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Weltweit Eine bittere Premiere für die Indians
Sportbuzzer Sportmix Weltweit Eine bittere Premiere für die Indians
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16:35 12.09.2009
Von Björn Franz
Die Hannover Indians haben gegen Rießersee 2:9 verloren.
Die Hannover Indians haben gegen Rießersee 2:9 verloren. Quelle: Florian Petrow
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Zumindest in einer Hinsicht passte es bei der Premiere. Denn wer hätte sich besser dafür geeignet, sich als erster Torschütze des EC Hannover Indians in der 2. Eishockey-Bundesliga in die Klubgeschichte einzutragen als Jan Hemmes. Der einzige gebürtige Hannoveraner im Team sorgte am gestrigen Freitagabend im Eisstadion am Pferdeturm mit einem Gewaltschuss zum zwischenzeitlichen 1:2 erstmals für Jubel unter den 4092 Zuschauern. Doch damit sind die positiven Seiten aus Sicht der Indians auch schon fast erwähnt. Denn der SC Rießersee erwies sich als überaus schlechter Premierengast, der den Indians zum Saisonauftakt eine bittere 2:9 (1:2, 1:1, 0:6)-Niederlage bescherte.

Dabei war eigentlich alles angerichtet für einen Festtag am Pferdeturm. Die Vorfreude auf die neue Spielklasse war im prall gefüllten Stadion, in dem elf Jahre lang kein Zweitligaspiel mehr stattgefunden hatte, geradezu greifbar – ungeachtet der Tatsache, dass es ein sehr schwieriges Umfeld ist, in dem sich der Klub nun bewegt: Die Gäste aus Bayern waren im Sommer angesichts eines 750.000-Euro-Lochs im Etat nur durch einen privaten Gönner sowie eine Spendenaktion der Fans vor dem Aus gerettet worden.

Dass die 2. Liga aber auch in sportlicher Hinsicht ein raues Gewässer ist, in dem Fehler viel schneller bestraft werden als noch in der Oberliga, das zeigte die gestrige Partie deutlich. So konnten sich die Gastgeber schon im Eröffnungsabschnitt bei ihrem keineswegs fehlerlosen Torhüter Marek Mastic bedanken, dass die Gäste nicht schon nach 20 Minuten deutlich höher führten als mit 2:1. Die Tatsache, dass mit Jamie Chamberlain und Josh Olson zwei der sechs Ausländer fehlten, taugt allein nicht als Grund für die speziell im Schlussabschnitt desolate Leistung. Zudem passte es irgendwie zum gestrigen aus Indians-Sicht völlig verkorksten Abend, dass der vor Spielbeginn als verletzt gemeldete Neuzugang Olson tatsächlich als Diabetiker keine Freigabe von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) erhalten hatte.

Doch nicht nur die Spieler produzierten reichlich Fehler, auch Streu machte im 2. Drittel eine sehr unglückliche Figur. Beim Stand von 1:2 ließ der Trainer in Überzahl den Schläger des Rießerseers Brad Self auf die richtige Breite der Kelle überprüfen. Und die Quittung für die in der Eishockeyszene seit Jahren verpönte Aktion erhielt der Coach prompt: Der Schläger war regelgerecht, statt der Gäste mussten die Indians einen Spieler auf die Strafbank schicken. Und so verloren die Indians neben den Punkten zumindest in Garmisch auch noch einige Sympathien.

Tore: 0:1 (3:53) Bembridge, 0:2 (7:34) Lehner (Suchan bei 4–5), 1:2 (18:18) Hemmes (Bagu, del Monte bei 5–3), 2:2 (35:10) Mizzi (Phillips, del Monte bei 5-4), 2:3 (36:20) Regan (Suchan bei 5–4), 2:4 (42:37) Frank, 2:5 (45:06) Dumoulin (Self, Bigam), 2:6 (49:16) Regan (Suchan), 2:7 (49:48) McPherson (Regan, Suchan), 2:8 (54:49) Suchan (Regan, McPherson), 2:9 (58:50) Frank (Bembridge, Dumoulin) – Zuschauer: 4092 – Strafminuten: Hannover 18 plus 10 für Atherson, Rießersee 18 – Beste Hannoveraner: Fehlanzeige – Nächstes Spiel: ETC Crimmitschau – Indians (Stg., 17 Uhr).

Weitere Ergebnisse: ESV Kaufbeuren–Schwenninger Wild Wings 4:1 (2:1, 1:0, 1:0), Pinguins Bremerhaven – Wölfe Freiburg 6:5 n.V. (2:0, 3:1, 0:4), Dresdner Eislöwen – Heilbronner Falken 3:9 (0:1, 2:2, 1:6), EHC München – Lausitzer Füchse 4:3 (2:1, 1:2, 1:0), Bietigheim Steelers – Landshut Cannibals 4:3 (1:0, 2:1, 1:2), Ravensburg Tower Stars – Eispiraten Crimmitschau 1:4 (0:1, 0:1, 1:2).

Dresden verliert acht Punkte: Die Dresdner Eislöwen sind wegen angeblich falscher Lizenz-Angaben drastisch bestraft worden. Kurz vor dem Saisonstart am Freitagabend gegen Heilbronn teilte Oliver Seeliger, Geschäftsführer der Eishockeyspielbetriebsgesellschaft, mit, dass Dresden mit einem Abzug von acht Punkten in die Hauptrunde starten muss. Erst vor zwei Wochen war durch eine Selbstanzeige des Zweitligisten ein Etatloch von 482.000 Euro publik geworden.