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Regional SCW zeigt Grone im Stadtderby die Grenzen auf
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20:53 14.08.2011
Fairer dreifacher Torschütze: Während sein Team jubelt tröstet Christopher Bianco den eingewechselten FC-Torwart Mark Galander.
Fairer dreifacher Torschütze: Während sein Team jubelt tröstet Christopher Bianco den eingewechselten FC-Torwart Mark Galander. Quelle: Theodoro da Silva
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Vor dem Spiel hatte SCW-Coach Marc Zimmermann noch kleine Brötchen gebacken: „Angesichts der Niederlage gegen Werratal müssen wir erst mal sehen, wo wir überhaupt stehen. Allerdings sind wir gegen Grone nur Außenseiter. Ein Punkt wäre schon sensationell.“ Nach dem Abpfiff ließ der sonst so strenge Übungsleiter seiner Begeisterung jedoch freien Lauf: „Das war richtig gut, ich bin sehr, sehr zufrieden. Wir haben kompakt gestanden, waren hervorragend organisiert und haben immer wieder viel Druck über außen gemacht.“

Auch über die ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit, in denen die Gäste eindeutig mehr vom Spiel hatten und konsequenterweise auch zum zwischenzeitlichen Ausgleich kamen, war das Weender Urgestein nicht gram: „In dieser Phase hatten wir zu viel Respekt vor dem Favoriten, hatten Angst vor dem Sieg. Nach dem 1:1 hab ich mir Trenczek und Brudniok geschnappt und ihnen gesagt, dass sie dem Team sagen sollen, dass wir wieder an uns glauben und so spielen müssen, wie in der ersten Halbzeit. Das ist auch so geschehen, der Lohn ist der klare Sieg.“

Auch FC-Trainer Goran Andjelkovic fand nur lobende Worte für die Weender: „In den entscheidenden Zweikämpfen waren sie immer das entscheidende Stück bissiger. Die Truppe wollte, und wie sie das rübergebracht, wie sie das demonstriert hat, das hat mir imponiert.“ Seinem Team dagegen stellte er ein mangelhaftes Zeugnis aus: „Nur schön zu spielen, reicht nicht, man muss auch kämpfen. Ich hab den Eindruck gehabt, die Spieler denken, dass sie als Landesliga-Absteiger in der Bezirksliga mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei bestehen können. In Werratal brauchen wir mit dieser Einstellung gar nicht erst anzutreten.“

Dass Andjelkovic Recht hatte, lässt sich exemplarisch am Spiel von Marius Reinelt festmachen. Zwei Tore erzielte der technisch visierte 23-Jährige, besonders schön war sein zweites: Herrlich lupfte er den Ball über seinen Gegenspieler rüber und vollendete volley zum 2:3. Doch beim Konter zum 4:2 hatte er den SCWer Blum nicht schnell genug verfolgt und konnte ihn deshalb nicht daran hindern, den Ball auf Scheffer zu spielen, der das vorentscheidende 4:2 markierte.

Das war nicht der einzige Streich des 27-Jährigen, der auch das 3:1 erzielte. Doch den Vogel schoss Christopher Bianco ab, der gleich dreimal erfolgreich war. Der 21-Jährige ist pfeilschnell und technisch außerordentlich beschlagen; wenn er sich in Zukunft manchmal noch etwas schneller vom Ball trennt, dürften die Weender noch viel Freude an ihrem Stürmer haben.

Die lange Verletztenliste des SCW macht den Erfolg noch um einiges wertvoller. Die nächsten beiden Spiele in Förste und Bremke werden zeigen, ob die Elf das Zeug dazu hat, oben mitzuspielen.
SCW: Schwoerer, Scheffer, Luchte, Brudniok, Rohwedder (40. Dittchrist), König, Blum, Trenczek, Bauer (70. Rudolf), Bianco, Wieland.

FC Grone: Borrs (61. Galander), Reinelt, El Eid, Ercan Beyazit (68. Huck), Meyer, Keil, Karanovic, Sidorenko, Hillebrecht, Kleinschmidt, Schweiger (49. Erkan Beyazit).
Tore: 1:0 Bianco (19.), 1:1 Reinelt (55.), 2:1 Bianco (77.), 3:1 Scheffer (81.), 3:2 Reinelt (83.), 4:2 Scheffer (87.), 5:2 Bianco (90.).

Von Hauke Rudolph