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Regional Überhitzte Hotelzimmer, eiskalter Sportpalast
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18:48 26.01.2011
Eingekreist: Mike Scott umringt von Budivelnik-Spielern.
Eingekreist: Mike Scott umringt von Budivelnik-Spielern. Quelle: Pförtner
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Auch die Rückreise war reibungslos – wenngleich die Dame bei der Passkontrolle in Dnipropetrowsk am Flughafen Antoine Jordan lange warten ließ, immer wieder erst auf den Pass und dann ins Gesicht des US-Amerikaners guckte und unverständliche Fragen stellte, sodass sich Jordan von seinen Mitspielern einige Sprüche anhören musste. Aber dann hob die kleine Maschine der ukrainischen Airline Aero Svit um 7 Uhr deutscher Zeit wieder pünktlich ab und landete gestern Morgen sogar etwas zu früh in Berlin Tegel.

Im Flieger war es so warm, dass einige Spieler im T-Shirt in der Maschine saßen, und auch auf den Hotelzimmern war die nicht regulierbare Heizung so hochgedreht, dass etwa Physiotherapeut Patrick Rißler vorm Schlafengehen eine Stunde lang lüftete, um mit der minus 15 Grad kalten Luft für eine Abkühlung zu sorgen.

Nur im Meteor Sportpalast, wo das Eurocup-Spiel gegen Budivelnik Kiew (56:68) ausgetragen wurde, war es „richtig, richtig kalt“, befand Patrick, der zehn bis 13 Grad schätzte. Mit den Veilchen hatte er erst einmal in einer so kalten Halle gespielt: „Bei einem Auswärtsspiel in Hagen war es ziemlich kalt“, sagte der Headcoach, der sich aber noch an ganz andere Basketballspiele erinnerte. In Japan, wo Patrick jahrelang als Profi spielte und als Trainer mit Toyota Alvark Meister wurde, hätten er und seine Spieler teilweise mit Handschuhen, die an den Fingern offen sind, spielen müssen, so kalt sei es gewesen. „Aber das wussten wir damals, da konnten wir uns drauf einstellen“, sagte Patrick. Im Meteor Sportpalast waren die niedrigen Temperaturen nicht unbedingt erwartet worden.

Nach dem Spiel, das die Veilchen vor allem auch wegen der schwachen Offensive verloren hatten, richtete der Headcoach den Blick auf die Begegnung am Sonnabend in Ludwigsburg: „Wir wissen ja, dass wir besser spielen können. Wir müssen einfach mental stärker sein.“ Zu was sein Team in der Lage ist, sah der Coach im 4. Viertel. Noch zu Beginn des finalen Abschnitts lag die BG mit 21 Punkten hinten. Dann kam Kapitän John Little, schloss dynamische Antritte per Korbleger ab und riss sein Team mit. Das Viertel gewannen die Veilchen mit 21:12.

Dass es in der Offensive aber wie schon so oft in der Saison nicht rund lief, dürfte Patrick nicht entgangen sein. Und auch Robert Kulawick stellte fest: „Wir haben zu oft die falschen Entscheidungen getroffen, haben immer wieder viel versucht, aber irgendwie konnten wir den Ball nicht laufen lassen.“ Lösungen gegen die starke Defense Budivelniks habe man zu spät gefunden. Sein Team habe lange Schwierigkeiten gehabt, die großen Spieler unter dem Korb einzusetzen, „und dann hatten wir noch Pech an der Freiwurflinie“. Ein Spiel, „aus dem wir viel lernen können“, hatte Patrick gesehen. „Jetzt ist es wichtig, dass wir uns auf Ludwigsburg konzentrieren.“ Die Arena Ludwigsburg wird auf jeden Fall beheizt sein. Ob es dort ein heißes Spiel mit verbesserter BG-Offensive gibt, das wird sich erst am Sonnabend zeigen.

Von Manuel Becker