man fällt eigentlich bei jeder Trainingseinheit hin“, gibt Melina zu.

Trainerin Karen Gerken betreibt den Rollkunstlauf seit ihrer frühen Kindheit: „Es ist ein außergewöhnlicher Sport, mit Choreografie, Musik und darstellendem Laufen“, unterstreicht sie. Michael Kreter wünscht sich, dass dem Rollkunstlauf in Zukunft mehr Beachtung zuteil wird. „Ich wünsche mir ein Portal, in dem sich Vereine vorstellen können und Interessierte mehr über andere Sportarten als beispielsweise Fußball oder Basketball erfahren können.“

Wer sich ein Bild vom Ergebnis der intensiven Trainingseinheiten machen will, kann das am 9. und 10. Dezember tun. Dann führt der 1. RC Göttingen in der Sparkassen-Arena in Göttingen das selbst geschriebene Märchen „Der gestiefelte Froschkönig“ auf. Tickets gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen Göttingen, Weender Straße 44, und Duderstadt, Marktstraße 9. „Etwas ganz besonderes – sowohl für die Läufer, als auch für unser Publikum“, ist sich Kreter sicher. Und ich rolle nach Hause – diesmal mit dem Auto.

Von Katharina Mengel

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