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Regional Tageblatt-Torjägerinnen-Pokal: Caroline Bouter erzielt 40 Treffer
Sportbuzzer Sportmix Regional Tageblatt-Torjägerinnen-Pokal: Caroline Bouter erzielt 40 Treffer
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19:46 12.09.2014
Immer am Lächeln: Torjägerin Caroline Bouter vom RSV 05. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Beim Blick auf ihre Torquote entsteht eher der Eindruck, die Stürmerin des RSV 05 habe einen Doktortitel im Fußball. Mit beeindruckenden 40 Toren sicherte sich Bouter in der vergangenen Saison überlegen den Tageblatt-Torjägerinnen-Pokal.

„Der kommt zu Hause auf meinen Schrank“, sagt die 27-Jährige. All zu oft dürfte sie ihre Trophäe jedoch nicht sehen, denn daheim ist Bouter, deren Vater Niederländer ist, nur selten. Tagsüber schuftet die gebürtige Peinerin in der Nuklearmedizin des Uni-Klinikums, abends ist Sport angesagt.

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„Manchmal bin ich genervt, wenn ich nach der Arbeit gleich zum Training muss, und sich mein Trainer beschwert, dass ich zu spät komme“, gesteht die Ärztin, fügt aber gleich mit dem für sie typischen Lächeln an: „Ich habe Riesenspaß beim RSV. Deshalb lege ich alle Dienste so, dass ich kein Spiel verpasse.“ Verletzt sich eine ihre Mitspielerinnen, wird „Doktor“ – so wird sie von Teammanager Tim Koch genannt – zur Mannschaftsärztin. „Ich schaue mir das natürlich an, aber als Orthopädin bin ich nicht ausgebildet.“

Fußball spielt Bouter, zu deren Hobbies Longboard fahren, Stand-Up-Paddling, Surfen und Golf zählen, seit der zweiten Klasse. Anfangs beim SV Groß Ilsede, später beim VfB Peine in der Landesliga. „Etwas anderes habe ich nie ausprobiert, weil es so viel Spaß macht.“ Das glaubt man gerne, denn wenn Bouter von ihrer Sportart erzählt, glänzen ihre Augen.

„Mein Trainer sagt, ich könnte ganz gut schießen"

Während der WM hat der Fan von Marco Reus und Borussia Dortmund bei der Arbeit den Kittel sogar gegen das DFB-Trikot getauscht. Zum RSV ist sie vor gut zwei Jahren über den „coolen Internetauftritt“ gestoßen. Dort erzielt die schlanke und schnelle Angreiferin ihre Tore auf jede erdenkliche Art: per Abstauber, direktem Freistoß oder sogar im Stil von Zlatan Ibrahimovic mit der Hacke. „Mein Trainer sagt, ich könnte ganz gut schießen, und das Hackentor war übrigens so geplant“, betont Bouter breit grinsend.

Am Aufstieg des RSV von der Kreis- in die Bezirksliga, den 05 als Nachrücker realisiert, zeichnet die Rechtsfüßerin maßgeblich verantwortlich. Für die neue Saison, die am morgigen Sonntag mit dem Derby gegen die SVG II beginnt, gibt Bouter einen Mittelfeldplatz als Ziel aus.

Ihre Motivation: Dann könnte die Mannschaft Trainer Kevin Martin am Saisonende wieder zu einer lustigen Aktion überreden. Nach dem Bezirksliga-Aufstieg musste Martin sein Versprechen einlösen, nur mit einer Unterhose bekleidet um das Alte Rathaus zu laufen – sehr zur Belustigung seiner Spielerinnen. Auf ein ähnliches Versprechen, wenn sie den Torjägerinnen-Pokal verteidigt, will sich Bouter nicht einlassen.

Von Rupert Fabig