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Regional TSV SeuLa holt seine Meisterschaftsfeier nach
Sportbuzzer Sportmix Regional TSV SeuLa holt seine Meisterschaftsfeier nach
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15:02 27.05.2020
Die Meistermannschaft des TSV SeuLa (v.l.): Norman Wessolowski, Ersatzspieler Steffen Schulze, Marek Kaufmann, Kay Launert, Reinhard Wucherpfennig und Thomas Leitner. Es fehlt Stammspieler Adrian Schulze. Quelle: R
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Seulingen/Landolfshausen

„Wir haben alles richtig gemacht“, sagt der Seulinger Tischtennis-Oldie Reinhard Wucherpfennig und meint damit den Zusammenschlusses der beiden Tischtennis-Abteilungen des TSV Seulingen und TSV Landolfshausen zur Spielgemeinschaft TSV SeuLa. „Etwas besseres konnte uns nicht passieren“, pflichtet ihm auch der Mannschaftskapitän und Spitzenspieler Marek Kaufmann aus Landolfshausen bei.

Der Erfolg hat den Protagonisten Recht gegeben. Gleich im ersten Spieljahr gewann die neue Spielgemeinschaft ohne Punktverlust den Titel in der Bezirksoberliga und steigt in die Landesliga auf. Dabei war das Team aus den Suhle-Dörfern zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs am 13. März, bei noch zwei zu absolvierenden Spielen, uneinholbar dem Rest des Feldes in der Tabelle enteilt.

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Perspektive für junge Spieler

Einen neuen Verein – wie die Fußballer der beiden Vereine – wollten die Tischtennis-Herrenspieler allerdings nicht gründen. Trotzdem war das Streben nach einem Zusammenschluss der Nachbarn unvermeidbar, sollte den jungen Spielern aus Landolfshausen eine Perspektive auf höhere Spielklassen im Heimatverein nicht genommen werden. Die bei den Herren in der Breite noch immer gut aufgestellte Tischtennissparte in Seulingen war in der Spitze am Ende der Fahnenstange angelangt. So sahen die doch älteren Spitzenspieler mit dem Zusammenschluss ebenfalls eine letzte Möglichkeit, für Seulingen noch einmal auf höherer Ebene spielen zu können.

Anfangs waren auf beiden Seiten leichte Zweifel nicht zu leugnen, nun mit den ehemaligen Liga-Rivalen in einer Mannschaft an die Platten zu gehen. Doch überraschend schnell kristallisierte sich bei allen Teams des TSV SeuLa eine gewisse Homogenität heraus. „Vor allem die Motivation zu größerer Aktivität beim gemeinsamen Training war bei allen Spielern zu spüren. Von Spiel zu Spiel fühlte man die wachsende Zusammengehörigkeit“, sagt Kaufmann. Dazu passte auch speziell in der ersten Mannschaft die Besetzung perfekt ins Bild. Aufgrund der leistungsbedingten Q-TTR-Werte (Quartals-Tischtennis-Rating) bildeten jeweils drei Akteure aus Seulingen und Landolfshausen die Stammformation des Sechser-Teams.

Viele Kantersiege

„Natürlich zählten wir durch den Zusammenschluss mit der Bündelung der Kräfte neben dem TSV Langenholtensen, der sich mit drei Verstärkungen ebenso ambitioniert zeigte, zum engen Favoritenkreis“, berichtet Wucherpfennig. Das fast alle Partien mit Kantersiegen zu Gunsten des TSV SeuLa endeten, war trotz der Favoritenstellung schon bemerkenswert. Eine Vorentscheidung im Meisterschaftskampf war bereits in der Hinserie mit dem 9:5-Auswärtssieg im Spitzenspiel beim Vizemeister Langenholtensen gefallen.

Nur einmal wankte die Spielgemeinschaft beim anvisierten Durchmarsch. Ohne die etatmäßige Nummer Vier lag SeuLa vor heimischem Publikum im Derby gegen den TSV Nesselröden bereits 4:7 zurück, bevor mit fünf Spielgewinnen in Folge die weiße Weste mit dem 9:7-Erfolg doch noch erfolgreich verteidigt wurde.

Training kann beginnen

Komisch fühlte sich dann allerdings das abrupte Saisonende an. Für einen gebührenden Abschluss blieb aufgrund der Corona-Pandemie keine Zeit mehr. „Die Meisterschaftsfeier wird auf alle Fälle nachgeholt, wenn die Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden“, bestätigt Wucherpfennig.

Und wie geht es weiter? Wucherpfennig hofft, dass im Juni der Trainingsbetrieb mit dem vom Tischtennisbund eingereichten Hygienekonzept wieder Schritt für Schritt hochgefahren wird. Inzwischen sind die Sporthallen wieder geöffnet.

Nicht chancenlos in der Landesliga

Wann die neue Punktspielsaison gestartet wird, steht noch in den Sternen. Trotzdem müssen die Mannschaftsmeldungen bis zum 31. Mai abgegeben sein. Da ist nicht viel Zeit geblieben, sich um Verstärkungen zu bemühen. Sollten Kandidaten ins Mannschaftsgefüge passen, wird der TSV SeuLa als Landesliga-Aufsteiger bestimmt nichts gegen Veränderungen innerhalb der Mannschaft einzuwenden haben.

Die Landesliga schätzt Wucherpfennig deutlich stärker ein als die Bezirksoberliga. Deshalb werden die Ziele vom Neuling vorerst nicht allzu hoch angesetzt. „Es wird ein Abenteuer“, gesteht Kaufmann. Optimistisch setzt er aber auf die individuelle Stärke seiner einzelnen Spieler. „Chancenlos werden wir nicht sein. Am liebsten wäre mir, wir hätten von Anfang an nichts mit dem Abstiegskampf zu tun und visieren einen Platz im unteren Mittelfeld an", wünschen sich beide Tischtennis-Spieler unisono für die nächste Saison.

Von Berthold Kopp

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