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Regional Thriller beim Derby Weende II gegen den ASC Göttingen
Sportbuzzer Sportmix Regional Thriller beim Derby Weende II gegen den ASC Göttingen
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18:53 20.03.2018
Das Oberliga-Derby zwischen dem Tuspo Weende II (blaue Trikots) und dem ASC Göttingen entwickelte sich zum Krimi.
Das Oberliga-Derby zwischen dem Tuspo Weende II (blaue Trikots) und dem ASC Göttingen entwickelte sich zum Krimi. Quelle: Helge Schneemann
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Göttingen

Der Blick auf die Oberligatabelle der Volleyballerinnen glich vor dem letzten Spieltag am aus Göttinger Sicht einem Trauerspiel: Abgeschlagenes Schlusslicht Weende II auf Platz neun, auf Platz acht der ASC Göttingen mit einem Punkt Rückstand auf den MTV Grone auf Relegationsplatz sieben. Die Konstellation war dafür aber um so spannender: Während Weende als feststehender Absteiger befreit aufspielen konnte, ging es im Fernduell zwischen dem ASC und Grone um Rang sieben und die Möglichkeit, über die Relegation die Klasse zu halten.

VSG Hannover- MTV Grone 3:0 (25:12, 25:20, 25:14). Beim Tabellenzweiten Hannover konnte der personell geschwächte MTV Grone nicht für die dringend benötigte Überraschung sorgen. Anfangs verweigerte die Annahme des MTV ihren Dienst. Als sich im zweiten Durchgang der Spielaufbau stabilisierte, war Grone am Netz nicht druckvoll genug, um Hannover ins Schleudern zu bringen. Eine Aufschlagserie von Solveig Dressler brachte Grone zwar noch einmal auf Schlagdistanz, doch mit der Souveränität eines Tabellenzweiten holte sich die VSG auch Durchgang zwei. Damit war die Vorentscheidung gefallen. „In Satz drei ergeben wir uns in unser Schicksal, schenken der VSG zu viele Punkte durch Fehlaufschläge und Eigenfehler“, sagte Dressler.

Tuspo Weende II- GFL Hannover 1:3 (25:17, 22:25, 19:25, 23:25). Ohne Trainer starteten die schon als Absteiger feststehenden Weenderinnen in ihr letztes Heimspiel gegen den GFL Hannover. Die elf Spielerinnen verteilten die Verantwortung auf viele Schultern innerhalb der Mannschaft. „In Satz eins zeigen wir so ziemlich unsere beste Saisonleistung. Wir haben befreit aufgespielt, das Hinspiel hatten wir noch deutlich mit 0:3 verloren. Und auch wenn Hannover das Spiel noch drehen konnte: Das war ein richtig guter Auftritt zum Schluss“, freut sich Weendes Diagonalspielerin Gesa Becker.

ASC Göttingen gewinnt gegen Weende II – und schafft die Relegation.

Tuspo Weende II- ASC 46 Göttingen 2:3 (27:25, 24:21, 10:25, 22:25, 10:15). Im Lokalderby benötigte der ASC einen Sieg, um nach Punkten an Grone vorbeizuziehen. Dafür hatte Trainer Johannes Hellwig sogar Stephanie Petzold reaktiviert. Die langjährige Leistungsträgerin Petzold kam extra aus Tübingen, um bei ihrem alten Team auszuhelfen, da beim ASC mehrere Spielerinnen aus gesundheitlichen Gründen ausfielen. Doch zwei Sätze lang diktierte Weende das Geschehen, führte mit 2:0. „Wir sind mutig aufgetreten. Nur in Satz drei bricht unsere Annahme kurz ein, und das nutzt der ASC sofort. Ansonsten konnte ich dank unserer stabilen Defensive ein variables Spiel aufziehen. Heute haben wir nach einer insgesamt gebrauchten Saison mit einer guten Teamleistung einen schönen Abschluss gehabt, auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat. Ganz stark im Block waren bei uns Lina Kleinschmidt und Fulvia Scarioni“, sagte Weendes Zuspielerin Johanna Röhrig.

„Zwei Sätze fehlte bei uns über Außen der letzte Killerinstinkt. Ab Satz drei erhöhen wir den Aufschlagdruck, das war der Schlüssel zum Erfolg“, analysierte ASC-Coach Johannes Hellwig. Beim ASC war Mitte Lucia Menke in der Offensive nie zu stoppen. Für die Entscheidung im Tie-Break sorgte dann Stephanie Petzold am Aufschlag, die von 7:10 auf 15:10 den Sack für ihr Team zumachte – bezeichnenderweise mit einem Ass als Matchball. Nun kann der ASC für die Relegation zum Klassenerhalt planen, während Weende und Grone in die Verbandsliga abgestiegen sind.

Von Peter König

20.03.2018
20.03.2018
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