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Regional Trainer Caillat: „Der TV Jahn ist für mich eine Herzensangelegenheit“
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09:00 22.12.2018
Bleibt er oder bleibt er nicht? Über die Zukunft von Duderstadts Trainer Christian Caillat (blaue Jacke) soll es in der Winterpause Gespräche geben. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Mit fünf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten TV 1887 Stadtoldendorf ist der TV Jahn Duderstadt souveräner Verbandsliga-Herbstmeister geworden und hat damit den Grundstein zum direkten Wiederaufstieg in die Oberliga gelegt. Eine Zwischenbilanz ziehen als neuer Trainer der ehemalige französische Handballspieler Christian Caillat (44) und Ekkehard Loest (56), der Vereinsvorsitzende des TV Jahn Duderstadt.

Tageblatt: Herr Caillat, Sie haben wohl bisher alles richtig gemacht?

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Caillat: Die Mannschaft und das gesamte Team haben zu dem bisherigen Erfolg beigetragen. Alle arbeiten gemeinsam an unseren Zielen. Ich bin ein Glied in der Kette, mehr nicht. Insgesamt hat es aber bisher sehr gut funktioniert.

An welchen Stellschrauben muss noch gedreht werden, um weiter auf Titelkurs zu bleiben?

Wir würden sehr gerne zur Rückrunde noch einen Rückraumspieler verpflichten. Da sind wir uns mit dem Vorstand auch einig, denn zurzeit lastet die Verantwortung auf zu wenigen Schultern. Wir haben mit Matija Junakovic, Justin Brand, Jannik Burgdorf und Tim Isermann nur vier Rückraumspieler. Das ist eigentlich zu wenig. Wir halten die Augen gemeinsam offen und versuchen noch etwas zu realisieren.

Sie wohnen und arbeiten als lizenzierter Athletiktrainer mittlerweile in Hameln und coachen die Mannschaft des TV Jahn. Wie bringen Sie dabei, Beruf, Familie und das Engagement im Eichsfeld unter einen Hut?

Der zeitliche Aufwand in den letzten fünf Monaten war schon extrem, da auch der Umzug sowie meine Ausbildung erhebliche Zeit beansprucht. Daher freue ich mich jetzt auf Weihnachten und dass man einmal etwas mehr zur Ruhe kommt. Bedanken möchte ich mich bei Dirk Mittelstädt, Nerijus Kesilis und Matthias Heim, die mich immer unterstützt haben.

Unter welchen Voraussetzungen können Sie sich vorstellen, den TV Jahn auch in der kommenden Saison möglicherweise in der Oberliga zu trainieren?

Jeder weiß, dass Ekki Loest als Freund, aber auch der TV Jahn Duderstadt mit seinem begeisterten Handballpublikum und die Mannschaft für mich eine Herzensangelegenheit sind. In der aktuellen Spielpause werden wir uns ganz in Ruhe zusammen setzen und schauen, was möglich ist.

Und zu der anstehenden WM der Männer: Für sie als Franzose ist natürlich die französische Mannschaft wieder Titelfavorit...

Bei Frankreich wird es sehr spannend, wie sie den Ausfall von Nikola Karabatic auffangen können. Es gibt sehr viele sehr gute junge Spieler, aber Karabatic war der Kopf . Es ist daher im Vorfeld schwer zu sagen, was ohne ihn möglich ist. Für Deutschland wird schwierig, die verletzten Spieler wie Juliius Kühn zu kompensieren.

Ekkehard Loest, seit dem Frühjahr 2018 sind Sie Vorsitzender des TV Jahn und engagieren sich gleichermaßen wieder stärker für die Handballer, mit denen Sie offensichtlich auf dem richtigen Wege sind.

Loest: Grundsätzlich haben wir als Team nach dem Abstieg vieles richtig gemacht. Die Mannschaft wächst langsam mehr und mehr zusammen und präsentiert sich auch so. Der Zuschauerzuspruch gibt uns Recht. Ich werde aber zusammen mit dem Trainerteam darauf achten, dass man nicht abhebt und weiterhin jedes Spiel mit dem nötigen Respekt angeht.

Sie haben dieser Tage gefordert, dass sich der TV Jahn Duderstadt im Verein noch strukturell verbessern muss. Was erwarten Sie diesbezüglich?

Loest: Im Erfolgsfall vergisst man manchmal einiges. Daran müssen wir jetzt arbeiten. Es gibt einiges rund um die Heimspiele, was es noch zu verbessern gibt. Weiterhin müssen wir die Jugendarbeit deutlich verbessern, wenn wir nicht mittelfristig auf der Strecke bleiben wollen. Die Zusammenarbeit zwischen der ersten Mannschaft und der Jugendabteilung muss intensiviert werden. Weiterhin müssen wir mehr Spieler hier aus der Region in den Kader holen. Man sieht an den Verpflichtungen, dass dies in Duderstadt sehr gut angekommen ist. An den Aufgaben sieht man aber auch, dass mehr ehrenamtliche Personen gewonnen werden müssen, die Spaß am Handballsport haben. Nur so können wir die Zukunft gestalten. Die Aufgaben lasten zurzeit schon wieder auf zu wenigen Schultern.

Eine weitere Zusammenarbeit mit Trainer Christian Caillat über die Saison hinaus halten Sie sicherlich nicht für ausgeschlossen?

Mit Caillat wurde vereinbart, dass wir uns in der jetzt anstehenden Pause über den Kader und alles weitere unterhalten werden. Dass der TV Jahn Duderstadt sehr gerne mit Christian Caillat weiter arbeiten möchte, ist wohl kein Wunder. Wir sind sehr froh, ihn als Trainer beim TV Jahn zu haben und hoffen auf eine langfristige Zusammenarbeit. Er macht wirklich Spieler besser und genießt ein sehr hohes Ansehen im Verein. Ich könnte mir auch vorstellen, ihn professioneller einzubinden.

Muss auch das Spielerpersonal auf dem Weg in bessere Zeiten aufgestockt und qualitativ verbessert werden?

Wir wären ja naiv, wenn wir uns ab jetzt nicht mit der kommenden Saison beschäftigen. Bei der Tabellensituation ist es auch klar, dass wir den Aufstieg anstreben. Aber wir wissen auch, dass es kein Selbstläufer ist. Nur, wenn wir jedes Spiel konzentriert angehen, wird es uns gelingen. Wir beobachten die Region und auch andere Spieler überregional sehr genau. Wir wissen, auf welchen Positionen wir uns noch verstärken müssen, um für einen eventuellen Aufstieg dann auch gewappnet zu sein.

Von Ferdinand Jacksch

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