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TWG hat Regatta 2021 auf dem Göttinger Kiessee schon im Terminkalender

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18:00 19.11.2020
Geplant ist die Kiessee-Regatta 2021 schon. Ob sie tatsächlich stattfinden wird, ist fraglich. Quelle: r
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Göttingen

Eine vom Deutschen Kanu-Verband (DKV) initiierte Befragung seiner Mitgliedervereine zu den finanziellen Verlusten während der bisherigen Corona-Krise zeigt signifikante finanzielle Einbußen in der Saison 2020. Von 1300 Kanu-Vereinen in Deutschland haben sich innerhalb von drei Wochen 127 Vereine, dies entspricht etwa zehn Prozent aller deutschen Kanu-Vereine, an dieser Befragung beteiligt. 98 Vereine gaben einen finanziellen Verlust zwischen 1000 Euro und 30000 Euro an. 29 Vereine gaben an, nur geringe oder keine Einnahmeverluste zu verzeichnen. Der Gesamtverlust betrug bei den an der Umfrage rückgemeldeten Kanu-Vereinen gerundet 537000 Euro.

„Unsere Kanu-Vereine finanzieren mit diesen Einnahmen ihren Trainings- und Wettkampfbetrieb und die Unterhaltung der Bootshäuser. Deshalb mache ich mir berechtigte Sorgen, dass wenn sich die Situation im nächsten Jahr nicht entspannt, einige unserer Kanu-Vereine unsicheren Zeiten entgegen gehen und gegebenenfalls ihre Angebote einschränken müssen“, so der Präsident des DKV Thomas Konietzko in einem Statement. „Es muss natürlich jeder Einzelfall geprüft werden, aber ich bin mir sicher, dass im nächsten Jahr einige Vereine finanzielle Unterstützung benötigen, um ihren Vereinsbetrieb wie gewohnt fortsetzen zu können.“

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Nachgefragt beim Turn- und Wassersportverein Göttingen (TWG) äußerte sich Gerd Bode, Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit, zu den finanziellen Verlusten im Kanubereich in diesem Jahr. „Wir mussten die Regatta absagen, dadurch sind natürlich Einbußen durch den Wegfall der Meldegelder und des Caterings entstanden.“ Alle Einnahmen fließen bei uns normalerweise in die große Kasse des Gesamtvereins, aus der werden dann die Ausgaben, die vorher jede Abteilung in einem Etat aufzulisten hat, bezahlt. Darüber entscheide eine Elefantenrunde. Spenden, die der Verein zweckgebunden erhalte, würden natürlich auch an die entsprechenden Abteilungen weitergegeben.

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Für die Kanuabteilung sei der Schaden nicht so groß gewesen, der Gesamtverein merke den zweimaligen Lockdown inzwischen schon. „Uns fehlen so eine sportliche Großveranstaltung wie das Schwimmfest im Frühjahr und ganz besonders die Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb“, sagt Bode, der damit auf die Vermietung des TWG-Vereinshauses am Kiessee anspielt, das normalerweise fast immer an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag ausgebucht sei, weil es sich für Familienfeiern anbiete. „Wir mussten tatsächlich schon Bier wegschütten, das eingekauft war, aber nicht mehr ausgeschenkt werden konnte.“ Erfreut ist Bode darüber, dass die Mitglieder dem Verein treu bleiben „und nicht gleich weggelaufen sind, als wir gezwungenermaßen zurückfahren mussten“.

Für das kommende Jahr plant Bode bereits Kanu-Veranstaltungen. Die große Regatta auf dem Kiessee soll am letzten Mai-Wochenende stattfinden. Die Gänseliesel-Frühlingsfahrt auf der Leine bis Hollenstedt ist für den 20./21. März terminiert als Start in die Saison.

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Es habe auch in diesem Jahr Regatten gegeben, berichtet Bode. „Die hätte ich aber nicht veranstalten wollen. Bei uns gehört auch dazu, abends gemütlich am Feuer zu sitzen und alte Bekannte zu treffen. Das hätten wir alles nicht bieten können. So machen diese Veranstaltungen keinen Spaß, es ist alles zu einem Kampf mit den Vorgaben geworden.“ Welche langfristigen Konsequenzen beispielsweise abgesagte Aus- und Fortbildungen für Trainer haben, könne noch gar nicht gesagt werden. Nicht alle Bereiche könnten online vermittelt werden, gerade bei der Paddeltechnik sei Präsenzpflicht dringend erforderlich.

Von Kathrin Lienig