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Weltweit Hambüchen kommt trotz Verletzung nach Hannover
Sportbuzzer Sportmix Weltweit Hambüchen kommt trotz Verletzung nach Hannover
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12:41 23.10.2009
Von Carsten Schmidt
Hambüchen drückt in Hannover die Daumen. Quelle: ddp (Archiv)
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Fabian Hambüchen feiert seinen 22. Geburtstag in der AWD-Hall in Hannover – zumindest zum Teil. Der fünfmalige Turn-Europameister wird am Sonntag in der niedersächsischen Landeshauptstadt von der Tribüne aus verfolgen, welcher der acht Starter bei der Champions Trophy die beste Vorstellung geben und damit in seine Fußstapfen treten wird – immerhin hatte Hambüchen die ersten beiden Wettkämpfe der Serie in Frankfurt und Berlin klar gewonnen. Und der Hesse wird vor allem seinen Nationalmannschaftskollegen Marcel Nguyen und Helge Liebrich die Daumen drücken, dass sie einen guten Wettkampf liefern.

Hambüchen hat damit trotz seines Außenbandrisses im linken Knöchel Wort gehalten. „Ich würde trotz der Verletzung gern nach Hannover kommen, wenn es mit der medizinischen Versorgung vereinbar ist“, hatte der deutsche Vorzeigeturner im Vorfeld signalisiert. Und über die Zusage können sich auch alle Turnfans freuen: Hambüchen steht für Autogrammwünsche am Rande der Champions Trophy, die um 13.15 Uhr beginnt, zur Verfügung. Und er wird in der ARD, die von 15.30 Uhr live aus der AWD-Hall senden wird, Rede und Antwort stehen.

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Hambüchens Abwesenheit auf der Wettkampffläche will vor allem Joseph Hagerty nutzen. „Ich will in Hannover gewinnen“, sagte der Amerikaner, der zugleich bedauerte, dass Hambüchen an der dritten Station der Wettkampfreihe nicht teilnehmen kann. „Ich wünsche ihm eine schnelle Genesung“, sagte der 27-Jährige, der sich gezielt auf den Wettkampf in Hannover vorbereitete und dafür sogar die Weltmeisterschaft in London sausen ließ.

Ungewöhnlich für einen Mann seines Kalibers, der im Vorjahr Olympia-Dritter bei den Spielen in Peking mit dem US-Team war. Doch die Wettkampfserie des Deutschen Turner Bundes (DTB) ist mit einer Gesamtdotierung von 270.000 Euro für die Teilnehmer ausgesprochen lukrativ. Und Hagerty ist als Dritter in der Gesamtwertung hinter Hambüchen und dem Russen Maxim Dewyatowskij auf einmal heißer Anwärter auf den Gesamtsieg.

„Dewyatowskij ist mein schärfster Rivale, er ist sehr stark und turnt vor allem sehr kraftvoll“, sagte Hagerty, der sich seit Dienstag in Hannover auf den Wettkampf vorbereitet. Doch neben dem Russen wollen auch Daniel Keatings, Weltmeisterschafts-Zweiter im Mehrkampf in seiner britischen Heimat, und der Franzose Benoit Caranobe, Olympia-Dritter im Mehrkampf 2008, nach dem Sieg in Hannover greifen. Dieser Vierkampf verleiht der Champions Trophy eine Spannung, die es bei den überlegenen Hambüchen-Siegen bei den ersten beiden Stationen in Frankfurt und Berlin nicht gegeben hat.

Weltklasse ist ein weiterer Starter in Hannover, zumindest an einigen Geräten. Der Rumäne Flavius Koczi wurde in London WM-Zweiter am Sprung und war zudem 2006 Europameister am Seitpferd. Ganz nach vorn dürften die übrigen drei Starter nicht kommen: der Schweizer Nicolas Böschenstein sowie trotz allen Daumendrückens vom Kollegen Hambüchen Nguyen und Liebrich.

Spannung verspricht auch der Bundesliga-Wettkampf des Niedersächsischen Turn-Teams (NTT) am Sonnabend (15 Uhr) in der AWD-Hall gegen Spitzenreiter KTV Straubenhardt. Die Gäste aus Baden-Württemberg müssen nicht nur Hambüchens Fehlen verkraften. Sie sind immer noch geschockt vom Unfalltod des Russen Juri Rjasanow. Der WM-Dritte im Mehrkampf wurde nur 22 Jahre alt.

Eintrittskarten für die Champions Trophy am kommenden Sonntag und die Bundesliga am Sonnabend gibt es in allen Kategorien noch an den bekannten Vorverkaufsstellen in der Region.

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