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Regional Sportabzeichentag: 350 Göttinger Schüler drei Tage lang im Jahnstadion
Sportbuzzer Sportmix Regional Sportabzeichentag: 350 Göttinger Schüler drei Tage lang im Jahnstadion
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19:28 23.07.2014
Weiter Satz: Diese Schülerin sammelt beim Weitsprung eifrig Punkte für das Sportabzeichen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Mit seinem Outfit liefert der Schüler der Godehardschule nicht nur ein kontrastreiches Bild, sondern zugleich eines mit Symbolcharakter:

Denn beim Sportabzeichentag, der vom Stadtsportbund (SSB) ausgerichtet wird, geht es zwar einerseits um Bestleistungen, um Meter und Sekunden. Andererseits aber auch um Spiel und Spaß. So sind neben den Wettbewerben in der Leichtathletik Kinder beim Ropeskipping, Wikinger-Schach und Fußball-Spielen zu beobachten.

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Insgesamt werden an der dreitägigen Veranstaltung, die am heutigen Donnerstag endet, 350 Schüler teilgenommen haben, schätzen die Veranstalter.

„Das sind etwas weniger als im Vorjahr“

„Das sind etwas weniger als im Vorjahr, weil einige Schulen kurzfristig abgesagt haben“, erklärt Organisatorin Astrid Reinhardt, die insgesamt dennoch ein positives Zwischenfazit zieht: „Ich habe ganz viele glückliche Kinder gesehen – das war sehr schön.“ Die stellvertretende Vorsitzende des SSB ist darüber hinaus vom Engagement des Helferteams angetan.

Auf die Ziele des Events verweist Mitorganisator Hans-Jürgen Mack, der ebenfalls „viele engagierte Schüler“ erlebt hat. Zwar stehe das Sportabzeichen, das am Ende rund 50 Prozent der Teilnehmer erfolgreich ablegen, im Fokus. „Andererseits wollen wir auch Highlights im motorischen Bereich anbieten und Talente zum Vereinssport bringen.“

So habe er beim 800-Meter-Lauf einen Jungen mit „tollem Laufstil“ und einer „Fabelzeit von 3:07 Minuten“ beobachtet.

„Man weiß jetzt, wie sich Rollstuhlfahrer fühlen“

Auch ein Perspektivwechsel wird im Jahnstadion angeboten: Im Rollstuhl kann ein Parcours durchfahren werden. Auf das hinter der Aktion stehende Konzept verweist Reinhardt: „Überall wird von Integration und Inklusion gesprochen. Aber wie sieht das eigentlich in der Praxis aus?“

Während Marcella Sisiz feststellt, „dass man im Rollstuhl ganz schön viel Kraft zum Rollen“ braucht, sagte der neunjährige Tim Rose: „Man weiß jetzt, wie sich Rollstuhlfahrer fühlen. Mein Bild hat sich geändert.“

Für das Sportabzeichen anrechnen lassen können sich die Schülerinnen und Schüler die Disziplinen Sprint, Weitwurf, Ausdauerlauf, Ropeskipping – und den Weitsprung. „Dabei braucht man einen schnellen Start – und muss dann einfach durchziehen“, verrät Geburtstagskind Jasmin Radebolt – und wird sogleich von Mitschülerinnen ergänzt:

„Man darf nicht auf die weiße Linie treten“

„Man darf nicht auf die weiße Linie treten“, erklärte eine von ihnen, und eine weitere: „Und wenn man merkt, dass man im Sprung fällt, sollte man nach vorne fallen.“

Im Übrigen ist es Thorben Linne, der bei den warmen Temperaturen die wahre Begründung dafür liefert, weshalb manche Kinder lieber barfuß sprinten: „Ist doch klar“, sagt er grinsend: „Wenn man auf dem heißen Boden ohne Schuhe läuft, will man einfach ganz ganz schnell ins Ziel kommen.“

Von Timo Holloway