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Regional Rollstuhlbasketball-EM startet: Göttinger moderiert
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00:19 30.06.2013
Von Mark Bambey
Stärkster EM-Gegner: Bei den Paralympics gewinnt Deutschland – hier Johanna Welin am Ball – gegen die Niederlande im Halbfinale 49:46.
Stärkster EM-Gegner: Bei den Paralympics gewinnt Deutschland – hier Johanna Welin am Ball – gegen die Niederlande im Halbfinale 49:46. Quelle: Joneck
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Göttingen/Frankfurt

Kult-Status genießt der Hardegser bereits dank Basketball-Know-how und Stimme bei Heimspielen der BG Göttingen. Das Medieninteresse an der Rolli-EM nimmt derweil eine nicht erwartete Größe an.

Eröffnet wird die EM heute um 18.45 Uhr von Bundespräsident Joachim Gauck, ehe es dann im Auftaktspiel zum Aufeinandertreffen zwischen den deutschen Herren und Europameister Großbritannien kommt. Das ist die Neuauflage des EM-Endspiels von 2011. In den zehn Wettkampftagen bis zum 7. Juli wird auch IPC-Präsident Sir Philipp Craven der EM einen Besuch abstatten.

„Das Medien-Echo ist bombig.“

„Ich freue mich sehr auf die EM. Das Medieninteresse hat sich gesteigert. Ein sehr guter Weg, denn es wird unglaublich guter Leistungssport geboten“, fiebert Lindemeier der EM und besonders den Spielen der Damen-Konkurrenz entgegen. Andreas Joneck, Pressechef des Team Germany, betont: „Das Medien-Echo ist bombig. Es haben sich mehr als 160 Journalisten akkreditiert. Das gab es bei einer EM noch nie.“ Seit fünf Jahren begleitet Lindemeier das Team Germany ehrenamtlich bei Spielen in der Heimat. So war Lindemeier auch bei den beiden Testspielen gegen Kanada am vergangenen Wochenende in Hamburg dabei. „Ich bin auch ein bisschen Moderator, um dem Publikum die Besonderheiten und Taktiken während des Spiels zu erklären“, sagt Lindemeier. 

Nonplusultra

In Frankfurt gilt das Team von Chef-Trainer Holger Glinicki als das Nonplusultra. Als Titelverteidiger und Paralympics-Sieger will Deutschland um Rekordnationalspielerin Annika Zeyen in der Eissporthalle das Turnier gewinnen und weiter Werbung für den für viele attraktivsten Sport der Paralympics betreiben. Bei den Spielen in London 2012 waren die Partien ein Zuschauermagnet, fast alle Duelle in der Basketball-Arena im Olympia-Park sowie der North-Greenwich-Arena waren ausverkauft.
Als stärkster EM-Gegner werden die Niederlande eingeschätzt – Dauerrivale und Paralympics-Dritter. Die Konkurrenz umfasst acht Teams. Deutschland trifft in der Vorrunde auf Frankreich (29. Juni, 16.45 Uhr), Israel (1. Juli, 10 Uhr) und Spanien (2. Juli, 19 Uhr). Am 4. Juli stehen die Viertelfinals und am Tag darauf die Halbfinals an. Am Sonnabend, 6. Juli, finden die Platzierungspartien ab Rang acht statt, das Finale um 15.15 Uhr wird live in der ARD (15 bis 17 Uhr) übertragen.

Deutsche Herren keine Favoriten

Die deutschen Herren haben ebenfalls Titelchancen, gehen aber nicht als Favorit ins Rennen der zwölf teilnehmenden Länder. Das Team von Bundestrainer Nicolai Zeltinger trifft neben dem Duell mit Großbritannien in der Vorrunde auf Belgien (30. Juni, 19 Uhr), Niederlande (1. Juli, 19 Uhr), Schweiz (2. Juli, 12.15 Uhr) und Italien (3. Juli, 14.15 Uhr). Die Viertelfinal-Partien finden am 5. Juli und die Halbfinals am 6. Juli statt. Das Finale am Sonntag um 16 Uhr bildet Höhepunkt und Abschluss der EM. Erreichen die deutschen Herren das Endspiel, so wird das Goldmedaillen-Duell live im Fernseh-Programm des Hessischen Rundfunks übertragen. „Der HR überträgt garantiert ein Viertelfinale und Halbfinale der Damen“, sagt Joneck und fügt an: „So einen Umfang gab es noch nie.“

Platz auf dem Treppchen

Als Ziel hat sich das Zeltinger-Team einen Platz auf dem Treppchen vorgenommen. Härteste Konkurrenten sind Titelverteidiger Großbritannien und Spanien. Aber auch den Teams der Türkei, Italien oder Frankreich werden Außenseiterchancen eingeräumt. Die sieben Erstplatzierten qualifizieren sich für die WM 2014 im südkoreanischen Incheon.

Team Germany kann mit der Rückkehr des Köln-Centers Thomas Becker und Frankfurts Point Guard Lars Lehmann auf zwei gestandene Akteure zurückgreifen. „Das Team um Kapitän Sebastian Wolk setzt auf seine Stärke als Kollektiv, auch wenn die Mannschaft mit Topscorer Dirk Passiwan, Italien-Legionär André Bienek oder aber Youngster Thomas Böhme herausragende Spieler besitzt“, blickt Joneck optimistisch auf die EM.