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Regional Silbermedaille nach turbulentem Wettkampf
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18:05 29.07.2009
Barfuß Wasserski laufen: Der Brite Nicholas Davies gehörte zu 4700 Athleten, die sich in Kaohsiung in 31 Sportarten maßen, die nicht zum olympischen Programm zählen.
Barfuß Wasserski laufen: Der Brite Nicholas Davies gehörte zu 4700 Athleten, die sich in Kaohsiung in 31 Sportarten maßen, die nicht zum olympischen Programm zählen. Quelle: AFP
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Die 2:4-Endspiel-Niederlage gegen Dauerrivale England konnte Tonie Lenz, in der Ausbildung zur Tageblatt-Redakteurin, verschmerzen: „Mein persönliches Ziel war die Finalteilnahme, ein Sieg gegen England wäre Zugabe gewesen.“ Vorausgegangen waren turbulente Wettkampftage. Der erste sei heiß, aber o.k. gewesen, am zweiten habe ein Taifun-Ausläufer die Wettkampfanlage zerstört. Der Tross der Kanupolospieler musste dann vom See in eine Schwimmhalle umziehen. „Binnen zwei, drei Stunden war alles geregelt. Boote, Felder und sogar das Siegertreppchen waren aufgebaut. Keiner versteckt sich, alle haben mitgeholfen. Es war einfach perfekt organisiert“, berichtete die GPCerin Lenz. Jedem Team stand ein Volunteer zur Seite, der ausgeholfen hat, wann immer ein Problem aufgetreten ist.

Die Eröffnungsfeier hat die Kanupolo-Mannschaft im Stadion als Zuschauer, nicht aber als aktiver Teilnehmer erlebt. Auch deshalb, weil gleich am darauf folgenden Morgen um sieben Uhr das erste Vorrundenspiel anstand. „Das erste Training zwei Tage nach der Ankunft war schlimm. Wir konnten uns kaum vorstellen, einen Wettkampftag mit mehreren Spielen durchzustehen.“ Um sich an Temperaturen von mehr als 34 Grad und die hohe Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen, wurden immer wieder die Klimaanlagen abgeschaltet.

Die wohl längste Partie der Kanupologeschichte haben die deutschen Frauen im Semifinale spielen müssen. Statt zweimaliger Verlängerung und Penaltywerfen gibt es inzwischen nur noch jeweils fünfminütige Verlängerungen. Erst in der vierten (39. Minute) gelang den Deutschen das entscheidende 2:1 gegen Neuseeland.

Viel Zeit andere Sportler anzufeuern, blieb Lenz nicht. Lediglich beim Faustball hat sie mit ihren Teamkameradinnen zugeschaut. Viele andere Disziplinen hat sie im Fernsehen auf einem World-Games-Kanal angeschaut.

Für Sorgen der Athleten da

Wenig Zeit für Sightseeing und den Besuch von Sportveranstaltungen hatte auch Miglitsch. Die ehemalige Bundesliga-Minigolferin des MGC war als Athletensprecherin des DOSB in Kaohsiung. Sie hat vom Mannschaftsbüro aus auf Wünsche und Probleme der deutschen Athleten reagiert. Seit 2006 ist die Göttingerin als erste Vertreterin nicht olympischer Sportarten im Beirat der Aktiven vertreten. „Das ist oft ein harter Kampf. Alles kostet Geld, wir müssen um Unterstützung kämpfen“, berichtet sie.

Als beeindruckendstes Erlebnis bezeichnete Miglitsch die Eröffnungs- und Schlussfeier mit „Gänsehautfeeling“. Respekt zollte sie den Athleten: „Diese Hitzewelle, das waren extreme Bedingungen. Ich war froh, dass ich keinen Hochleistungssport betreiben musste.“ Die Kommunikation mit den Sportlern habe sehr gut funktioniert. Nicht zuletzt auch dadurch, dass es erstmals bei World Games ein „Deutsches Haus“ als Anlaufstelle für alle gegeben habe. „Dort wurden auch die Medaillengewinner gefeiert. Es gab jeden Abend Barbecue.“

Von Kathrin Lienig

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