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Regional „Wer neu dazu kommt, muss erst mal leiden“
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20:54 07.08.2011
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Es sind die kleinen Erfolge, die Jago Neuparth motivieren. Ob im Krankenhaus Neu-Mariahilf, wo der 20-Jährige derzeit einer der letzten Zivildienstleistenden ist, oder bei seiner Arbeit im Verein. „Für die Jugendlichen da zu sein und bei Problemen zu vermitteln“, so sieht Neuparth seine Hauptaufgabe als Jugendvorstandvorsitzender im ASC. „Wenn zum Beispiel mal eine neue Reckstange gebraucht wird“, helfe er gerne weiter und auch sonst, wenn es um die Verwirklichung von Ideen gehe.

Neuparths große Leidenschaft ist Kung Fu. Beim ASC fing er vor einigen Jahren mit dem chinesischen Kampfkunststil an, eine Sportart, die sein gesamtes Leben seitdem prägt. Kung Fu heißt übersetzt harte Arbeit. „Ich will gut werden, aber Perfektionist bin ich nicht“, charakterisiert er sich selbst.

Harte Arbeit verlangt Neuparth aber nicht nur von sich. „Wer neu dazukommt, muss erstmal leiden“, sagt er über seine Unterrichtsstunden im ASC. Dort bringt er Jugendlichen die Grundlagen in der Sportart Parkour bei, also die Überwindung von Hindernissen als sportliches Training. „Das war früher als Trendsportart eingeplant, inzwischen hat es sich etabliert“, so Neuparth. Körperliche Fitness sei eine der Grundvoraussetzungen für Parkour und Körperspannung immens wichtig.

Tai Chi, die sogenannte innere Kampfkunst, praktiziert Neuparth ebenfalls. „Wenn ich keinen Sport machen würde, würde ich die Arbeit nicht aushalten“, so Neuparth. Zwölf Tage Frühschicht hintereinander seien im Krankenhaus keine Seltenheit. Im Anschluss habe er dann zwei Tage frei. „Ein bisschen Zeit brauche ich dann, um in den entspannten Modus zu kommen“, erzählt er.

Seine freie Zeit nutze er aber nicht nur zum Abschalten. Noch immer ist er begeistert von einem Seminar „Improved Reading“ (Schneller lesen, besser verstehen). Und das Buch „Lernen wie ein Weltmeister“ (Gunther Karsten, Mosaik Verlag 2007) empfiehlt er all denen, die – so wie er – effizienter Lernen wollen.
„In den Bereichen, wo ich tätig bin, kann ich etwas verändern“, sagt Neuparth und spricht damit vor allem seine Pflegetätigkeit als Zivi an. „Wenn ein Patient zwei Wochen lang nichts gegessen hat und du schaffst es dann, dass er wieder isst“, sei das ein großartiges Gefühl. Seinen Zivildienst hat er verlängert. Auch was er danach macht, steht schon fest: „Ich absolviere in der Universitätsmedizin Göttingen eine Ausbildung zum Krankenpfleger.“

Von Björn Dinges