Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Sandra Nordmann: Zum Radpolo der Liebe wegen
Sportbuzzer Sportmix Regional Sandra Nordmann: Zum Radpolo der Liebe wegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:45 15.07.2011
Zwei Fahrräder, aber unterschiedliche „Arbeitsutensilien: Sandra Nordmann und André Kopp.
Zwei Fahrräder, aber unterschiedliche „Arbeitsutensilien: Sandra Nordmann und André Kopp. Quelle: Blank
Anzeige

Diese ersten Gehversuche, die unter den aufmerksamen Augen ihres potenziellen Schwiegervaters Josef Kopp stattfanden, waren offensichtlich sehr vielversprechend, denn die gebürtige Rhumspringerin war fortan öfter in der Halle. „Sie hat wirklich Talent“, zollt Kopp seiner gelehrigen Schülerin Lob. Wobei Nordmann natürlich nicht Radball, sondern Radpolo trainiert, eine Sportart, in der die Obernfelderinnen sportlich auch weit vorn liegen, ebenfalls ein Gespann in der ersten Bundesliga am Start haben.
In solchen Sphären denkt die 21-jährige Anfängerin noch gar nicht. „Ich habe einfach Spaß daran, einen Mannschaftssport zu betreiben“, erzählt Sandra Nordmann, die sich schon einmal in einer etwas „exotischeren“ Sportart versucht hat: Nämlich beim Eishockey in Braunlage. „Es war immer sehr schwierig, dort hinzukommen“, erinnert sie sich, ist mit der Wahl ihrer jetzigen Disziplin mehr als zufrieden.

Zusammen mit Franziska Morick wird sie das dritte Gespann des RV Stahlross Obernfeld bilden. „Wir haben bislang erst dreimal zusammen trainiert, aber dies wird sich jetzt ändern, denn Franziska kommt in den Semesterferien ins Eichsfeld“, hofft Nordmann auf intensive Einheiten mit ihrer Partnerin, mit der sie in der Landesliga ins Rennen gehen wird. Wobei sie sich auch keineswegs über die derzeit herrschenden Trainingsbedingungen beschwert, denn Anna Meseke und Jennifer Kopp sowie Victoria Morick und Luisa Artmann haben sie super in ihre Trainingsgruppe aufgenommen. „Es sind ja genügend Experten da, die mir etwas beibringen können“, freut sich die Feinoptikerin.

Fast völlig aus der sportlichen Entwicklung seiner Freundin hält sich André Kopp heraus. „Er hält sich eigentlich ziemlich zurück“, erzählt sie. Wobei es auch in seinem Fall keineswegs so ist, dass es ihm egal ist, was seine engagierte Freundin sportlich so treibt. Er freut sich durchaus über ihre Fortschritte, ist durch seine Schwester Jenny, die in der Radpolo-Bundesliga spielt, ohnehin familiär vorbelastet.

Kritik erfährt Sandra Nordmann ohnehin selten, denn die Fortschritte, die sie seit dem 31. Januar 2011, dem Tag, an dem sie mit dem Radpolospielen angefangen hat, gemacht hat, sind für alle aus ihrem Umfeld mehr als erstaunlich. „Ich bin mein größter Kritiker. Ich meckere und brülle auch schon mal, wenn es nicht alles so funktioniert, wie ich es mir vorstelle.“

Daran gedacht, wieder aufzuhören, hat die ehrgeizige Sportlerin noch nicht ein einziges Mal. „Ich bin nach dem Training auch schon mal frustriert, wenn nicht alles so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber es spornt mich dann viel eher an, es beim nächsten Mal besser zu machen“, verrät sie etwas von ihrer Einstellung.

Am heutigen Sonnabend muss sie erst einmal die Daumen für ihren Freund André und seine Mannschaftskameraden drücken, die im Finale der Deutschen Meisterschaft im Fünfer-Radball im hessischen Krofdorf stehen. Er wird sich dann im Herbst, wenn es mit ihren Punktspielen losgeht, sicherlich gern revanchieren.