Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional TSV Renshausen wehrt sich gegen HSV tapfer
Sportbuzzer Sportmix Regional TSV Renshausen wehrt sich gegen HSV tapfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:24 08.08.2011
An der Hand der Bundesliga-Spielerinnen: der Nachwuchs des TSV Renshausen.
An der Hand der Bundesliga-Spielerinnen: der Nachwuchs des TSV Renshausen. Quelle: Tietzek
Anzeige
Renshausen

„Am Ende sind manche ja fast zusammengebrochen. Ich bin mit unserer Leistung total zufrieden. Wir haben das heute sehr vernünftig gemacht, speziell in den ersten 30 Minuten“, lobte Renshausens Trainer Wendelin Biermann seine Truppe, die sich der individuellen Überlegenheit des Gegners mit viel Laufbereitschaft und Einsatz entgegenstemmte.

Und so überstanden die Gastgeberinnen immerhin die ersten zehn Minuten ohne Gegentor, weil HSV-Stürmerin Jessica Wich nach ihrem Solo zu genau zielte und lediglich den Pfosten traf (5.). Ihre Sturmpartnerin Maike Timmermann machte es sechs Minuten später besser und erzielte nach einer kurz ausgeführten Ecke per Kopf den Führungstreffer für die Hanseatinnen. Angetrieben von Kapitänin Janina Haye sowie der frisch gebackenen U19-Europameisterin Carolin Simon, die über links mit der Doppeltorschützin Heike Freese zahlreiche gefährliche Angriffe inszenierte, berannten die Hamburgerinnen das von Dana Morick gehütete TSV-Gehäuse, zielten jedoch zunächst noch zu ungenau (13., 15., 16., 19.).

Erst nach der lautstarken Aufforderung von HSV-Trainer Achim Feifel, das Spiel mehr in die Breite zu ziehen, kamen die Favoritinnen öfter im Strafraum zu Aktionen. Eine davon führte in Minute 28 zum 2:0: Nina Brüggemann, die per sehenswertem Schlenzer später das 4:0 erzielte, wurde im Sechzehnmeterraum gefoult, Marie Bagehorn verwandelte den anschließenden Strafstoß sicher. „Der kleine Platz macht uns die Defensivarbeit zum Glück ein Stückchen leichter“, zeigte sich auch Leander Beljan vom Renshäuser Organisationsteam in der Halbzeit mit dem Auftritt des Landesligisten zufrieden.

Lisa Schwerthelm hätte kurz zuvor beinahe für den Renshäuser Ehrentreffer gesorgt, verzog jedoch knapp aus halbrechter Position (43.). „Das Spiel war aufregend. Ich bin froh, dass es nicht zweistellig geworden ist. Hamburg spielt sehr schnell und ist auch kampfstark“, konstatierte die Sturmführerin des Eichsfeldteams nach der Partie.

Die eindrucksvollsten Ausrufezeichen im zweiten Durchgang setzte HSV-Akteurin Heike Freese. Für ihren gekonnten Schlenzer in den rechten Winkel gab es von den rund 300 Zuschauern Szenenapplaus (50.), und kurz darauf hämmerte die Abwehrspielerin den Ball aus 22 Metern erneut unhaltbar ins Dreieck (54.). Danach scheiterte der Bundesligist noch dreimal an Pfosten und Latte (61., 71., 85.), bot den Fans einige feine Kabinettstückchen wie den mit eigenem Lupfer eingeleiteten Seitfallzieher von Maike Timmermann (67.) und erzielte noch zwei weitere Treffer zum 8:0-Endstand.

„Für uns war das ein guter Test und eine super Erfahrung“, freute sich Renshausens Kapitänin Katharina Heuerding, die sich vom Tempo der Hamburgerinnen beeindruckt zeigte: „Die führen die Freistöße so schnell und direkt aus, da muss man ständig aufpassen.“ Auch wenn er insgeheim auf einen eigenen Torerfolg spekuliert hatte – TSV-Coach Wendelin Biermann zeigte sich mit der Leistung seiner Crew mehr als einverstanden: „Mehr kann man nicht erwarten. Vielleicht hätten wir ab und zu noch etwas ruhiger spielen können, aber insgesamt konnte sich das sehen lassen.“ Einziger Wermutstropfen: Nachwuchs-Abwehrspielerin Paula Zblewski knickte kurz vor Schluss um und musste humpelnd den Platz verlassen. „Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist“, so Biermann.

TSV Renshausen: Morick – Heuerding, Breitenbach, Zblewski, Huxhold – Gries, Charlotte Schröer, Meyer, Gonzalez-Diessl, Vollbrecht – Schwerthelm. – Eingewechselt wurden: Ottjes, Krautwurst, Reinemann, Föge, Aliji, Cäcilia Schröer. – Tore: 0:1 Timmermann (11.), Kopfball nach kurzer Ecke; 0:2 Bagehorn (28. FE); 0:3 Haye (33.), Rechtsschuss aus 16 Metern flach ins Eck; 0:4 Brüggemann (36.), Schlenzer in die lange Ecke; 0:5 /0:6 Freese (50.), zirkelt den Ball aus 18 Metern in den Winkel/ 54. Weitschuss unter die Latte; 0:7 Brüggemann (75.), Flach ins Eck nach Dribbling; 0:8 Timmermann (86.),staubt nach Simon-Ecke ab.

Von Christian Roeben