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Regional Tobias Buck-Gramcko holt EM-Bronzemedaille
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09:00 28.08.2018
Tobias Buck-Gramcko vom Tuspo Weende bei der Radbahn-EM in Aigle (Schweiz).
Tobias Buck-Gramcko vom Tuspo Weende bei der Radbahn-EM in Aigle (Schweiz). Quelle: R
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Göttingen

Das U19-Quartett stellte zudem einen neuen deutschen Rekord über die 4000-Meter-Strecke auf.

Als im Velodrom im schweizerischen Aigle die Endzeit von 4:07,40 Minuten aufblinkte, war nicht nur souverän der dritte Rang gesichert und die vorherige deutsche Bestmarke aus dem Jahr 2011 knapp unterboten. Zudem krönte die Auswahl um Buck-Gramcko mit der Rekordfahrt ihre deutliche Steigerung im Wettkampfverlauf.

In der Qualifikation hatte das Team, das erstmals gemeinsam fuhr, 4:12 Minuten benötigt. In der Hauptrunde verbesserten sich Buck-Gramcko, Jannis Peter (Gera), Calvin Dik (Berlin) und Max Gehrmann (Erfurt) auf 4:10 Minuten. Im Finale um Rang drei stand die Equipe schließlich Belgien gegenüber und konnte ihre Zeit erneut deutlich unterbieten, während die Belgier 4:09 Minuten benötigten. Neuer Europameister auf der 200 Meter langen Holzbahn wurde Polen (4:03,5 Minuten).

Der vorherige deutsche Rekord lag bei 4:08 Minuten und war 2011 von Nikias Arndt, Lucas Liß, Christopher Muche und Kersten Thiele aufgestellt worden – wobei Letztgenannter gebürtiger Göttingen ist. Buck-Gramcko kam bei der EM 2018 eine Schlüsselrolle zu: Er übernahm nach dem Startschuss direkt die Führung des Teams. „Durch das Anfahren hat man natürlich viel Verantwortung. Ziel ist es, die richtige Geschwindigkeit zu erreichen und vor allem nicht zu schnell zu starten. Sonst bricht man am Ende womöglich ein“, skizziert der 17-Jährige die Gratwanderung.

Neben dem großen Erfolg im Vierer überzeugte Buck-Gramcko bei der EM auch in der Einerverfolgung über 3000 Meter. Er wurde mit seiner Fahrzeit von 3:20,5 Minuten Fünfter. Auf demselben Rang hatte der Schüler des Felix-Klein-Gymnasiums kürzlich auch die WM abgeschlossen, die ebenfalls in Aigle ausgetragen worden war. Ein Kuriosum, das einen guten Grund hatte: Ursprünglich war Montichiari (Italien) als EM-Austragungsort angedacht gewesen. Doch die dortige Bahn hatte wegen Sicherheitsmängeln geschlossen werden müssen.

Für Buck-Gramcko liest sich die Bilanz seiner ersten internationalen WM- und EM-Einsätze nahezu perfekt – und viel besser, als er sich hätte erträumen können: Rang zehn (WM, Mannschaft), Rang fünf (WM, Einzel), Rang drei (EM, Mannschaft) und Rang fünf (EM, Einzel) stehen zu Buche. Aufgrund der internationalen Titelkämpfe verpasste der Göttinger Radsportler zwar die deutschen Meisterschaften im Einzelzeitfahren. Es besteht allerdings kein Zweifel daran, dass sich dieser Verzicht gelohnt hat – auch, aber nicht nur wegen der Bronzemedaille im Teamzeitfahren.

Von Timo Holloway