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Regional „Volle Pulle“: Uli Borowka war Alkoholiker
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19:31 14.12.2012
„Habe mich im Privatleben leider genauso verhalten wie auf dem Platz“: Uli Borowka.
„Habe mich im Privatleben leider genauso verhalten wie auf dem Platz“: Uli Borowka. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Und lachen in der Folge immer wieder. Denn Borowka präsentiert Geschichten aus 16 Profi-Jahren, die trotz ihres ernsten Hintergrunds eine amüsante Note tragen – wenn auch nur, weil rückblickend klar ist, dass sie gut ausgehen. In seinem Buch „Volle Pulle. Mein Leben als Fußballprofi und Alkoholiker“ berichtet der 50-Jährige von seiner Alkoholsucht, von Nahtoderfahrungen und Klinikaufenthalten.

Mit gezielten Fragen forschen die Zuhörer nach, wollen die Kontraste zwischen Europapokalsieg und Einsamkeit, zwischen Profi-Alltag und Pillencocktail verstehen. Sie schlagen den Bogen zu Themen wie Homosexualität oder Depressionen im Spitzensport. „Sportler haben einen Mega-Druck“, verdeutlicht Borowka. „Und nur weil du Profi bist und zwei Millionen verdienst, hast du ja nicht weniger Probleme als andere Menschen.“

Der als „Eisenfuß“ bekannte Abwehrspieler, der 388 Partien im Trikot von Werder Bremen und Mönchengladbach bestritten hat, nimmt die Zuhörer für sich ein – spätestens, als er Beispiele liefert, warum er den Spitznamen „Die Axt“ trug. Hemmungsloses Gelächter begleitet Borowkas Anekdote vom Bundesligadebüt Olaf Thons, den er mit den Worten begrüßte: „Ich brech’ dir gleich beide Beine.“

Dieter Eilts habe die Verwunderung von Jürgen Klinsmann über die weite Strecke von der Kabine zum Trainingsplatz äußerst trocken kommentiert: „Mach dir keine Sorgen. Auf dem Rückweg wirst du eh’ getragen.“ Er habe sich „im Privatleben leider genau so verhalten wie auf dem Platz. Das war falsch“, sagt der 50-Jährige, dessen Alkoholexzesse seine erste Ehe zerstörten.

Als in der „zweiten Halbzeit“ Alex Raack, Hauptautor des Buches, über eine Oktobernacht im Jahr 1988 vorträgt, in der Borowka gleich zwei Wunder erlebte, lächelt der Ex-Profi. Das erste geschah im Stadion, als sich Bremen nach einer 0:3-Hinspielpleite mit einem 5:0-Sieg gegen Dynamo Berlin für die zweite Runde des Landesmeister-Cups qualifizierte. Das zweite Wunder ereignete sich wenige Stunden später mit der Geburt seines ersten Kindes – ins Krankenhaus wurde er von der Polizei direkt nach dem Schlusspfiff mit Blaulicht gebracht.

Kontakt zu den Kindern habe er nicht, sagt Borowka. Und auch keine Garantie, trocken zu bleiben. „Dennoch bin ich letztlich froh“, bilanziert der 50-Jährige, „dass sich mein Leben so zum Positiven entwickelt hat“.

Uli Borowka und Alex Raack: „Volle Pulle. Mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker“, Edel Germany, 304 Seiten, 19,95 Euro.