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Regional Starter aus elf Nationen sind in Holzerode dabei
Sportbuzzer Sportmix Regional Starter aus elf Nationen sind in Holzerode dabei
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18:10 06.07.2011
Von Kathrin Lienig
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Holzerode

Bis zu vier Sterne sind möglich, von solchen Turnieren gibt es aber nur sechs weltweit. Von Freitag bis Sonntag treffen sich Reiter aus elf Nationen in Holzerode, um den vielseitigsten Reiter zu ermitteln. Aber nicht nur international erfahrene Starter satteln auf dem Hof von Herbert Klengel ihre Pferde, auch für noch nicht so erfahrene Turnierreiter hält der Verein ein entsprechendes Angebot bereit, außerdem werden die Kreismeister ermittelt.

20 Nennungen hatten sich die Holzeröder Organisatoren für die erste Zwei-Sterne-Prüfung gewünscht. 37 haben gemeldet, darunter auch Mannschaftsolympiasieger Andreas Dibowski, der allerdings nicht zum ersten Mal in den nördlichen Landkreis kommt. Konkurrenz bekommt der aus Döhle stammende Berufsreiter von seinem Olympia-Teamkollegen und einem der ärgsten Widersacher auf nationaler Ebene, Frank Ostholt. Sie werden herausgefordert von Reitern aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Kasachstan, Polen, Schweden, Schweiz, Spanien, Ungarn und den USA. Hinzu kommen noch viele Starter aus Deutschland, etwa 220 erwartet der RFV für die verschiedenen Prüfungen (siehe nebenstehende Zeiteinteilung).

Seit einigen Monaten laufen die Vorbereitungen auf dem 14 Hektar großen Gelände schon auf Hochtouren. Die feststehenden Hindernisse, die viele Reiter aus der Umgebung zu Trainings- und Ausbildungszwecken nutzen, sind überholt, gestrichen und dekoriert worden, neue wurden errichtet. Etwa 3100 Meter mit 32 festen Hindernissen ist die internationale Zwei-Sterne-Prüfung lang, 600 Meter und drei Hindernisse weniger müssen die Teilnehmer der Ein-Stern-Prüfung bewältigen. Dass die Resonanz bei den Aktiven so groß ist, begründet Klengel mit den gut organisierten Turnieren in den vergangenen Jahren. „Da haben wir den Grundstein gelegt – mit tollen Bedingungen und einer schönen Atmosphäre. Und die Mund-zu-Mund-Propaganda klappt auch recht gut“, so der Vereinsvorsitzende.“

Hatten die Holzeröder Organisatoren im vergangenen Jahr vor allem mit der Trockenheit und dem entsprechend harten Sandboden zu kämpfen, so sind sie nach den Regenfällen in den vergangenen Wochen zuversichtlich, eine optimale Strecke bieten zu können. Etwa 30 Hindernisrichter und 60 Helfer aus dem Verein sind im Einsatz, vor allem die Jugendlichen seien sehr motiviert, freut sich auch Pressesprecherin Eva Ebner. Die vielen Turnierpferde werden im Dorf untergebracht. Mehr als 100 Pferde stehen dauerhaft in der kleinen Ortschaft, viele ehemalige Bauernhöfe bieten nun Boxen für Gasttiere.

Werbung für den Vielseitigkeitssport möchte Klengel mit dem Turnier machen. Deshalb ist der Eintritt auch frei. Von vielen Punkten aus können die Zuschauer nahezu das ganze Gelände einsehen und sich selbst ein Bild von der Schwierigkeit der Geländeritte machen. Mut und gegenseitiges Vertrauen müssen Mensch und Tier mitbringen, um die Hindernisse mit den vielen kleinen Besonderheiten zu überspringen. Das Vertrauen wird meist über Jahre aufgebaut. Vielseitigkeitspferde sind Allrounder, die langsam ausgebildet werden. „Deshalb ist es auch so schwierig, ein gutes Pferd zu kaufen“, sagt Klengel. Sein Pferd, das er schon während seines Medizin-Studiums geritten hat, ist 41 Jahre alt geworden und wurde bis sechs Wochen vor seinem Tod noch geritten.

In den Ausbau der Ausbildungsanlage auf dem Struthkrughof hat der Radiologe seit 1987 viel Geld und Zeit investiert. Das Turnier ist nur ein kleiner Bestandteil der Arbeit auf dem ganzjährig geöffneten Gelände. An der Ausbildung von Pferd und Reiter ist Klengel mehr gelegen. „Geländereiten muss man genauso lernen wie Dressur und Springen. Ein Pferd muss systematisch aufgebaut werden. Etwa zwei Stunden täglich braucht man für die Ausbildung.“

Das Programm

Freitag
9 Uhr: E-Dressur. 9.30 Uhr: E-Stilspringen. 11.30 Uhr: Stil-Geländeritt Klasse E. 13.30 Uhr: A-Geländepferdeprüfung. 15.30 Uhr: L-Geländepferdeprüfung. 17 Uhr: CIC*-Dressur (1. Teil).

Sonnabend
8 Uhr: A-Vielseitigkeitsprüfung – Dressur. 8.30 Uhr: CIC*-Dressur (2. Teil). 11.30 Uhr: CIC**-Dressur. 14 Uhr: A-Vielseitigkeitsprüfung – Springen. 16.30 Uhr: CIC*-Springen. 19 Uhr: CIC**-Springen.

Sonntag
9 Uhr: CIC**-Gelände. 11 Uhr: CIC*-Gelände. 14.30 Uhr: Vielseitigkeitsprüfung Kl. A – Gelände mit anschließender Kreismeister-Ehrung.