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Regional Lagenhagener Hardy Grüne nimmt an einer Radtour über die Anden teil
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20:45 27.11.2013
So war es 2011: Hardy Grüne bei der Gesäßmuskel-Erfahrung, die ihn nach Südamerika führt. Quelle: EF
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Göttingen

Im kommenden Jahr – Startschuss ist der 1. August – nimmt er nun an „The Andes Trail“, einer Tour über 11 000 Kilometer und 128 Tagen über die Anden nach Patagonien, teil. Frei nach Bud Spencer: Hardy Grüne geht nach Westen – und fährt dort in den Süden.

„Von der körperlichen Belastung her habe ich schon Respekt, aber keine Angst“, stellt der 05-Fan klar, der nach der anstrengenden Afrika-Tour regelmäßig trainiert hat und immer mal wieder Fahrten in den Harz unternimmt. Ein „schönes Abenteuer“ schwebt ihm vor, eine weitere Entdeckungsreise. „Ich freue mich darauf, durch Gegenden zu fahren, in die man als Tourist nicht kommt“, sagt er.

Als Journalist will er wie bereits 2011 Tagebuch führen und deutsche Zeitungsleser über seine Eindrücke auf dem Laufenden halten. Auch die Tageblatt-Leser kamen damals in den Genuss seiner Schilderungen, die als Buch erhältlich sind. „Ich freue mich auf die Erfahrungen und darauf, viele Menschen kennenzulernen“, sagt Grüne.

Vom Mittelpunkt zum Ende der Welt: Startpunkt ist am 1. August 2014 der Äquator nördlich der equadorianischen Hauptstadt Quito, Ziel Mitte Dezember die Stadt Ushuaia im argentinischen Teil von Patagonien. Passenderweise wird das Städtchen „Fin-del-mundo“ (Ende der Welt) genannt.

Startschuss in 3500 Metern Höhe

Zu schaffen machen könnte ihm die ungewohnte Höhe der Tour, deren Startschuss in 3500 Metern Höhe erfolgt. Der höchste Punkt des Rennens ist bei rund 4800 Metern erreicht. Haben ihm auf den knapp 12 000 Kilometern durch Afrika Durchfallerkrankungen zugesetzt, hofft Grüne, dass ihm dieses Schicksal im nächsten Jahr erspart bleibt.

„Ich habe in Südamerika bessere Chancen, weil die Hygiene viel besser ist. Es gibt wohl auch nicht viele Länder auf der Erde, in denen es schlechtere hygienische Zustände gibt als in Äthiopien“, berichtet der Rad-Enthusiast.

Eine andere Herausforderung sind die Landessprachen der zu passierenden Länder Equador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile: Grüne büffelt bereits fleißig auf der Volkshochschule Spanisch. Zur Auswahl hatte auch ein Rennen auf der Seidenstraße gestanden. Unter anderem weil Südamerika für einen Fußballfan spannender ist, habe sich der 50-Jährige für „The Andes Trail“ entschieden.

Das härteste Teilstück dürfte für Grüne und die etwa 40 übrigen Teilnehmer der Schlussabschnitt der Tour  mit seinen scharfen Winden sein. Aber Grüne weiß nach der Erfahrung 2011, was ihn erwartet, und trainiert stetig im Harz. „Das ist ein guter Ausgleich zum Schreibjob“, sagt er. „Das Tempo ist beim Radfahren ideal: Du kommst schnell voran, aber nicht zu schnell, so dass du alles mitbekommst.“

Einen Vortrag zur Tour d᾽Afrique hält Grüne am 18. Januar beim Göttinger Fernwehfestival.

Von Eduard Warda