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Regional Ulli Brömsen: Titelgewinn als Abschiedsgeschenk
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19:53 03.08.2011
Von Michael Geisendorf
Duell der Titelrivalen: 1:1 trennten sich RSV 05 – Julian Washausen (rechts) – und SCW – Torwart Zaki Zlatoudis – in Hin- und Rückspiel.
Duell der Titelrivalen: 1:1 trennten sich RSV 05 – Julian Washausen (rechts) – und SCW – Torwart Zaki Zlatoudis – in Hin- und Rückspiel. Quelle: PH
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Göttingen

Zwei Punkte Vorsprung, aber das schlechtere Torverhältnis hatte das Team von der Benzstraße vor dem Saisonfinale. Beim JFC Roswitha-Stadt, der den Schwarz-Gelb-Grünen im Hinspiel mit 1:5 die höchste Niederlage beigebracht hatte, musste also ein Sieg her, wollte man den Titelgewinn nicht in letzter Sekunde noch aus der Hand geben. Der 05-Nachwuchs behielt die Nerven und mit 3:0 die Nase vorn. Den Weendern nutzte auch ihr 5:1-Erfolg bei Eintracht Braunschweig II nichts, sie mussten sich als Vizemeister mit der goldenen Ananas begnügen.

„Die Meisterschaft war aber auch vollkommen verdient“, stellt 05-Trainer Ulli Brömsen klar. „Wir waren die konstanteste Mannschaft – auch wenn wir mit drei Remis in die Serie gestartet sind und uns den Ausrutscher zu Hause gegen Ros-witha-Stadt geleistet haben. Vor allem waren wir mit 20 bis 22 Spielern sehr viel breiter aufgestellt als der SCW, der mit einem 15er-Kader auskommen musste.“ Für Brömsen, seinen Trainerkollegen Torsten Rettberg und den außerordentlich engagierten Betreuer Hans-Jürgen Hackethal war die Landesliga-Meisterschaft der größte Erfolg ihrer Trainerkarriere und Lohn einer dreijährigen intensiven Nachwuchsarbeit beim RSV 05 mit wöchentlich 20 bis 25 Stunden während der Spielzeit, schätzt Brömsen. „Es ist das erste Mal, dass eine Göttinger U-17-Mannschaft in die Niedersachsenliga aufgestiegen ist“, unterstreicht der 42-Jährige stolz, der sich vor seiner Zeit an der Benzstraße beim SCW engagiert hatte.

Vor allem der 94er-Jahrgang, der in der kommenden Saison bei den A-Junioren spielt, habe einen Riesenanteil am Erfolg gehabt. „Ich will da keinen hervorheben, alle haben sich stets voll eingesetzt und zum Beispiel den Wechsel von Niko Wolany, der als Torwart ein großer Rückhalt für uns war, zu Eintracht Braunschweig hervorragend kompensiert. Aber auch der 95er-Jahrgang war komplett leistungsbereit und hat immer daran mitgearbeitet, unser großes Ziel zu erreichen“, stellt Brömsen dem gesamten Team ein glänzendes Zeugnis aus.
Für ihn selbst ist die Meisterschaft nicht nur die Krönung seiner Trainertätigkeit, sondern auch ihr – zumindest vorläufiger – Abschluss. Nach Saisonende musste der im Hausmanagement tätige 42-Jährige berufsbedingt nach Leutkirch bei Memmingen, 20 Kilometer vom Bodensee entfernt, umziehen. „Für mich als Ur-Göttinger war das schon ein schwerer Schritt. Trotz der guten beruflichen Perspektive bin ich mit einem weinenden Auge gegangen“, gesteht Brömsen.

Er habe aber volles Vertrauen, dass sein Nachfolger Frank Krause, der die künftig für den JFV Göttingen auflaufenden B-Junioren coachen wird, seine Arbeit engagiert und kompetent fortsetzen und sie in der obersten niedersächsischen Klasse halten wird. „Aus dem 96er-Jahrgang wachsen gute Spieler nach, und mit den starken 94ern, die ich zwei Jahre betreut habe, wird die A-Jugend ein Spitzenteam und ein klarer Aufstiegskandidat“, prophezeit Brömsen. „Auf diese Jungens kann sich das Trainergespann Hans-Jürgen Ehrlich und Arunas Zekas freuen. Und wer weiß: Vielleicht stoße ich ja auch irgendwann wieder dazu.“