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Weltweit Der Blick richtet sich nach vorn
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11:49 13.07.2009
Toller Sport - magere Kulisse: Auch bei dem Spiel der Deutschen blieb die Tribüne leer.
Toller Sport - magere Kulisse: Auch bei dem Spiel der Deutschen blieb die Tribüne leer. Quelle: Petrow
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Irgendwie passte es ins Bild. Kaum hatte sich die russische Mannschaft, der Überraschungssieger der Europameisterschaft im Siebener-Rugby, auf seine Ehrenrunde begeben, da begann es in Strömen zu regnen. Das Wetter, das war eine Feststellung des Turniers in der AWD-Arena, spielte nicht wirklich mit. Und es war damit sicherlich auch einer der wesentlichen Faktoren dafür, dass der Besuch deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb: Gerade einmal 13.500 Zuschauer kamen insgesamt an den beiden Veranstaltungstagen, verliefen sich bisweilen im weiten Rund der Arena und gaben der EM damit nicht den Rahmen, den sich die fleißigen Organisatoren um Achim Behring-Scheil erhofft hatten.

Dass deren Turnierfazit dennoch überraschend positiv ausfiel, lag wohl vor allem daran, dass sie den Blick bereits wieder nach vorne gerichtet haben. Behring-Scheil und Klaus Timaeus, Eventmanager der Stadt Hannover, werteten das Lob der beteiligten Mannschaften und der Europäischen Rugby-Union als Bestätigung für ihr Vorhaben, im Jahr 2013 die Weltmeisterschaft im Siebener-Rugby nach Hannover zu holen. „Wenn man solch ein Turnier ausrichten möchte, dann muss man beweisen, dass man dazu in der Lage ist. Und das haben wir trotz der geringen Zuschauerzahlen jetzt zwei Jahre hintereinander getan“, sagte der Turnierchef.

Tatsächlich mussten die wenigen Fans, die den Weg in die AWD-Arena gefunden hatten, ihr Kommen nicht bereuen. Zwar hatten die Organisatoren angesichts des um 150.000 Euro gesenkten Etats auf ein großes Rahmenprogramm rund um das Stadion verzichtet. Doch sportlich gab es an den beiden EM-Tagen – abgesehen vom Abschneiden der deutschen Männer – überhaupt nichts zu kritisieren. Speziell die französischen Männer und die englischen Frauen demonstrierten eindrucksvoll, wie attraktiv Siebener-Rugby auf Weltklasseniveau sein kann.

Dennoch rückte Behring-Scheil angesichts des Besucherrückgangs, den er in erster Linie mit dem schlechten Wetter und den Schulferien begründete, ein Stück weit von seinem Plan ab, die EM künftig jedes Jahr in der AWD-Arena auszutragen. „Wir haben phantastische Tage mit tollem Sport erlebt, aber jetzt müssen wir die Eindrücke erst einmal sacken lassen“, lautete seine diplomatische Antwort, als er auf eine erneute Bewerbung Hannovers für die EM 2010 angesprochen wurde. Etwas deutlicher hatte sich zuvor schon der deutsche Verbandschef Claus-Peter Bach geäußert, dem die magere Kulisse spürbar zusetzte.

„Man muss hier einmal realistisch werden. Im vergangenen Jahr war es ein guter Beginn und hatte auch eine Basis auf längere Zeit“, sagte der Heidelberger. „Aber angemessen wäre dann ein kleinerer Austragungsort. Im Eilenriedestadion oder im Rudolf-Kalweit-Stadion hätten wir auch mit diesen Zuschauerzahlen eine tolle Stimmung gehabt.“ Eine hannoversche Bewerbung für die WM 2013 unterstützt Bach ausdrücklich. Allerdings befürchtet er, dass vor allem Moskau ein zu starker Konkurrent sein dürfte, zumal sich hartnäckig das Gerücht hält, dass der Weltverband aus Russland bereits einen Garantiegewinn von einer Million Euro zugesagt bekommen hat.

von Björn Franz

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