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Regional Was tun, wenn der Ball beim Strafstoß platzt?
Sportbuzzer Sportmix Regional Was tun, wenn der Ball beim Strafstoß platzt?
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20:06 31.08.2011
Strafstoß: Breitenbergs Trainer Tobias Dietrich verwandelt auf diesem Archivfoto sicher – der Ball platzt nicht.
Strafstoß: Breitenbergs Trainer Tobias Dietrich verwandelt auf diesem Archivfoto sicher – der Ball platzt nicht. Quelle: Walliser
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Eichsfeld

Den ganz gewöhnlichen Spielbetrieb beeinflussen die Neuerungen zur Serie 2011/12 nicht gravierend, bieten aberAnlass zum Schmunzeln. Zumal sie sich auf den Strafstoß beziehen, der sogar dann für viel Aufsehen sorgt, wenn alles „normal“ abläuft.

Das Internetlexikon Wikipedia definiert den Elfmeter als „eine vom Schiedsrichter verordnete Spielstrafe, die eine von einer Regelwidrigkeit benachteiligte Mannschaft in eine aussichtsreiche Position zum Torerfolg bringt.“ Um dies auch jederzeit zu gewährleisten, sah sich der Weltfußballverband FIFA genötigt, am Reglement zu feilen. Bislang besagten die Regeln, dass das Spiel grundsätzlich mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt wird, sobald der Ball beim Schuss auf das Tor (nach der Ausführung durch einen Spieler und bevor er die Linie überschreitet oder Spieler oder Gehäuse berührt) beschädigt wird. Und was geschieht jetzt, wenn das Leder tatsächlich „unterwegs“ platzen sollte? Ab sofort haben die Schiedsrichter in einem solchen Fall auf Wiederholung zu entscheiden, um dem begünstigten Team den Vorteil nicht zu nehmen.

Und das völlig zurecht, wie der Göttinger Kreisschiedsrichterobmann, Christian Rahlfs, findet. Schließlich sei die vorherige Handhabe „mehr als unfair gewesen“, betont der Referee aus Seulingen.

Ähnlich beurteilt auch der Elfmeterschütze des SV Germania Breitenberg, Christian Kühne, die Situation. „Warum sollte der Schütze dafür bestraft werden, dass der Ball den Geist aufgibt?“, fragt er rhetorisch nach. Daher befürwortet auch er die Regeländerung, da so der Vorteil gewahrt bleibe, falls es wider Erwarten einmal dazu kommen sollte.

Bisher ist Kühne so etwas jedoch ebenso wenig widerfahren wie „Elfmeterkiller“ Mohamed Alayan vom VfL Olympia Duderstadt. Der Torwart bricht in Lachen aus, als er von der neuen Regel erfährt. Darüber habe er sich noch nie Gedanken gemacht, gibt er zu. Er könne sich „beim besten Willen“ nicht vorstellen, dass der Ball platzt. „Außer vielleicht, wenn Jan Diedrich schießt, der hat nämlich einen Huf wie ein Pferd“, denkt er an einen ehemaligen Mitspieler zu seinen Breitenberger Zeiten zurück.

Auch wenn ein derartiger Vorfall unwahrscheinlich sei und er selbst die Regel vermutlich nie werde anwenden müssen, knüpft Rahlfs an, müsse das Regelwerk alle Eventualitäten berücksichtigen: „Wir müssen auf alle Geschehnisse vorbereitet sein, um reagieren zu können, wenn so etwas tatsächlich eintritt.“ Zudem sei er froh darüber, dass nun endlich eine einheitliche Regelung getroffen worden sei: „Gerade weil sie die Regeln beim Strafstoß andauernd geändert haben, ist das sehr erfreulich.“

Ganz so einheitlich ist es dann doch nicht. Wie so häufig, bestätigt auch hier die Ausnahme die Regel. Wird der Strafstoß indirekt ausgeführt (das ist erlaubt, man muss den Ball nicht volle Kanne auf das Tor schießen, sondern darf ihn auch einem nachlaufenden Spieler vorlegen), erlischt der Vorteil im Falle einer Beschädigung des Balles, und der Schiedsrichterball findet der alten Regel gemäß seine Anwendung. Während diese Elfmetervariante früher des Öfteren zum Einsatz kam, ist sie heute fast so selten geworden wie echte Lederbälle auf den Spielfeldern der Bundesliga. Aber wie gesagt: eben alle Eventualitäten...

Von Andreas Holzapfel