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Weltweit Die Spannung währt nur kurz
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20:46 01.11.2013
Sven Gerbig ( Scorpions) und Christoph Koziol (Indians) stehen sich in der ausverkauften Langenhagener Eishalle gegenüber. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Plötzlich wurde es noch einmal richtig laut. „Jetzt geht’s los, jetzt geht’s los“, sangen die etwa 600 Fans des EC Hannover Indians unter den 1438 Zuschauern in der ausverkauften Langenhagener Eishalle sechs Minuten vor Ende des 2. Drittels. Und man konnte sich nicht des Eindrucks erwehren, dass sie selbst ein wenig überrascht davon waren, dass das Eishockey-Oberligaderby ihrer Mannschaft bei den Hannover Scorpions tatsächlich noch einmal spannend wurde. Ein Eigentor von Scorpions-Verteidiger Jan Jarabek und ein schöner Treffer von Darcy Vaillancourt machten aus einer vermeintlich sicheren 3:0-Führung des klaren Favoriten ein 3:2. Damit durften sie tatsächlich kurz an einer Überraschung schnuppern.

Doch daraus wurde nichts. Am Ende setzten sich die Scorpions mit 4:2 (2:0, 1:2, 1:0) durch – und entschieden das erste Punktspielderby der hannoverschen Eishockeyhistorie mit mehr Mühe als erwartet für sich.  Dabei war zu Beginn eigentlich alles so gelaufen, wie es erwartet worden war. Nachdem Indians-Stürmer Christoph Koziol und Jarabek auf beiden Seiten jeweils einmal den Pfosten getroffen hatten, übernahmen die Gastgeber die Kontrolle. Das Übergewicht der Scorpions war erdrückend, und die Gäste konnten sich regelmäßig nur durch unerlaubte Weitschüsse vom Druck befreien. Doch wen wunderte das auch, angesichts der ungleichen Voraussetzungen.

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Scorpions sorgten für klare Verhältnisse

Allein ein Blick auf die 2. Sturmformation der Scorpions reichte, um das zu verdeutlichen: Andreas Morczinietz, Sven Gerbig und der nach einer Handverletzung ins Team zurückgekehrte Marvin Krüger bringen es gemeinsam auf 998 Erstligaspiele. Der gesamte Kader der Indians auf 56, die Danny Reiss und Artur Grass fast komplett auf der Ersatzbank verbrachten.  Folgerichtig sorgten Alexander Janzen, Jan Schaludek und Krüger binnen 14 Minuten mit drei Treffern für klare Verhältnisse. So sah es wenigstens aus, und deshalb verlegten sich selbst die Indians-Fans vorübergehend darauf, sich auf das Geschehen rund um die Eisfläche zu konzentrieren.

Da bekam Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth verbal sein Fett weg, die neue Heimat des Lokalrivalen wurde verhöhnt („Ihr habt ne hässliche Halle – wir woll’n zurück zum Pferdeturm“) und auch darüber hinaus hatten die Anhänger der Gäste weitestgehend die stimmliche Übermacht. Das Drittligaderby, das angesichts seiner Brisanz sogar ein Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks angelockt hatte, entwickelte sich also erwartungsgemäß. Auf dem Eis dominierten die Scorpions, auf den Rängen die Indians.  Auch der ehemalige Scorpions-Besitzer und jetzige Trikotsponsor Günter Papenburg wirkte angesichts der Dominanz zwischenzeitlich sogar etwas gelangweilt und schien sich gedanklich schon ein Stück von der Idee zu verabschieden, das zweite Scorpions-Heimspiel am 15. Dezember möglicherweise in der TUI Arena auszutragen.

„5000 bis 6000 Zuschauer müssten schon kommen, damit es sich lohnt – aber dafür müsste auch eine gewisse Spannung da sein“, sagte Papenburg. Und die bekam er dann plötzlich doch noch.  Irgendwie schienen auch die Scorpions die Partie angesichts der klaren Führung schon abgehakt zu haben. Und die Mischung aus Sorglosigkeit und einem Spritzer Überheblichkeit rächte sich. Denn nach den beiden Indians-Treffern durfte der Außenseiter tatsächlich kurz von einer möglichen Überraschung träumen. Doch Krüger sorgte mit dem dritten Überzahltreffer des Abends wieder für einen beruhigenden Zweitorevorsprung. Die Indians-Fans verlegten sich wieder darauf, sich und ihre Mannschaft zu feiern. Doch die Punkte, die behielten die Scorpions.

Von Björn Franz und Stephan Hartung

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