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Regional SG Achim hat professionelle Strukturen erhalten
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18:35 10.09.2009
Gemeinsame Vergangenheit: Marco Krist (Mitte) war schon im März 2006 dabei, als der TV Jahn gegen die SG Achim Baden antrat.
Gemeinsame Vergangenheit: Marco Krist (Mitte) war schon im März 2006 dabei, als der TV Jahn gegen die SG Achim Baden antrat. Quelle: Tietzek
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Tomasz Malmon, der inzwischen 39-jährige Ex-Nationalspieler Polens, ist gerade in seine vierte Saison als Trainer der SG Achim/Baden eingestiegen. Und mit was für einem Erfolg: Unter den Augen von Duderstadts Trainer Stephan Albrecht feierte der Aufsteiger am vergangenen Freitag im Duell der Ex-Zweitligisten mit dem 29:26 (16:14)- Sieg gegen den favorisierten VfL Fredenbeck einen Traumstart nach Maß. „Wir haben alles gegeben. Es war ein schönes Spiel, wir haben das Beste herausgeholt, was drin war“, schwärmt Trainer Malmon immer noch.

„An das Spiel gegen Fredenbeck anknüpfen“, lautet die Devise des Polen vor der Reise nach Duderstadt. „Dort müssen wir 120 Prozent geben, um zu bestehen“, paukt Malmon dieser Tage seinen Spielern ein. Überhaupt ist der leidenschaftliche Handballer kein Typ für halbe Sachen. Trotz des Zwangsabstiegs aus der 2. Liga vor zwei Jahren sind die professionellen Strukturen erhalten geblieben. Fünf Mal Training in der Woche plus ein Punktspiel am Sonnabend - das gibt es in der Regionalliga bei keinem anderen Verein: „Meine Spieler sind hungrig. Sie machen mit, weil sie wissen, dass sie im Handball noch etwas erreichen wollen“, erzählt Tomek - wie ihn seine Freunde nennen - voller Leidenschaft. Dies drückt sich auch im Reisefieber des Polen aus: Rund 80 Kilometer vom Wohnort Fredenbeck nach Achim zum Training – eine Strecke wohlgemerkt – die Mühe hat sich bis dato ausgezahlt.

Malmon ist vorsichtig

Der ungeschlagene Durchmarsch mit 52:0-Punkten in der Oberliga Nordsee und zum Regionalliga-Auftakt der 29:26-Sieg gegen den VfL Fredenbeck, da muss sich der TV Jahn Duderstadt schon recht warm anziehen. „Bei uns läuft noch längst nicht alles rund“, drückt Malmon erst einmal auf die Euphoriebremse und verweist auf die klare 28:35-Niederlage des favorisierten Aufsteigers HF Springe beim SV Beckdorf, die der polnische Trainer miterlebt hat: „In dieser Klasse ist alles möglich.“

Auch die schon mittlerweile furchteinflößende Erfolgsserie der jetzt über ein Jahr ungeschlagenen SG Achim/Baden könnte einmal zu Ende gehen. „Darüber reden wir erst, wenn der Ernstfall eingetreten ist“, wiegelt Malmon ab.

Ob Florian Block-Osmers, der aufgrund seiner Klasse, Erfahrung und vielseitigen Verwendbarkeit vielleicht wichtigste Spieler, nach seiner Knöchelverletzung endlich wieder auftreten kann, dahinter setzt Malmon noch ein Fragezeichen.

Gefordert wird daher Kim Pansing sein, der nach Malvin Patzack (ATSV Habenhausen) zweite Neuzugang bei der SG Achim/Baden. Der ehemalige Linksaußen der HSG Barnstorf/Diepholz war von Malmon auch geholt worden, weil er die Rückraummitte verstärken soll. „Kim ist technisch sehr gut, und von seinem Auge profitieren seine Mitspieler“, ist Malmon von dem neuen Mann schon richtig angetan. Auch den jungen Tobias Freese (8/2) und der Zweitliga-erprobte Patrick Denker (7/1) sowie den überragenden Torwart Björn Scholvin wird sich Duderstadts Trainer Stephan Albrecht nach seinen Beobachtungen beim ersten Punktspiel der SG Achim/Ba-den gut gemerkt haben.

Nicht nur für die Gäste aus der Nähe von Bremen sind die Hürden nach dem Durchmarsch in der Oberliga erneut hoch. Ein Platz unter den ersten Zehn ist nötig, um in der Klasse zu bleiben – in der nächsten Saison wird die 2. Liga eingleisig und die Zahl der Regionalligen von fünf auf vier verringert. Was SG-Trainer Malmon noch sagen will: „Am Sonntag ist trainingsfrei, da ist Familientag.“ Egal, wie das Spiel in Duderstadt ausgeht.

Von Ferdinand Jacksch