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Regional U-23-Meisterschaften der Leichtathleten: Göttinger überzeugen
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00:17 19.06.2013
Göttinger Medaillengewinner (von links im Uhrzeigersinn): Lisanne Rieker holt Silber im Dreisprung, Phillip Rietz Silber im Hochsprung und Neele Eckhardt Bronze im Dreisprung.
Göttinger Medaillengewinner (von links im Uhrzeigersinn): Lisanne Rieker holt Silber im Dreisprung, Phillip Rietz Silber im Hochsprung und Neele Eckhardt Bronze im Dreisprung. Quelle: CR
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Göttingen

Mit Phillip Rietz im Hochsprung (Silber) und Neele Eckhardt im Dreisprung (Bronze) gab es zwei weitere Medaillen.

Vor allem Eckhardt hatte Trainer und Freunden ein Wechselbad der Gefühle beschert. Nach zwei Fehlversuchen lag das Finale der besten Acht bereits in weiter Ferne. Doch die 20-Jährige meisterte die Situation in Klassemanier: Von wegen Sicherheitssprung, Eckhardt katapultierte sich nervenstark auf 13,18 Meter und den bis dahin zweiten Platz. „Das war eine nervliche Anspannung, die man nicht beschreiben kann“, sagte ihr Trainer Frank Reinhardt. „Ich habe versucht, alles so zu machen, wie wir das einstudiert haben“, sagte Eckhardt über ihren Sprung. Viel mehr war dann aber nicht drin – nur ein Zentimeter noch und damit Bronze.

„Ab jetzt gibt es Attacke“

Denn den zweiten Platz schnappte sich die stets gut gelaunte Rieker, die als Vierte ins Finale einzog: Die 20-Jährige verbesserte ihre Freiluft-Bestleistung um 43 Zentimeter und beherzigte damit die Vorgabe von Trainer Reinhardt. „Ab jetzt gibt es Attacke“, hatte er vor dem Finale verdeutlicht.

Doch an Sabrina Mickenautsch (Chemnitz) führte kein Weg vorbei. Während Rieker überglücklich war („Ich bin froh, dass der Knoten geplatzt ist. Mein Erfolgsrezept heute war meine Unbekümmertheit“), freute sich Eckhardt zwar über Platz drei, jedoch nicht über ihre Weite – bei den Fehlversuchen hatte sie laut Trainer Reinhardt eine „Dynamik wie noch nie in den letzten Wochen“, kam dann allerdings auch suboptimal zum Brett. Hinterher habe sie es „mit Gewalt“ erzwingen wollen. „Wir wollen nicht meckern: Neele hat hervorragend begonnen, Lisanne ist sowieso eine Wundertüte.“ Und auch Anna Schmotz, die Dritte im Bunde, habe ihre Sache mit 12,40 Metern und dem siebten Platz gut gemacht.

4500 Zuschauer, motivierte Sportler und Medaillen: Das waren die Deutschen U-23-Leichtathletik-Meisterschaften im Jahnstadion in Göttingen. © Theodoro da Silva

Bestleistung auf 6,11 Meter

Die 21-jährige Schmotz hatte am Sonnabend als erste Göttingerin ihren großen Auftritt, und steigerte sich im Weitsprung im letzten Versuch mit persönlicher Bestleistung auf 6,11 Meter und den sechsten Platz, was sie mit einem Lächeln quittierte. „Ich bin super zufrieden“, sagte sie. Noch breiter wurde ihr Lächeln kurze Zeit später, als ihr Freund und LGG-Hochspringer Phillip Rietz mit 2,09 Meter ebenfalls persönliche Bestleistung erzielte, dafür Silber erhielt und zugleich die Männer-Norm für die DM in Ulm schaffte. „Ich hatte einfach sehr gute Beine und bin ein bisschen überwältigt“, sagte er. Dazu trugen auch seine Eltern bei, die aus dem ostfriesischen Leer angereist waren. „Es hilft einfach was, wenn man im eigenen Stadion springt“, sagte Corinna Klaus-Rosenthal, Vorsitzende des Ausrichters NLV-Kreis Göttingen.

„Technische Mängel im Vorfeld“

Um sechs Zentimeter an der Medaille vorbei sprang Weitspringer Jan Brunken, der als Fünfter auf 7,29 Meter kam. Angesichts von „technischen Mängeln im Vorfeld“ habe er „das Beste rausgeholt“, lobte Trainerin Silke Reinhardt. Für ihren Schützling Lukas Deserno blieb im Diskuswurf demgegenüber nur der 21. Rang.

►Schummelei bei den Kugelstoßern

Spätestens beim vierten Durchgang des Kugelstoßens wurde ein Kampfrichter misstrauisch: Zwei Athleten hatten ihre bisherigen Weiten um rund zwei Meter übertroffen. Also informierte er seine Kollegen, die daraufhin die Kugeln überprüften. Am Ende der Überprüfung stand ein kleiner Skandal, denn neben den zehn zugelassenen Wettkampfkugeln befand sich eine ein Kilogramm leichtere elfte Kugel – die ein Teilnehmer ins Jahnstadion geschmuggelt hatte. Wer, war nicht herauszufinden.
Die Erkenntnisse der Kampfrichter sprachen sich zu Athleten und Trainern herum, und es folgte das übliche Prozedere: Es wurde Widerspruch gegen die Wertung eingelegt, die Jury tagte, und der komplette Wettkampf musste wiederholt werden. Der NLV-Kreisvorsitzenden Corinna Klaus-Rosenthal ist schleierhaft, wie es zum Betrugsversuch kommen konnte: Denn im Warteraum der Athleten, dem sogenannten Call Room, würden sämtliche Taschen durchgesehen. Bei den zwei überraschend stark werfenden Teilnehmern habe es sich nicht um Vertreter der Spitzengruppe gehandelt, verriet sie. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte ein erschütterter LGG-Pressesprecher Gerd Brunken.

►Ergebnisse

U-23-Junioren

100 m: 1. Robert Polkowski (LT DSHS Köln) 10,44 s.
200 m: 1. Robin Erewa (TSV Bayer 04 Leverkusen) 21,19 s.
400 m: 1. Stefan Gorol (DJK Friedberg) 46,85 s.
800 m: 1. Andreas Lange (LG Reinbek/Ohe) 1:49,29 min.
1500 m: 1. Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) 3:41,22 min.
5000 m: 1. Nico Sonnenberg (LG Eintracht Frankfurt) 14:33,88 min.
110 m Hürden: 1. Julian Marquart (Hallesche LA-Freunde) 13,99 s.
400 m Hürden: 1. Varg Königsmark (SC Magdeburg) 50,22 s.
3000 m Hindernis: 1. Martin Grau (TSV Höchstadt/Aisch) 8:50,12 min.
4 x 100 m: 1. MTG Mannheim I 40,51 s.
4 x 400 m: 1. LG UnterlüßFaßbergOldendorf I 3:12,30 min.
3 x 1000 m: 1. StG Magdeburg-Halle I 7:21,18 min.
Hochsprung: 1. Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) 2,20 m; 2. Phillip Rietz (LG Göttingen), 2,09 m.
Stabhochsprung: 1. Daniel Clemens (LAZ Zweibrücken) 5,50 m.
Weitsprung: 1. Stephan Hartmann (LG Nord Berlin) 7,64 m; 5. Jan Brunken, (LG Göttingen) 7,29 m.
Dreisprung: 1. Marcel Kornhardt (ASV Erfurt) 15,54 m.
Kugelstoßen: 1. Christian Jagusch (SC Neubrandenburg) 18,11 m.
Diskuswurf: 1. Michael Salzer (VfL Sindelfingen) 57,90 m; 21. Lukas Deserno (LG Göttingen) 36,85 m.
Hammerwurf: 1. Paul Hützen (TSV Bayer 04 Leverkusen) 68,04 m.
Speerwurf: 1. Thomas Röhler (LC Jena) 81,99 m.
 

U-23-Juniorinnen

100 m: 1. Anna-Lena Freese (FTSV Jahn Brinkum) 11,46 s.
200 m: 1. Katharina Grompe (LG Olympia Dortmund) 23,90 s.
400 m: 1. Christina Hering (LG Stadtwerke München) 53,60 s.
800 m: 1. Christine Gess (TSG Balingen) 2:04,87 min.
1500 m: 1. Thea Heim (LG Regensburg) 4:24,36 min.
5000 m: 1. Annika Frank (LAV Stadtwerke Tübingen) 16:45,69 min.
100 m Hürden: 1. Jenna Pletsch (SV Schlau.Com Saar 05) 13,51 s.
400 m Hürden: 1. Frederike Hogrebe (LT DSHS Köln) 58,13 s.
3000 m Hindernis: 1. Cornelia Griesche (DJK Ingolstadt 10:27,28 min.
4 x 100 m: 1. LT DSHS Köln I 45,12 s.
4 x 400 m: 1. LT DSHS Köln I 3:42,59 min.
Hochsprung: 1. Nele Hollmann (WE TV Wattenscheid 01) 1,81 m.
Stabhochsprung: 1. Joana Kraft (TUS Metzingen) 4,40 m.
Weitsprung: 1. Lena Malkus (SC Preußen Münster) 6,56 m; 6. Anna Schmotz (LG Göttingen) 6,11 m.
Dreisprung: 1. Sabrina Mickenautsch (Erdgas Chemnitz) 13,24 m; 2. Lisanne Rieker (LG Göttingen) 13,23 m; 3. Neele Eckhardt (LG Göttingen) 13,19 m; 7. Anna Schmotz (LG Göttingen) 12,40 m.
Kugelstoßen: 1. Shanice Craft (MTG Mannheim) 17,12 m.
Diskuswurf: 1. Anna Rüh (SC Neubrandenburg) 63,74 m.
Hammerwurf: 1. Annjulie Vester (LA Team Saar) 62,01 m.
Speerwurf: 1. Désirée Schwarz (SV Schlau.Com Saar) 58,08 m.

Alle Ergebnisse

Von Eduard Warda

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