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Regional Teures Trendsport-System Kjub droht am Waldweg Göttingen zu verstauben
Sportbuzzer Sportmix Regional Teures Trendsport-System Kjub droht am Waldweg Göttingen zu verstauben
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17:35 31.10.2013
Von Mark Bambey
Trendsport im Sonnenschein: Die Schüler des FKG nutzen das Kjub-System mit großer Begeisterung. Quelle: Vetter
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Göttingen

Doch Kjub kommt nicht an und steht meist ungenutzt beim ASC 46.

Lediglich einmal ist der sperrig wirkende Gerätepark bisher an einem fremden Ort aufgebaut worden. Eine Woche vor den Herbstferien nutzte das Felix-Klein-Gymnasium auf Initiative von Sportlehrerin Ines Graeber die Möglichkeit, das Kjub-System auf dem Schulgelände an der Bötticherstraße aufbauen zu lassen.

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„Wir sind auch überrascht, dass es bisher kaum Interesse gab“, sagt Nils Leunig, der das Trendsportsystem für den ASC 46 verwaltet und die Vergabe koordinieren soll. Für die Zukunft liege auch nur eine lockere Anfrage einer Göttinger Schule vor.

13 000 Euro für Kjub

Angeschafft wurde das 13 000 Euro teure Trendsport-System, das in der Region einmalig ist, von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), dem SC Hainberg und dem ASC 46. Vierter Kooperationspartner ist der Niedersächsische Turnerbund (NTB). Bezahlt hat es zum Großteil die GoeSF, 7500 Euro Steuergelder sind geflossen.

Passiert ist seitdem wenig: Eher schlecht als recht genutzt, droht das Trendsport-Gerät zu verstauben, lediglich die zwei Parkour-Truppen des ASC 46 nutzen das Sportgerät zweimal in der Woche. Warum so wenig Interesse besteht, kann sich Sportlehrerin Graeber nicht erklären.

Zumal der Aufwand überschaubar ist und die Geräte nur scheinbar sperrig. Um den Transport muss sich der Ausleiher nicht kümmern, er wird von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH erledigt. „Das läuft wirklich problemlos. Da muss man sich als Schule nur um den Platz kümmern, wo die Geräte dann untergestellt werden können.

Turnen populär machen

Das Auf- und Abbauen des Systems können Schüler ab der 5. Klasse problemlos bewältigen“, sagt Graeber. Die Schulsport-Fachberaterin des FKG lobt das System besonders deswegen, weil Kjub einen „komplett anderen Aufforderungscharakter“ habe und so der sehr starke Rückgang des Interesses am Turnens in der Schule abgefangen werden könne. „Die Kinder sind sofort mit großer Freude dabei. Das System hat seine Existenzberechtigung schon alleine dadurch, weil man so Turnen wieder populär machen kann“, betont Graeber.

Problematisch findet sie allerdings, dass es bisher nur eine von Projektpartner NTB organisierte Fortbildung gab. Gerade um mit Jugendlichen zu arbeiten, seien weitere Anleitungen hilfreich, dann komme der Spaß von alleine. Aus ihrer Begeisterung hatte Graeber bereits bei der Präsentation keinen Hehl gemacht.

Die FKG-Lehrerin und Vorstandsmitglied des Stadtsportbunds Göttingen (SSB) sagte: „Jetzt gilt es, Lehrer und Übungsleiter aus- und fortzubilden.“ Dies sagt sie noch immer, allerdings klingen ihre Aussagen nun mehr wie eine Forderung.

Die Schüler des FKG nutzen das Kjub-System mit großer Begeisterung.