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Regional Göttinger Veilchen Ladies verlieren zu Hause
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11:39 27.11.2017
Göttingens Verdine Warner (M).
Göttingens Verdine Warner (M). Quelle: Pförtner
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Göttingen

„Es war ein wichtiges Spiel und wir haben verloren“, lautete das nüchterne und zugleich deprimierende Fazit von BG-Trainer Giannis Koukos. Dabei starteten die Ladies gut in die Partie und lagen über weite Strecken nach Punkten gleichauf mit Saarlouis. Doch die Gäste erwiesen sich als treffsicherer und machten es den Göttingerinnen von Beginn an schwer, in Führung zu gehen. „Es war die ganze Zeit knapp, zwei Mannschaften auf Augenhöhe“, umriss Jennifer Crowder, was die rund 450 Zuschauer in der FKG-Halle zu sehen bekamen. Die Saarlouis Royals agierten aggressiv, während die Veilchen Ladies verbissen gegenhielten. Viele Fouls prägten die Partie.

Mit zu vielen Ballverlusten, teils unglücklich durch Unaufmerksamkeit zustande gekommen, standen sich die Ladies selbst im Weg. „Ich meine eigentlich, wir haben den besseren Kader und hatten es heute selber in der Hand“, sagte Crowder. Der letzte Biss habe am Ende ein wenig gefehlt, nachdem sich die Mannschaft den Weg zum Sieg selbst schwer gemacht habe.

Gute Aktionen hatten die Veilchen nämlich durchaus, so führte ein überraschender Alleingang von Marissa Janning nach dem Ballgewinn zu Punkten für die Veilchen. Mit 15 Punkten war Janning nach Verdine Warner (18 Punkte) die zweitbeste Scorerin. Trotzdem zeigte sie sich nach dem Spiel selbstkritisch: „Ich denke, ich muss auf jeden Fall besser werfen“, sagte sie zu ihrer Punkte-Ausbeute. Daran wolle sie arbeiten, sieht aber gleichzeitig mehr Potenzial in ihrer Leistung.

Eine Baustelle der ganzen Mannschaft sah ihre Teamkollegin Crowder außerdem im Rebounding: „Wenn uns die Fünf etliche Rebounds vor der Nase wegschnappt, dann tut das weh.“ Gemeint war Sabine Niedola mit der Rückennummer fünf der Saarlouis Royals. Mit 24 erzielten Punkten war sie bei den Gästen mit Abstand die effektivste Werferin. Allerdings holte Warner für die Veilchen Ladies 21 Rebounds, Niedola nur elf.

Trotzdem machten es die Veilchen ihren Gegnerinnen bis zum Schluss schwer. Sie führten die Partie ab dem dritten Viertel deutlich härter und verwerteten ihre Chancen zeitweilig besser als zu Anfang. Bis kurz vor Schluss konnten die Veilchen Ladies an den Gästen dranbleiben. Die entscheidenden Punkte für die Saarlouis Royals fielen erst zum Ende des letzten Viertels. „Wir haben in den letzten zwei Minuten nicht gut gespielt“, lautete auch das Urteil des Trainers. Punktgewinne des Gegners durch Freiwürfe trugen zusätzlich zur späten Niederlage bei.

Weil Koukos am Spielfeldrand teils kaum an sich halten konnte und lautstark Kommentare rief, pfiff der Schiedsrichter nach vorheriger Androhung ein technisches Foul für die Göttinger. Eine von vielen Schiedsrichterentscheidungen des Abends, die bei Fans und Spielerinnen für Unverständnis und teils lautstarken Protest sorgte. Koukos dazu: „Ich kann nicht über die Schiedsrichter sprechen.“ „Wir hatten schon schlechtere“, stellte Corwder nüchtern fest. Die Mannschaft habe es selbst in der Hand gehabt.

Mit einem solch harten Spiel hatten Crowder und ihre Teamkolleginnen allerdings gerechnet: „Dass das für Saarlouis auch ein wichtiges Spiel und ein total wichtiger Sieg ist, war eigentlich klar.“ Offenbar hatten auch die Fans der Göttinger geahnt, dass ihr Team Unterstützung brauchen konnte, und gaben genauso viel Vollgas wie die Spielerinnen auf dem Parkett. Jeder noch so kleine Punktgewinn wurde frenetisch bejubelt. Übrigens auch von der Bank der Veilchen aus. Für Missmut sorgte neben der einen oder anderen Schiedsrichterentscheidung nur eine kaputte Anzeigetafel, die einen massiven Rückstand der Veilchen vorgab – Nach einer kurzen Pause war das Problem allerdings behoben.

In einem knappen Spiel haben die Göttinger Veilchen Ladies vor heimischem Publikum gegen die Saarlouis Royals verloren.

Mit den Saarlouis Royals trafen die Veilchen zudem auf einen alten Bekannten: ihren ehemaligen Trainer Hermann Paar. Dass Saarlouis dadurch einen Vorteil hatte, glaubt Koukos aber nicht: „Hier kennt jeder jeden. Vielleicht kennt er sie etwas besser, aber das ist kein großes Problem“, so der Veilchen-Coach. „Im Leben gibt es Hochs und Tiefs. Wir müssen weiter arbeiten und weiter kämpfen“, lautet seine die Devise für die folgenden Spiele der Saison. Angekommen in der ersten Liga scheinen die Veilchen zumindest zu sein, das belegt die über weite Strecken ausgeglichene Partie vom Sonntag. „Klar ist die erste Liga etwas komplett anderes , aber wir können das und wir müssen es nur abrufen“, ist Crowder überzeugt. Das Göttinger Team steht weiter mit vier Punkten auf Tabellenplatz elf.

BG-Punkte: Warner (18), Janning (15), Crowder (10), Pierce (9)

Von Finn Lieske

27.11.2017
27.11.2017