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Weltweit Das Ende einer 43-Tage-Ehe
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12:38 13.08.2013
Laut Medienberichten hat der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten HSV Hamburg, Frank Rost, seinen Rücktritt erklärt. Quelle: dpa
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Hamburg

Die 43-Tage-Ehe zwischen Frank Rost und dem HSV Hamburg hat sich als großes Missverständnis entpuppt und geht mit einer peinlichen Posse zu Ende. Am Tag nach dessen von HSV-Präsident Matthias Rudolph offiziell bestätigter Demission als Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten saß der frühere Fußball-Nationaltorwart Rost am Dienstag im Büro, als wäre nichts geschehen und meldete sich offenbar aus arbeitsrechtlichen Gründen zum Dienst. Rudolph reagierte darauf erbost und stellte sofort klar, dass es definitiv keine weitere Zusammenarbeit mit Rost geben wird.

„Sein Verhalten ist eine Frechheit. Mir hat er gestern gesagt, dass er sein Amt niederlegt und ich ihn beurlauben soll. Aber warum soll ich ihn dann beurlauben? Der will doch jetzt nur Geld haben“, sagte Rudolph der Nachrichtenagentur dpa am Dienstagvormittag. Und ergänzte: „Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geht gar nicht!“

Zugleich kündigte er an, die rechtliche Seite des Vertrag prüfen zu lassen, der eine halbjährliche Kündigungsfrist beinhalten soll. Nach Telefonaten und Mailkontakten wurde Rost nach Informationen des Radiosenders NDR 90,3 kurz darauf von Rudolph doch beurlaubt. Vom HSV gab es zunächst keine Bestätigung. Aber spricht alles dafür, dass es nun zu einer arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung kommen wird.

„Ich sitze hier in meinem Büro und habe ein bisschen Arbeit vor mir“, sagte Rost Dienstagfrüh der Tageszeitung „Die Welt“. Zur Berichterstattung um seine Demission, die übereinstimmend in diversen Medien thematisiert wurde, wollte er sich nicht weiter äußern. Er verwies an den HSV-Chef: „Das müssten Sie mit Herrn Rudolph bereden.“

Die nur sechswöchige Kooperation mit dem populären Rost, der für Champions-League-Sieger HSV eigentlich zum Türöffner bei Sponsoren werden sollte, war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. „Es hat wirklich nicht zusammengepasst“, betonte Rudolph.

Als Grund für den Rücktritt gab Rost die Verpflichtung des Montenegriners Zarko Markovic (zuletzt Frisch Auf Göppingen) an. Der Transfer war so frisch, dass der Rückraumspieler bei der Präsentation der Mannschaft bei einer Pressekonferenz am Montag noch gar nicht erwähnt worden war. Rost hatte erst unmittelbar vor dem Medientermin von dem Deal erfahren und fühlte sich übergangen. Daraufhin platzte dem Ex-Profi, der BWL und Management studiert hat, der Kragen.

Das sei „nur ein Vorwand“, glaubt Rudolph. „Er ist beleidigt. Den Transfer musste ich aber mit dem Trainer schnell über die Bühne bringen, da konnte ich nicht noch einen Antrag beim Geschäftsführer stellen.“ Linkshänder Markovic wurde als Alternative zum verletzten Neuzugang Adrian Pfahl geholt. Der HSV-Chef sieht die Ursachen für Rosts Flucht auf anderem Gebiet: „Es hat menschlich nicht gepasst. Er hat für eine Riesenunruhe in der Geschäftsstelle gesorgt.“ So wurden der Pressesprecher und einer seiner Mitarbeiter von Rost entlassen, Mitarbeiter für ihre Arbeitsweise gerüffelt. Es soll reichlich Tränen gegeben haben, so wird berichtet. Rost geriet immer mehr ins Abseits.

„Ich habe noch nie mit jemandem zusammengearbeitet, der kurz nach seinem Antritt sagt: Das ist alles falsch. Er wusste alles besser. Ständig hat er gedroht: Wenn das und das nicht klappt, dann schmeiß ich hin oder dann platzt die Bombe“, berichtete Rudolph und gestand:
„Wir haben uns leider getäuscht.“

Nur wenige Stunden vor dem Rücktritt hatte Rost vor der Presse einen lustlosen Eindruck hinterlassen und nur schmallippig auf Fragen geantwortet. „Gemessen am Etat müssten wir die Titel nur so reinholen“, lautete seine Interpretation der Vereinsziele. „Wer mit diesem Druck nicht umgehen kann, ist im Profisport fehl am Platze.“ Coach Martin Schwalb war pikiert, hielt sich aber mit Kritik zurück. „Er hat es etwas flapsig formuliert“, meinte der Coach beinahe entschuldigend. Nach dem Termin war Rost als erster verschwunden.

Ob der vakante Posten neu besetzt wird, ist unklar. Rudolph möchte seinen Plan eigentlich nicht aufgeben. „Die Idee ist nach wie vor richtig. Der Verein kann mit seinem Namen einen Riesenumsatz machen. Wir generieren aber nur 60 bis 70 Prozent davon.“

dpa

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