Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Yannick Sinske und Naima Diesner sorgen für Heimsiege
Sportbuzzer Sportmix Regional Yannick Sinske und Naima Diesner sorgen für Heimsiege
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:36 24.09.2019
Das Feld der U15-Fahrer lag eng zusammen. Quelle: Holloway
Anzeige
Göttingen

Zwei Göttinger haben sich durchgesetzt: Yannick Sinske und Naima Diesner haben bei bestem Radsport-Wetter die wichtigsten Wettkämpfe der EAM-Landesmeisterschaften Bahn gewonnen. Insgesamt nahmen rund 60 Radfahrer an dem Renntag teil, der vom Tuspo Weende im Stadion am Sandweg ausgerichtet wurde.

Sinske, der inzwischen in Hannover lebt, war nach seiner Titelverteidigung in der Männerklasse rundum zufrieden. „Es war eine schöne Veranstaltung, die Tribüne war gut gefüllt und das Feld gut besetzt“, bilanzierte der 30-Jährige. Immer wieder war er während der vier Rennen des sogenannten Omniums an der Spitze des 14 Fahrer starken Feldes zu sehen.

Anzeige

Offensive Fahrweise

Denn Sinske habe bewusst eine „offensive Fahrweise gewählt, um Positionskämpfen aus dem Weg zu gehen“. Das Besondere? In seiner Rennklasse fuhren die Aktiven, wie im Bahnradsport üblich, mit starrem Gang – ohne Schaltung und ohne Bremse. Zweiter der Männerklasse wurde mit Kai-Henrik Günther ebenfalls ein Tuspo-Fahrer. In der Frauenkonkurrenz hatte, wie schon 2018, Naima Diesner die Nase vorn. Sie siegte im Gesamtklassement des vierteiligen Mehrkampfes hauchzart vor Stefanie Paul und Joana Ferreira (beide RSG Hannover). „Beim ersten Wettkampf konnte ich mich gut im vorderen Feld halten und ihn für mich entscheiden. Das gab mir nochmal ein Quäntchen Selbstvertrauen für die weiteren Disziplinen“, so Diesner. Sie triumphierte, wie sie mit einem Lächeln verriet, obwohl sie „seit letztem Jahr nicht einmal auf dem Bahnrad gesessen“ habe.

Werbung für Bahnradsport

Tuspos Abteilungsleiter Holger Buch war von den Meisterschaften begeistert: „Das war Werbung für den Bahnradsport. Zuschauer, Trainer, Sportler und Kommissäre haben einen tollen Tag erlebt – und das lag nicht nur am guten Wetter“, so Buch, dessen Töchter Hannah und Mia ebenfalls erfolgreich in die Pedale traten.

Neben dem Surren der Ketten, Anfeuerungsrufen und Glockengebimmel hörte man an der Göttinger Radrennbahn immer wieder kräftigen Applaus der Zuschauer. Am lautesten war dieser, als der jüngste Fahrer des Tages die Zielgerade erreichte: David Ludewig, Jahrgang 2014, meisterte im Rahmen des Badeparadies-Eiswiese-Omniums die 400 Meter und sorgte für Begeisterung.

Immer Überblick haben

Eine Rennklasse höher, in der U11, war Anton Paul siegreich. „Ich bin gut im Feld mitgekommen. Einmal habe ich auch das Loch zu den Ausreißern zugefahren“, verriet der Achtjährige, der der Rennstrecke Positives abgewinnen konnte: „Die Runde ist kurz, man hat also immer den Überblick.“ In dieselbe Richtung geht auch ein Gedanke des neuen, alten Landesmeisters Sinske: „Ich glaube, die Zuschauer finden Bahnrennen auch deshalb spannend, weil sie die ganze Zeit das Geschehen sehen.“ Highlight für den Tuspo-Fahrer waren die Temporunden – denn der Name war Programm: Gemeinsam mit Jasper Schröder gelang die Umrundung des Feldes. „Da war richtig Zug drin“, so Sinske, der im kommenden Jahr versuchen wird, sein Titel-Triple perfekt zu machen.

Ob die Meisterschaften 2020 erneut in Göttingen ausgetragen werden, kann Tuspos Abteilungsleiter Buch zwar noch nicht versichern. Doch er hätte nichts dagegen einzuwenden. „Wir würden es wieder machen“, sagte Buch.

Von Timo Holloway