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Regional Schonfrist für Rasen nach Sportplatz-Bau
Sportbuzzer Sportmix Regional Schonfrist für Rasen nach Sportplatz-Bau
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18:17 17.08.2011
Von Kuno Mahnkopf
Die Saat ist aufgegangen: Wilfried Heine, Harald Finke, Jürgen Kerl und Annabell Ulbricht (v.l.).
Die Saat ist aufgegangen: Wilfried Heine, Harald Finke, Jürgen Kerl und Annabell Ulbricht (v.l.). Quelle: SPF
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Seeburg

„Wir wollen im nächsten Frühjahr den Spielbetrieb aufnehmen“, sagt der Vorsitzende des Seeburger Sportvereins, Jürgen Kerl: „Angestrebt ist der Spielstart ab Mai 2012, Eröffnungsspiel und offizielle Einweihung sind aber schon vorher möglich.“ Der Rasen müsse noch mehrmals gemäht werden, bevor er verdichtet und bespielbar sei, betont Kerl. Deshalb sind bislang auch vorerst nur die Ballfanggitter installiert, aber noch keine Tore aufgestellt worden – damit keiner auf die Idee kommt, dort schon zu spielen. Die laufende Fußball-Saison findet noch auf dem alten Platz statt.

Vorausgegangen waren der Rasen-Einsaat massive Erdbewegungen und Aufbauarbeiten. Mit Bürgermeister Harald Finke (CDU) freut sich SV-Ehrenvorsitzender Wilfried Heine über den Fortschritt nach nur 38 Tagen reiner Bauzeit. Mit Planieren und Einsäen war es dabei nicht getan. Heine, der für den Verein die Bauleitung übernommen hat, nennt Zahlen, die die sechsstellige Investitionssumme für den Laien nachvollziehbar machen: Rund 4000 Kubikmeter Mutterboden wurden abgetragen und wieder eingebaut, 500 Tonnen Sand im Oberboden über 200 Tonnen Kies verteilt, 300 Kilo Rasensamen auf 12000 Quadratmetern bis über die Böschung hinaus gesät und mit vorerst 600 Kilo Dünger zum Wachsen gebracht, 370 Meter Drainage als Ringleitung, weitere 770 Meter als Saugleitung verlegt, 2730 Meter Sickerschlitze über den Platz verteilt.

Die marode Drainage des alten Sportplatzes hatte den Anstoß zu einer Diskussion über Sanierung oder Neubau im Gemeinderat und im Sportverein gegeben. Der alte Platz litt unter Feuchtigkeit und Absackungen, die Verrohrung des unter dem Platz verlaufenden Flöte-Baches war marode. Statt einer mit Unwägbarkeiten und Risiken verbundenen Sanierung einigten sich schließlich alle Beteiligten auf einen neuen Platz.

Zu den mehr als 170 000 Euro Gesamtkosten steuert die Gemeinde Seeburg bis zu 75 000 Euro bei, Landes- und Kreissportbund jeweils 32 400 Euro. Die über Eigenleistungen und Spenden hinaus verbleibende Restsumme stemmt der Verein über ein Umlagemodell: Ein Dutzend engagierter Mitglieder stellen dem Verein als Vorfinanzierung zinslos 24 000 Euro zur Verfügung, die alle erwachsenen Vereinsmitglieder sechs Jahre lang über eine jährliche Sonderumlage zurückzahlen.

Noch nicht einkalkuliert sind die Kosten für die Eingrünung des Platzes mit rund 100 Bäumen und Sträuchern. Heine denkt für die Finanzierung der Bepflanzung an Baumpaten oder weitere Möglichkeiten, die sich im Zuge der Flurbereinigung ergeben könnten.