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Regional Segler-Vereinigung Seeburger See bei Nautic-Young-Stars-Regatta
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21:17 29.10.2013
Viererkette auf hoher See: Martin Schmidt, David Hasse, Lucia Hasse und Andreas Schmidt (von links) von der Segler Vereinigung Seeburger See. Quelle: EF
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Eichsfeld

Am ersten Tag haben wir (Martin, David, Andreas und Lucia) mit unserer Trainerin und Skipperin Birgit Henke die 40-Fuß-Yacht Moulin Rouge „geentert“. In ihren drei Kabinen besaß sie sechs Kojen, eine Küche, ein Bad und einen Salon – alles perfekt für uns. Wir waren überrascht, wie viel Platz im Boot war.

Gespannt warteten wir auf die Abfahrt. Endlich – am frühen Nachmittag – kam das Kommando „Leinen los“ und es ging  zielstrebig nach Orth auf Fehmarn. Es war nicht sonderlich windig, aber passend, um das Boot kennen zu lernen, und so probierte jeder und drehte einen Manöverkreis mit Kommandos. Danach schlief der Wind ein und wir zogen uns in den Piratenhafen Orth zurück. Beim Anlegen mussten alle mithelfen und jeder seinen Festmacher gut belegen.

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Am Morgen des  zweiten Tages wechselten wir auf die große „Genua“, um möglichst schnell nach Wismar kommen zu können. Der Wind machte uns einen Strich durch die Rechnung, Erst mussten wir kreuzen, und am späten Nachmittag ging ihm die Puste ganz aus. So benötigten wir die Unterstützung des Motors zum nächsten Hafen – es sollte Timmendorf auf Poel sein.

Auf die Wassertiefe achten

Beim Blick in die Karte wurde schnell klar, dass wir genau auf die Wassertiefen achten mussten: So manövrierten wir uns zwischen Sektorenfeuer und Tonnen sicher in den Hafen. Nach dem Anlegen stellten wir fest, dass das Hafenbecken kaum tiefer als zwei Meter ist, aber unsere Moulin Rouge schwamm noch und deshalb war alles okay.

Lucia zauberte uns ein leckeres Essen, und danach spielten wir noch Karten. Am nächsten Morgen blies der Wind bereits ordentlich, und beim Segeln erreichten wir ziemliche Schräglage, so dass wir bei Arbeiten an Deck die Lifebelts (lebensrettender Gurt, Anm. der Redaktion) benutzen sollten. Schon beim Ablegen war höchste Achtsamkeit wichtig, damit das Schiff nicht quer in der Box lag.

Es war ein sehr spannender Tag, da noch niemand von uns „Jungpiraten“ 15  bis 20 Knoten auf einer Yacht erlebt hatte. Birgit Henke trainierte mit uns die Wenden. Da gab es ordentlich was zu tun, denn die richtige Segeleinstellung war sehr wichtig, und wir mussten alle gut zusammenarbeiten.

Einladung zum Abendessen

Da eine Freundin ihre Ferien gerade in Travemünde verbrachte, entschieden wir uns, dort anzulegen. Es folgte eine Einladung zu einem tollen Abendessen und einer warmen Dusche. Marlene holte uns auch gleich vom Schiff ab, und wir verbrachten den Abend bei ihrer Familie an Land.

Tags darauf wollten wir dann wieder zurück nach Heiligenhafen, weil dort ja das große Event „Nautic-Young-Stars-Regatta“ stattfinden sollte. Wir wollten noch einen Tag gemeinsam mit den anderen Booten trainieren, außerdem wurden sechs bis acht Windstärken angekündigt.

Aber es folgte die Ruhe vor dem Sturm, und wir konnten endlich unseren Gennaker (großes, bauchiges, asymmetrisch dreieckiges Vorsegel) auspacken, da der Wind nicht zu stark war und auch aus der richtigen Richtung kam. Anfangs ging es mit sieben bis zehn Knoten Wind gut voran, aber am Nachmittag hatten wir glattes Wasser – so fuhren wir durch den Fehmarnsund und in den Hafen nach Heiligenhafen ein.

Die Kraft des Windes spüren

Es war eine tolle Erfahrung, so einen Törn mit einer Yacht zu machen und das Leben an Bord zu organisieren sowie die verschiedenen Häfen kennenzulernen. Das gemeinsame Segeln hat uns einfach Spaß gemacht – es ist ein geniales Gefühl, die Kraft des Windes zu spüren und dabei mit dem Schiff auf dem Wasser zu schwimmen. Gelernt haben wir auch, dass bei Manövern jeder mit anpackt und beim An-und Ablegen volle Konzentration erforderlich ist. 

Leider konnten wir die nächsten beiden Tage nicht segeln, da der Wind (25-35 Knoten) zu stark für die doch teilweise noch recht unerfahrenen Crews war. Die Regatta wurde abgesagt, und wir verbrachten gemeinsam mit vielen anderen Seglern aus ganz Deutschland zwei Hafentage.

Unsere älteren Piraten kamen stolz aus Warnemünde angesegelt, aber auch sie hatten Respekt vor der Power des Windes und berichteten von gefühlt fünf Meter hohen Wellen. Am Abend gingen wir zusammen essen und die Crew erzählte uns ihr Abenteuer.

Am  letzten Segeltag hatte sich Sturm Rasmus ausgepowert und die Ostsee zeigte sich von ihrer zahmen Seite. So wurde noch eine Spaß-Regatta gestartet, die wir als Neunter beendeten. Nach der Regatta durchstreiften wir noch einmal mit Gennaker den Fehmarnbelt, bevor wir unser Boot, mittlerweile recht routiniert, sicher zurück in den Hafen brachten.

Von Martin Schmidt, David und Lucia Hasse, sowie Andreas Schmidt