Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Tischtennis-Talent Bjarne Kreißl: „Ohne Sport könnte ich nicht“
Sportbuzzer Sportmix Regional Tischtennis-Talent Bjarne Kreißl: „Ohne Sport könnte ich nicht“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 21.03.2018
Tischtennis-Talent Bjarne Kreißl trainiert in der KGS-Halle mit seinem Verein Torpedo Göttingen. Bjarne startet bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend und Schüler.
Tischtennis-Talent Bjarne Kreißl trainiert in der KGS-Halle mit seinem Verein Torpedo Göttingen. Bjarne startet bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend und Schüler. Quelle: Christina Hinzmann
Anzeige
Duderstadt/Göttingen

„Ohne Sport könnte ich nicht“, sagt Bjarne Kreißl und lacht. Er schaue eigentlich alles – Fußball, Handball, Dart und natürlich Olympia. Was die eigenen Talente angeht, ist die Sportart aber klar gesetzt: Tischtennis. Auch, wenn Fußball ganz knapp dahinter folgt. „Wenn ich nicht Tischtennis spielen würde, wäre ich wahrscheinlich im Fußballverein“, sagt der 14-Jährige.

Das Talent für Tischtennis scheint in der Familie zu liegen, denn auch Vater und Großvater standen schon an den Platten. „Mein Vater hat in Nesselröden die Tischtennis-Sparte gegründet“, berichtet Vater Christian Kreißl. Nun betreibe sein Sohn den Sport bereits in dritter Generation. Und das sehr erfolgreich: „Er ist unter den Top zehn in Deutschland“, sagt Christian Kreißl. In einem dicken Ordner bewahrt er alle Unterlagen über die Erfolge seines Sohnes auf.

Für den Weg dorthin reichte allein Talent aber nicht aus: Lange brachten die Eltern den Sohn zweimal in der Woche nach Hannover zum Training. Die Tage waren damals oft lang, so erinnern sich Vater und Sohn. Damit sich Bjarne mehr auf den Sport konzentrieren kann, dachten die Kreißls auch über den Besuch des Sportinternats in Hannover nach. Denn der zeitliche Aufwand wäre inzwischen noch größer: „Jetzt müsste er viermal die Woche in Hannover trainieren“, sagt Christian Kreißl. „Das kann Bjarne nicht leisten und das können wir nicht leisten“, sagt der Vater mit Blick auf den Zeitaufwand.

Das Sportinternat wäre eine Möglichkeit gewesen, aber Eltern und Sohn entschieden sich dagegen. „Das Internat ist kein Garant, dass man es schafft“, stellt Christian Kreißl klar. Eine Vereinskollegin habe das Sportinternat nach kurzer Zeit wieder verlassen, berichtet auch Bjarne.

Stattdessen bleibt Bjarne Kreißl der Region treu und spielt inzwischen seit 2014 bei Torpedo Göttingen in der Tischtennis-Oberliga. Vorher war der SCW der Stammverein des 14-Jährigen. Aber der Schritt in eine höhere Spielklasse sei die logische Konsequenz gewesen.

Nun spielt Bjarne in der Herren-Mannschaft und profitiert auch im Training von Spielern der höheren Spielklassen. „Mein Plan ist zumindest, da zu bleiben“, so der Schüler. Denn auch wenn er noch an drei Nachmittagen in der Woche in Göttingen trainiert und regelmäßig an Punktspielen teil nimmt, steht für ihn die Schule im Moment an erster Stelle.

Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften (DM) ist für den 14-Jährigen vor allem Abwechslung von den sonstigen Gegnern der Liga. Gegen die Konkurrenz aus ganz Deutschland könne er feststellen, wo er im Vergleich stehe, so Vater Christian Kreißl. Bei den Schülern kam Bjarne bis ins Achtelfinale. „Bei der Jugend habe ich eher nicht so viele Chancen.“ Eigentlich spiele man erst ab 15 Jahren in dieser Klasse. „Alles ist schneller und es ist mehr Härte im Spiel“, beschreibt Bjarne den Unterschied zur Schülerklasse.

Einen Triumph anderer Art allerdings hat der 14-Jährige schon verbucht: Einen Sieg gegen seinen Vater. „Im offiziellen Turnier hab’ ich gewonnen“, sagt er und grinst. Da war er zwölf.

Der Fußball birgt übrigens ein gewisses Konfliktpotenzial zwischen Vater und Sohn, denn Christian Kreißl ist HSV-Fan, Bjarne allerdings FC Bayern-Anhänger. „Das wird sich nicht ändern“, sagt Bjarne überzeugt. Er müsse sich nun immer entsprechende Sprüche anhören, berichtet der Vater schmunzelnd.

Auf Augenhöhe mit der Konkurrenz

Bei den Deutschen Tischtennis-Meisterschaften der Schüler ist Bjarne Kreißl gegen die Top-Favoriten aus Deutschland bis ins Achtefinale gekommen. In der Gruppenphase unterlag er dem Deutschen Meister Mike Hollo. In der Zwischenrunde holte er gegen Uros Bojic einen 0:2-Rückstand auf und qualifizierte sich für das Achtelfinale. Dort unterlag er dem Deutschen Vizemeister mit 2:4 Sätzen.

Damit erreichte er sein vorab gestecktes Ziel: Den Einzug ins Achtel- oder Viertelfinale. Insgesamt zeigte er sich zufrieden mit dem Turnierverlauf und der angesichts der starken Konkurrenz guten Leistung. Im Doppel erreichte Kreißl mit seinem Partner Vincent Senkbeil den fünften Platz.

Die Landestrainer haben Kreißl wegen seiner guten Leistungen für die niedersächsische Meisterschaft zum Deutschlandpokal Anfang April nominiert. Ende April stehen bereits die Deutschen Meisterschaften der Jugend auf dem Plan. fil

Von Finn Lieske