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Weltweit 96-Profi gewinnt über die olympische Distanz beim Maschsee-Triathlon
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22:21 04.09.2011
Von Norbert Fettback
Jan Raphael hat das Tempo angegeben. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Nur gut für so manchen Sportler, dass gestern Nachmittag auf dem Rudolf-von Bennigsen-Ufer oder am Friedrichswall nicht geblitzt wurde. Es hätte sich lohnen können für die Stadtkasse, denn auf der Piste wurde tüchtig Gas gegeben, als beim Maschsee-Triathlon das große Verfolgungsrennen startete. Alle Jan Raphael hinterher – so lautete das Motto bei der Hatz über die fünf Runden. Der 31-Jährige, der schon mit rund 100 Metern Vorsprung aus dem Maschsee gestiegen war, ließ sich im Rennen über die olympische Distanz indes nicht beeindrucken, geschweige denn einfangen. Stattdessen baute Raphael, der von einem Motorrad mit Blaulicht eskortiert wurde und der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von weit mehr als 40 km/h unterwegs war, seinen Vorsprung mit dem Rad kontinuierlich aus und lief am Ende in 1:59:16 Stunden mit mehr als acht Minuten Vorsprung ins Ziel. „Ein rundes Rennen, deutlich besser als erwartet“, sagte der Hannoveraner nach der Generalprobe für die Weltmeisterschaft in fünf Wochen auf Hawaii. „Und es war ein tolles Erlebnis, in der Heimatstadt zu siegen.“

Der erfahrene Profi, der morgen um 7 Uhr zur Vorbereitung auf den Ironman-Titelkampf auf die Pazifikinsel fliegt, hatte sich auf ein kleines Wagnis eingelassen – und dabei ein bisschen Lehrgeld gezahlt. Punkt 12 Uhr war er bereits für sein Bundesligateam von Hannover 96 zum Sprintrennen angetreten, zweieinhalb Stunden später trug er schon wieder die gelbe Badekappe, um sich ein zweites Mal zu präsentieren. „Alle Achtung, mit der Doppelbelastung hat er sich ganz schön was zugemutet“, sagte seine verletzte 96-Kollegin Sandra Wallenhorst, die sich unter die etwa 3000 Zuschauer am Nordufer des Maschsees gemischt hatte. Raphael räumte ein, dabei nicht alles richtig gemacht zu haben: „Ich habe mich in der Rennpause nicht optimal verpflegt“, sagte er. Auch deshalb, weil er sich eine halbe Stunde an der rechten Wade behandeln lassen musste und die Zeit so noch knapper wurde. Im abschließenden Zehn-Kilometer-Lauf begnügte er sich mit der für ihn eher bescheidenen Zeit von 35:35 Minuten – doch damit war er auch in dieser Disziplin mit Abstand der Beste.

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Zufriedene Gesichter gab es auch beim Bundesligateam von Hannover 96. Mit einem 6. Platz in der Tageswertung gelang beim „Heimspiel“ im Endklassement der Sprung auf Rang 10. Der Däne Rasmus Petraeus als 14. – am Vortag hatte er sich in seiner Heimat noch die Mannschafts-Vizemeisterschaft geholt und war abends mit dem Auto nach Hannover gefahren – und der erst 17 Jahre alte Jonas Schomburg als 21. bekamen besonders viele Glückwünsche.

Schomburgs Vater Arnd, einst selbst ein Vorzeigetriathlet, staunte über die Fortschritte seines Sohnes Jonas, jüngster Starter im Bundesliga-Feld. Das sei nicht allein eine Frage des Talents. „Er tut auch viel dafür“, sagte er. Raphael, ohnehin kein Spezialist für kurze Distanzen, hielt sich etwas zurück – um Kräfte aufzusparen für den zweiten Start des Tages. Bei den Männern kamen mit Laurent Vidal und Davis Hauss zwei Franzosen im Dress des TV Buschhütten, des neuen deutschen Mannschaftsmeisters, nahezu zeitgleich als Erste ins Ziel – beide galten auch als Favoriten.

Offensichtlich viel Spaß hatten auch zahlreiche Freizeitsportler unter den rund 1250 Triathleten, die den Wettkampf am Maschsee beendeten. Dazu passte, dass sich am Mittag die Regenwolken verzogen hatten. Die Sanitäter hatten einen eher ruhigen Tag: Eine Fußverletzung durch Glasscherben im See, ein Sturz mit dem Rad, weil ein Markierungshütchen im Weg war: Das war zu verschmerzen.

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