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Regional TSV Obernjesa macht eigenes Fernsehprogramm
Sportbuzzer Sportmix Regional TSV Obernjesa macht eigenes Fernsehprogramm
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18:49 28.11.2010
Behalten den Überblick: Die jungen Gymnastinnen bei ihrer Darbietung mit dem Seil.
Behalten den Überblick: Die jungen Gymnastinnen bei ihrer Darbietung mit dem Seil. Quelle: Pförtner
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Die jungen Gymnastinnen, die ihr 44 Sendungen umfassendes Programm in diesem Jahr unter das Thema „Fernsehen“ gestellt hatten, machten in ihren Einzel- und Gruppenküren in jeder Rolle eine gute Figur und zeigten einen beeindruckenden Mix aus Ästhetik, Athletik und Musikalität.

Und so fand nicht nur Trainerin und Übungsleiterin Ilonka Moschkau, die fachkundig durch das Programm führte, die dargebotenen Leistungen der mehr als 40 jungen Sportlerinnen, von denen die Jüngsten gerade mal drei Jahre alt waren, „äußerst ansprechend“. Mit Bändern, Keulen, Reifen, Seilen und Bällen, aber auch ohne Geräte, nahmen die Mädchen die Zuschauer mit in eine TV-Welt, die statt langweiliger Wiederholungen Originalität und Kreativität bot.

Bettina Schrickel, mit 25 Jahren bereits die älteste Sportgymnastin, lud das Publikum zu einer Kreuzfahrt ein, Amelie und Elena überzeugten als Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, Daniela und Franziska trafen sich beim Casting und Luisa und Marlene Dörnenburg demonstrierten tänzerische Harmonie unter Geschwistern. „Viele wissen gar nicht, wie viel harte Arbeit hinter Choreografien steht, die spielerisch-leicht aussehen. Unsere Mädchen stehen bis zu fünf Mal wöchentlich in der Halle, um zu trainieren“, erklärte Spartenleiterin Christiane Dörnenburg, die sich besonders über die gut gefüllte Tribüne in der Carl-Friedrich-Gauß Schule freute, „weil ich weiß, wie viel Energie die Sportlerinnen und Trainerinnen investieren.“

Gespannt war auch Irena Cejkova auf den Auftritt ihrer Gruppe. „ich weiß nicht wer nervöser war, die Kinder oder ich“, lachte die 32-Jährige, die erst seit eineinhalb Jahren in Deutschland lebt, aber die Rhythmische Sportgymnastiksparte des TSV bereits als „zweite Familie“ bezeichnet.

Besonders warmen Applaus gab es für die fünfköpfige Ballgruppe von Marlene Dörnenburg, die Würfe, Drehungen und Sprünge zu einem anspruchsvollen Mix verband. „Die Mädchen waren vorher ganz schön aufgeregt, aber alles hat toll geklappt“, freute sich die 23-jährige Sportstudentin. Sprach‘s und eilte Richtung Umkleide, um sich für den Auftritt mit ihrer deutschlandweit prämierten „Keulengruppe“ bereitzumachen.

Die „Küken“, von Ilonka Moschkau passend mit gelben Hütchen und Röckchen ausgestattet, gaben nach der Pause den Startschuss für eine bunte zweite Hälfte, die dem Publikum mindestens genauso gut gefiel wie das bereitgestellte Kuchenbuffet. Elena, Katharina und Leonie demonstrierten unter den Klängen der „Schwarzwaldklinik“, wie elegant ein Krankentransport aussehen kann, während Nina mit dem Band, „ein Gerät, das das Publikum liebt, aber das sehr anspruchsvoll ist“, wie Ilonka Moschkau erklärte, für Staunen sorgte. Anastasija ließ sich bei ihrer Kür mit dem Reifen auch nicht davon abhalten, dass die Musik anfangs streikte. Auch das, betonte Christiane Dörnenburg, gehöre zum Prozess, den die Rhythmischen Sportgymnastinnen durchlaufen müssten: „Eine Kür durchzustehen, auch wenn Fehler passieren, das prägt die Persönlichkeit.“

Von Christian Roeben