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Regional Über Freizeitgruppe zum Deutschen Meistertitel
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18:17 14.09.2011
Kopf-an-Kopf-Rennen: Die Wasporaner Max Staats (hinten im vorderen Kanu) und Marvin Huth schieben sich im 500-Meter-Rennen Stück für Stück an der Konkurrenz vorbei. Quelle: EF
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Göttingen

Am Ende der aktuellen Saison ging auf die Wasporaner bei den Deutschen Meisterschaften auf der Olympia-Regattastrecke in München ein wahrer Medaillenregen nieder.

Max Staats, Marvin Huth und Lion Schettler, Schüler des FKG und HG, erpaddelten sich insgesamt elf Medaillen, wobei der Sieg des Duo Staats und Huth über 500 Meter für die größte Überraschung sorgte. „Wir hatten mit höchstens einem dritten Platz geliebäugelt und ansonsten uns Endlaufchancen erhofft. Dieses Ergebnis jetzt ist sensationell“, berichtet der begeisterte Trainer. Im Augenblick des Triumphs konnten die Jungs noch gar nicht ihrer Freude freien Lauf lassen. „Nachdem ich vom Start weg richtig losgeballert bin, bemerkte ich ungefähr nach 250 Metern, dass meine Kraft nachlässt, und ich habe nur noch versucht unseren Vorsprung über die Ziellinie zu retten“, schildert Huth den kräftezehrenden Akt über die 500-Meter-Siegdistanz. „Ich war noch völlig fertig, habe nur gebrüllt und aufs Wasser geschlagen“, erinnert sich Staats an den emotionalen Moment nach der Zieleinfahrt.

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Über die Freizeitgruppe, die jeden Mittwoch in der Sommerphase am Kiessee stattfindet, haben die drei Wasporaner den Spaß und die Begeisterung an dem Sport gefunden. Nach mehreren Erfolgen stieg das Interesse und die Freude an der Paddelei. Der Trainer und seine Schützlinge merkten: Da geht noch mehr. „Heute wohnen die den halben Tag hier“, scherzt Gerd Bode, Initiator, Förderer und Vater des Erfolgs. Auch dass die Mitschüler der Kanuten meistens nicht so viel mit dem Wassersport anfangen können, stört die drei nicht. Vielmehr freuen sie sich über die Freundschaften, die während der vielen Regatten überall in Deutschland entstanden sind.

Mit Zelt, genügend Verpflegung, Spielkarten und den Booten geht es an ungefähr zehn Wochenenden im Jahr auf die Reise zu den Wettkämpfen. „Auch wenn der Spaß im Vordergrund steht, ist trotzdem eine gewisse Disziplin erforderlich. So herrscht abends ab 10 Uhr Bettruhe, und morgens vor dem Rennen wird um 8 Uhr gefrühstückt“, erläutert Bode den Verlauf der Wettkampftage. Damit alle vom Wochenende mit einem Erfolgserlebnis zurückkehren, gehört in der Wettkampfphase mindestens eine Trainingseinheit zum Tagesablauf der Nachwuchssportler. Außerdem ist laut Bode das notwendige Material, speziell die Boote, nicht ganz so kostengünstig. „Ein Boot kostet um die 3500 Euro. Die Sponsorenfindung ist leider immer eine schwierige Aufgabe“. Die großen Sportinternate aus Potsdam oder Heidelberg, für die sich mit Fördergeldern aus Olympiakreisen ganz andere Möglichkeiten bieten, stehen dazu in keinem Vergleich. Umso beachtlicher sind die Erfolge der drei Wasporaner mit den eher bescheidenen Mitteln, und desto stolzer sind auch alle Beteiligten.

Von Jens Wedemeyer