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Regional Saison-Auftakt endet für 05 im Jahnstadion mit 0:4
Sportbuzzer Sportmix Regional Saison-Auftakt endet für 05 im Jahnstadion mit 0:4
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21:21 07.08.2011
Angemessene Kulisse: 1097 Zuschauer verfolgen die Oberliga-Auftaktpartie des RSV 05. Quelle: Pförtner
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Spätestens in der 48. Minute weiß RSV-Abwehrspieler Julian Keseling, was in der Fußball-Oberliga auf ihn zukommt. Keseling, genau wie der andere RSV-Innenverteidiger Christian Horst ein Brocken von Mensch, wird von Cloppenburg-Stürmer Lincoln Assinouko geblockt, als wäre er ein Fliegengewicht. Was folgt, ist ein Rückpass in die Mitte und das 3:0 für die Gäste durch den Niederländer Rogier Krohne.
Fast ehrfürchtige Stille herrscht gestern um 15 Uhr bei der Jahnstadion-Punktspielpremiere des RSV. Die Musikanlage läuft noch nicht, und die Sprechchöre der 05-Fans setzen erst ein, als die Mannschaften das Spielfeld betreten. Um 15.02 Uhr ertönt in der Arena am Sandweg nach fast acht Jahren wieder ein Anpfiff zu einem Fußball-Ligaspiel der etwas höherklassigen Art.

Bald schon wissen die Zuschauer, weshalb der vom ehemaligen 96-Profi Jörg-Uwe Klütz trainierte Vizemeister zu den Titelkandidaten gehört. Der BV verfügt über eine sichere Defensive, pfeilschnelle Außenspieler und einen brandgefährlichen Stürmer: Assinouko, ein Typ wie weiland Tony Yeboah, ist eine Klasse für sich, setzt sich in der 9. Minute gegen beide RSV-Innenverteidiger durch, sein Schuss wird jedoch noch neben das Tor abgefälscht.

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Der RSV setzt Kampf dagegen, hält lange Zeit gut mit, doch bei der einzigen halbwegs passablen Chance zieht Beyazit nach Balleroberung durch Erol Saciri zu früh ab (15.). Auf der Gegenseite macht Cloppenburg mit der hängenden Spitze Krohne und dem genetisch bedingt schnellen Rechtsaußen Paul Kosenkow, Bruder des deutschen 100-Meter-Läufers Alexander Kosenkow, das Spiel. Als Benjamin Hossmang, für den später der gut aufgelegte Daniel Washausen auf die Position hinten links rückt, den Ball verliert, steckt Assinouko blitzschnell auf Jonas Wangler durch, der zur Führung einschiebt (40.). Drei Minuten später trifft Kosenkow volley nach Eckball von Kristian Westerveld ins linke Toreck – ein Traumtor und ein echter Nackenschlag für 05.

Nach dem 0:3 schaltet Cloppenburg einen Gang zurück, kontrolliert aber weiterhin die Partie. Der RSV versucht, ins Spiel zu kommen, doch die Offensive ist am gestrigen Tag harmlos. Vor allem bei den Mittelfeld-Außen geht der Blick zu oft auf den Ball und zu selten auf den freistehenden Nebenmann, was recht fruchtlose Einzelaktionen zur Folge hat. Dass nur noch ein Gegentreffer fällt, ist unter den Augen interessierter Beobachter wie dem Bundestagsabgeordneten Lutz Knopek (FDP) und dem ehemaligen 05-Präsidenten Stefan Holthusen vor allem das Verdienst von Torwart Dennis Koch.

„Die erste halbe Stunde haben wir gut mitgehalten, aber man hat schon gemerkt, dass sie körperlich einen großen Vorteil hatten“, betont RSV-Trainer „Jelle“ Brinkwerth. „An den Schwarzen kommst du nicht ran“, sagt Verteidiger Keseling über Assinouko. Beyazit fordert ein geschlosseneres Offensivspiel: „Wir halten zu lang den Ball.“ Die Laufwege „sind noch nicht so, wie sie sein sollten“, ergänzt Brinkwerth. Trost spenden die Worte von BV-Trainer Klütz, der dem RSV bescheinigt, in der Anfangsphase „stark gegen den Ball“ gearbeitet und selbst nach dem 0:3 nicht aufgesteckt zu haben. „Das ist eine super Kulisse in diesem Stadion, eine gute Atmosphäre.“ Was bleibt ist ein trotz allem schöner Fußballnachmittag in einer schönen Arena. Der RSV weiß nun, dass die Oberliga-Luft rau ist. Und, in den Worten des gestern vielbeschäftigten Verteidigers Horst, dass Cloppenburg für 05 kein Maßstab ist.

RSV 05: Koch – Burkhardt, Horst, Keseling, Hossmang (52. Timucin) – Grimaldi (73. Dogan), Förtsch, Washausen, Kaplan – Beyazit, Saciri (73. Kazan). – Tore: 0:1 Wangler (40.), nach Durchstecker von Assinouko; 0:2 Kosenkow (43.), per Traumtor in den Winkel; 0:3 Krohne (48.), nach Rückpass von Aussinouko; 0:4 Kaiser (89.), nachdem sich Keseling und Koch gegenseitig behindern.

Von Eduard Warda