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Regional Starkes erstes Viertel Grundstein für Veilchen-Sieg
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21:14 14.11.2010
Duell der Kapitäne: Selim Mulic (ASC) versucht den Wurf des BGers Julian Schmidt (l.) zu blocken.
Duell der Kapitäne: Selim Mulic (ASC) versucht den Wurf des BGers Julian Schmidt (l.) zu blocken. Quelle: Pförtner
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Mit dem 76:67 (62:40, 41:27, 30:9)-Sieg haben die weiter ungeschlagenen Veilchen ihren Vorsprung vor Verfolger BBC Cottbus auf vier Punkte ausgebaut, doch den bis zum Schluss beherzt kämpfenden Königsblauen gelang ein Achtungserfolg, der ihnen viel Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben sollte.

Nach dem ersten Viertel, das die Hausherren klar mit 30:9 für sich entschieden, sah es allerdings so aus, als würde die in allen Belangen haushoch überlegene BG den Lokalrivalen in Grund und Boden stampfen. Beinahe hilflos stand die junge ASC-Truppe dem Powerplay der Veilchen gegenüber, die in der Verteidigung kaum gefordert wurden, mit Robert Dill und Michael Schröder den Rebound klar beherrschten (13:3), und denen in der Offensive bei einer Trefferquote von 71 Prozent aus dem Feld (12/17) fast alles gelang. Allein der 19 Jahre alte quirlige und sehr selbstbewusst auftretende Maximilian Kuhle, der sich packende Duelle mit dem Bundesliga-erfahrenen Marco Grimaldi lieferte, stellte sich dem Angriffswirbel von Nico Adamczak (9 Punkte/2 Dreier) und Andrew Maertens (8/1) entgegen.

Doch wer gedacht hatte, der Tabellenführer würde weiterhin souverän auftrumpfen, rieb sich alsbald verwundert die Augen. Als ASC-Coach Marjo Heinemann zu Beginn des zweiten Viertels von Mann- auf Zonenverteidigung umstellte, war es mit der Veilchen-Herrlichkeit vorbei. Der Weg zum Korb war versperrt, und aus der Distanz fiel – bis auf zwei wichtige Dreier von Kapitän Julian Schmidt – kaum mehr etwas in den gegnerischen Korb. Dafür drehte ASC-Kapitän und Ex-BGer Selim Mulic jetzt mächtig auf, untermauerte seinen Ruf als gefährlicher Distanzschütze und sorgte mit elf Punkten im zweiten Viertel – unterstützt von Max Rosenberg (5) – dafür, dass der BG-Vorsprung bis zur Halbzeit auf 14 Zähler schrumpfte.

„Wir haben viel zu pomadig gespielt und wohl gedacht, wir könnten das Spiel im Schongang nach Hause schaukeln“, kritisierte BG-Trainer Hans-Werner Schmidt den Auftritt seines Teams in den zweiten zehn Minuten. „Wir waren viel zu passiv“, pflichtete ihm Center Robert Dill bei und lobte den starken Auftritt seines früheren Teamgefährten Selim Mulic: „Er verwandelt halt Dreier wie andere Korbleger.“ Mit seiner eigenen Leistung war Dill, obwohl mit 14 Punkten, zwölf Rebounds und vier Blocks der effektivste BGer, nur bedingt zufrieden: „Ich fand mich ein bisschen rostig, aber das liegt wohl daran, dass ich die ganze Woche nicht trainiert habe, weil ich auf Hochzeitsreise war.“
Dass der BG-Sieg nie wirklich in Gefahr geriet, verdankte sich einem Zwischenspurt zu Beginn des dritten Viertels, als Grimaldi, Dill und Lasse Schikowski ihr Team mit 57:31 (26.) in Front brachten. Von diesem Vorsprung zehrten die Veilchen bis zum Schluss. Zwar steckten die Königsblauen, bei denen Timo Bode und Johannes Köhler immer besser zum Zug kamen, nie auf, um das Blatt noch zu wenden, war der Rückstand dann aber doch zu groß.

„Wenn wir das erste Viertel nicht total verpennt hätten, wäre sicher mehr drin gewesen“, befand Mulic, der sich riesig freute, dass BG-Coach und Abteilungsleiter Schmidt vor Spielbeginn seine Verdienste um die Veilchen gewürdigt hatte: „Das war das erste Mal, dass mir jemand von der BG gedankt hat.“ Der Blackout des ASC im ersten Viertel war auch für Heinemann ausschlaggebend für die Niederlage: „Danach waren wir gleichwertig, teilweise sogar besser“, befand er. Dem widersprach allerdings Schmidt: „Wenn wir nicht so hoch geführt hätten, wäre der Sieg vielleicht sogar deutlicher ausgefallen, weil wir dann die Konzentration hoch gehalten hätten.“

BG: Grimaldi (15), Schicktanz, Maertens (8), Born (1), Föhrig (2), Adamczak (16), Schikowski (6), J. Schmidt (8), Dill (14), Schröder (6), Both. – ASC: Köhler (7), Mulic (21), Özbas (2), Willing, Rosenberg (10), Kuhle (13), Bode (12), Pötig, Crnalic (2), Teichert, Schröder.

Von Michael Geisendorf